. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
26. April 2007, 15:41 Uhr

Putin setzt Rüstungskontrolle aus

Russlands Präsident Putin setzt den USA die Pistole auf die Brust: Er will sich künftig nicht mehr an den KSE-Vertrag halten, der Obergrenzen für konventionelle Streitkräfte festlegt. Putins begründete diesen Schritt mit dem geplanten US-Raketenschirm in Europa.

Legt sich mit den USA an: Russlands Präsident Putin© Mikhail Metzel/AP

Der russische Präsident Wladimir Putin will den KSE-Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa aussetzen und hat mit einer ultimativen Drohung den Streit um die geplante US-Raketenabwehr deutlich verschärft. Putin sagte am Donnerstag in seiner Rede zur Lage der Nation in Moskau: "Ich erachte es für sinnvoll, dass Russland ein Moratorium in Bezug auf diesen Vertrag verhängt". Er begründete den Schritt sowohl mit der schleppenden Ratifizierung des 1999 modernisierten KSE-Vertrages mit Obergrenzen für konventionelle Streitkräfte in Europa durch NATO-Länder als auch mit der geplanten Raketenabwehr in Osteuropa. Diese bedrohe die nationale Sicherheit Russlands, sagte Putin.

Frist von einem Jahr

Moskau setzt der NATO nun eine einjährige Frist für die noch ausstehende Ratifizierung des KSE-Vertrags über konventionelle Streitkräfte in Europa. Wenn man nicht binnen eines Jahres zu einer Einigung komme, werde Russland aus dem Vertrag austreten, sagte ein ranghoher Kreml-Mitarbeiter der Agentur Interfax.

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer reagierte auf die Äußerungen Putins zunächst zurückhaltend und sagte beim Auftakt eines Außenministertreffens der Allianz in Oslo: "Die KSE-Vereinbarungen sind für uns von großer Bedeutung. Die NATO-Alliierten streben nach wie vor ihre Ratifizierung und Verwirklichung an." Über die Gründe für Putins Äußerungen erhoffe man sich nähere Auskünfte durch den russischen Außenminister Sergej Lawrow beim ebenfalls am Donnerstag in Oslo anstehenden NATO-Russland-Rat.

Rice nennt Putins Rede "aberwitzig"

Die NATO-Staaten haben bisher den adaptierten KSE-Vertrag von 1999 nicht ratifiziert, weil ihrer Ansicht nach Russland seinen Verpflichtungen zum Truppenabzug aus Georgien und Moldawien nicht nachkommt. Der geltende KSE-Vertrag von 1990 legt Obergrenzen für konventionelle Waffen - beispielsweise Panzer und Artillerie - fest.

US-Außenministerin Condoleezza Rice nannte die Moskauer Kritik am geplanten amerikanischen Raketenabwehrsystemen in Oslo praktisch zeitgleich mit Putins Rede zur Lage der Nation völlig aberwitzig. Moskau selbst habe "tausende Sprengkörper stationiert". Auch werde die atomare Abschreckungskraft Russlands nicht berührt. Die USA seien an einem offenen Dialog mit Moskau auf der Basis "realistischer Annahmen" interessiert. Washington will mit dem geplanten System ein Verteidigungsschild gegen mögliche Raketenangriffe aus "Schurkenstaaten" errichten.

"Unteilbarkeit der Allianz"

Zum Auftakt des Osloer Treffens wurde die auch innerhalb der Allianz vorhandene Skepsis gegenüber den US-Plänen für die Stationierung der Raketenabwehr in Polen und Tschechien vom gastgebenden norwegischen Außenminister Jonas Gahr Støre angesprochen. "Im Moment haben wir es mit einem amerikanischen Plan zu tun, der zwei Alliierte mit einbezieht." Unter dieser Voraussetzung sei es "sehr wichtig, jetzt über die Unteilbarkeit der Allianz nachzudenken". Norwegen hatte die US-Pläne von Beginn an abgelehnt.

 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Raketenschild über Europa "Wir reden von fiktiven Raketen"

Die Nato hat mit Russland Gespräche über die umstrittenen US-Pläne für einen Raketenschild in Osteuropa aufgenommen. Physiker halten das System für nicht ausgereift. Und auch die Raketen, gegen die es eingesetzt werden soll, gibt es noch nicht. mehr...

Amerikanische Raketenabwehr Löcher im Schirm

Die USA wollen einen Raketenabwehrschild in Europa installieren - zum Schutz vor Angriffen aus dem Iran. stern.de erklärt, wie das modulare Abwehrsystem arbeitet und zeigt auf, wo es versagt. mehr...

Russland Polizei prügelt Putin-Gegner nieder

Die russische Polizei ist am Wochenende mit massiver Gewalt gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen. In St. Petersburg und Moskau schlugen die Beamten mit Knüppeln auf Gegner von Präsident Wladimir Putin ein, darunter waren auch ältere Menschen und Kinder. mehr...

Russland Milliardär Beresowski will Putin stürzen

Wieder einmal hat der russische Milliardär Boris Beresowski von seinem Londoner Exil aus dazu aufgerufen, die Regierung Putins zu stürzen. In einer ersten Reaktion verlangten die russischen Behörden Beresowskis Auslieferung. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (8/2012)
Whitney Houston