Industriepark Kaesong bleibt geschlossen

22. Juli 2013, 14:56 Uhr

Süd- und Nordkorea streiten weiter über den gemeinsam genutzten Industriepark Kaesong. Auch bei der fünften Verhandlungsrunde wurde keine Einigung erzielt. Die Gespräche wurden vertagt.

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Die Verhandlungen der Vertreter aus Nordkorea, Pak Chol-Su (l.), und Südkorea, Kim Ki-Woong, über den Industriepark Kaesong blieben mal wieder ohne Ergebnis©

Der gemeinsam von Südkorea und Nordkorea betriebene Industriepark Kaesong bleibt vorerst weiter geschlossen. Auch die fünfte Gesprächsrunde in diesem Monat zur Wiedereröffnung des seit Monaten geschlossenen Gebiets endete am Montag ohne greifbares Ergebnis. Bei den Verhandlungen gaben sich beide Seiten gegenseitig die Schuld für die Schließung der Anlage.

Die Gespräche wurden auf Donnerstag vertagt, wie das südkoreanische Vereinigungsministerium mitteilte. Die Verhandlungen fanden in der symbolisch bedeutsamen Industriezone selbst statt und waren unter anderem auch davon geprägt, dass keine Seite große Zugeständnisse machen wollte, um Kaesong wieder zu öffnen. "Unsere Position ist klar", sagte Südkoreas Chefunterhändler Kim Ki Woong. Nordkorea müsse "versprechen, eine erneute Schließung zu vermeiden".

Es habe Gemeinsamkeiten bei einigen offenen Fragen gegeben, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Sie nannte jedoch keine Details. Seoul fordere nach wie vor eine Zusicherung Nordkoreas, die Sonderzone nicht mehr ohne Absprache zu schließen. "Das ist unsere grundlegende Position." Nordkorea will den Komplex, der als wichtiger Devisenbringer für das Land gilt, so schnell wie möglich wieder eröffnen.

Einigung Anfang Juli, aber kaum Fortschritte

Pjöngjang hatte im April alle seine Arbeiter aus Kaesong abgezogen. In dem Gebiet arbeiten seit 2004 rund 53.000 Nordkoreaner in 123 südkoreanischen Fabriken. Grund für den Abzug war ein gemeinsames Militärmanöver Südkoreas mit den US-Streitkräften. Im Mai war dann Seoul seinerseits gezwungen, die südkoreanischen Manager aus dem Gebiet abzuziehen.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye hatte den Norden vor dem Hintergrund der neuen Gespräche dazu aufgerufen, sich an kommunistischen Staaten zu orientieren, die ihre Wirtschaft reformiert und entsprechende globale Vorschriften umgesetzt hätten. Unter anderem China und Vietnam hätten "bewiesen, dass ein international akzeptiertes Umfeld für Investoren größere Gewinne bringen" werde, sagte sie bei einem Treffen mit Beratern.

Bei einem Treffen Anfang Juli hatten sich beide Länder im Grundsatz darauf geeinigt, das Gebiet wieder zu öffnen, doch gab es seitdem kaum Fortschritte. Die Gespräche stehen aber trotzdem im Kontrast zu den monatelangen Spannungen und Kriegsdrohungen, mit denen Pjöngjang auf die Verhängung neuer UN-Sanktionen nach seinem dritten Atomtest im Februar reagiert hatte. Die Führung des abgeschotteten Landes hatte zuletzt auch den einzigen Verbündeten China verärgert.

jat/AFP/DPA
 
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