17. August 2012, 13:28 Uhr

Assange kündigt Erklärung an

Patt im Tauziehen um Julian Asange. Zwar erhält der Wikileaks-Gründer Asyl in Ecuador, doch die Briten gewähren ihm kein freies Geleit dorthin. Für Sonntag kündigt der Australier eine Erklärung an.

Ecuador, Assange, Aysl, Quito, Julian Assange, Wikileaks, Wikileaksgründer, sexueller Missbrauch

Die Polizei behält die ecuadorianische Botschaft in Lodon unter Beobachtung. Vor knapp acht Wochen hat sich Wikileaks-Gründer Julian Assange in das Gebäude geflüchtet.©

Wikileaks-Gründer Julian Assange will nach seinem erfolgreichen Antrag auf Asyl am Sonntag vor die Öffentlichkeit treten. Das kündigte Wikileaks via Twitter an. Der 41 Jahre alte Australier werde "live" und "vor der Botschaft Ecuadors" ein Statement abgegeben, hieß es.

Unklar blieb, ob Assange, der sich seit acht Wochen in der Botschaft aufhält, tatsächlich persönlich vor das Gebäude tritt. Er würde damit riskieren, von der britischen Polizei festgenommen zu werden.

Großbritanniens Außenminister William Hague hatte am Donnerstag erklärt, Assange werde kein freies Geleit erhalten, um sein Asyl in Ecuador anzutreten. Assange soll wegen des Verdachts, Sexualdelikte verübt zu haben, nach Schweden ausgeliefert werden.

Underdessen hat Ecuador bei der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ein Treffen der Außenminister beantragt. Quito habe bei dem Dringlichkeitstreffen der OAS am Donnerstag (Ortszeit) Beratungen der Außenminister für den 23. August vorgeschlagen, sagte der Präsident des ständigen Rates der OAS, der Jamaikaner Stephen Vasciannie. Darüber solle noch am Freitag entschieden werden.

Anti-britische Demonstration in Ecuador

Ecuador hatte zuvor beschlossen, dem vor acht Wochen in seine Londoner Botschaft geflüchteten Australier Asyl zu gewähren. Assange solle damit vor Verfolgungsrisiken vor allem in den USA geschützt werden, sagte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño in der Hauptstadt Quito.

In Quito versammelten sich am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) rund 50 Demonstranten vor der britischen Botschaft, um gegen die Regierung Großbritanniens zu protestieren. Polizisten riegelten das Botschaftsgebäude ab, um es vor den Demonstranten zu schützen, berichtete die Zeitung "El Comercio"

Assange hatte sich in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort werden Assange Sexualdelikte zur Last gelegt, die er bestreitet. Assange fürchtet, letztlich an die USA ausgeliefert und dort wegen der brisanten Enthüllungen von Wikileaks juristisch verfolgt zu werden. Seine Ausreise nach Ecuador will Assange notfalls vor dem Internationalen Gerichtshof erstreiten.

kng/DPA/AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Wikileaks-Gründer Assange im Asyl Punktsieg für schillernden Online-Enthüller

18 Monate hielt der Internet-Aktivist Julian Assange in Großbritannien Richter und Anwälte in Atem. Jetzt gewährte ihm Ecuador Asyl - und Diplomaten müssen sich mit dem vetrackten Fall befassen.

Regierung in Quito hat entschieden Ecuador gewährt Julian Assange Asyl

Trotz der Drohungen britischer Behörden, notfalls in die Botschaft in London einzudringen, hat Ecuador Julian Assange Asyl gewährt. Großbritannien verweigert dem Wikileaks-Gründer aber freies Geleit.

Asylantrag des Wikileaks-Gründers Ecuador befürchtet Sturm seiner Botschaft wegen Assange

Ecuador gibt in den nächsten Stunden bekannt, ob es Wikileaks-Gründer Julian Assange Asyl gewährt. Großbritannien droht offenbar mit einer Razzia in der Londoner Botschaft des Landes.

Wikileaks-Gründer Ecuadors Präsident weist Berichte über Asyl für Assange zurück

Derzeit hält sich Assange noch in der ecuadorianischen Botschaft in London auf. Ein Bericht des „Guardian“, wonach Ecuador ihm politisches Asyl gewähren will, wurde von Präsident Correa dementiert.

Wikileaks-Gründer vor Gericht Julian Assange holt sich renommierten Chefverteidiger

Der ehemalige spanische Ermittlungsrichter Baltasar Garzón hat die Leitung des Anwaltsteams von Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange übernommen.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (21/2013)
Geht's jetzt an mein Geld?