Obama hievt Hispanos in oberstes US-Gericht

26. Mai 2009, 18:34 Uhr

Für die Hispanos in den USA ist es ein Tag zum Jubeln: Präsident Barack Obama ernannte mit Sonia Sotomayor erstmals einen Bürger der rasant wachsenden Bevölkerungsgruppe zum Mitglied des Supreme Court. Die 54-Jährige, die sich von ganz unten hoch gearbeitet hat, wäre die zweite Frau unter den neuen Juristen des obersten US-Gerichts.

Supreme Court Obama Sonia Sotomayor Richterin

Historischer Moment für alle Hispanios: Barack Obama nominiert Sonia Sotomayor für den Obersten Gerichtshof der USA©

Die US-Bundesrichterin Sonia Sotomayor soll in den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten aufrücken. US-Präsident Barack Obama nominierte die Juristin lateinamerikanischer Abstammung am Dienstag als Nachfolgerin des zurückgetretenen Richters David Souter. Nach ihrer Bestätigung im Senat wäre die 54-Jährige das erste Mitglied der hispano-amerikanischen Bevölkerungsgruppe im Supreme Court und die zweite Frau unter den neun Richtern des Gremiums.

"Mir zerspringt das Herz vor Dankbarkeit", sagte Sotomayor nach ihrer Nominierung. Dies sei für sie die größte Ehre ihres Lebens, die sie zugleich mit tiefster Demut erfülle. Obama hatte zuvor erklärt, er suche einen Kandidaten, der Intellekt und Mitgefühl vereine und die Fähigkeit besitze, die Sorgen gewöhnlicher Amerikaner zu verstehen.

Schwere Kindheit in der Bronx

Die 54-Jährige, die seit ihrer Kindheit an Diabetes leidet, wuchs in einer Sozialbausiedlung der New Yorker Bronx auf, wohin ihre Eltern aus Puerto Rico gezogen waren. Ihr Vater starb, als sie neun Jahre alt war. Schon als kleines Mädchen wollte Sotomayor Richterin werden und lernte in der Schule fleißig, um sich diesen Traum erfüllen zu können.

Die Juristin studierte in Princeton und Yale und arbeitete später als Staatsanwältin und private Rechtsanwältin. Zur Bundesrichterin wurde sie 1992 vom republikanischen Präsidenten George Bush senior berufen. Dessen demokratischer Nachfolger Bill Clinton ernannte sie 1997 zur Berufungsrichterin. Nach Regierungsangaben verfügt sie über größere richterliche Erfahrung als jeder andere Jurist, der in den vergangenen 70 Jahren in den Supreme Court geschickt wurde. Da Obamas Demokratische Partei im Senat über eine deutliche Mehrheit verfügt, gilt Sotomayors Bestätigung als Formsache. An der politischen Ausrichtung des Obersten Gerichtshofs würde sich allerdings wenig ändern, da auch Souter als relativ liberal galt. Doch würde Sotomayor den liberalen Flügel des Gerichts verjüngen.

Die Obersten Richter der USA bleiben im Amt, bis sie zurücktreten oder sterben. Der jeweilige US-Präsident hat damit die Möglichkeit, mit seinen Ernennungen die Politik noch lange über seine eigene Amtszeit hinaus zu beeinflussen. Unter Expräsident George W. Bush rückte das einflussreiche Gremium nach rechts. Die jetzige Nominierung ist die erste von Seiten eines demokratischen Präsidenten seit 15 Jahren.

Zum Thema
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Pamela_1971 (26.05.2009, 22:47 Uhr)
Komische Überschrift
Hier wurde ein MENSCH in das oberste US-Gericht berufen. Punkt. Mehr nicht. Ein ganz normaler Vorgang, nicht weiter der Rede wert. Nur die Überschrift reduziert diesen MENSCHEN auf eine bloße rassistische Kategorie ("Hispano"). Und auch die restliche Formulierung ("Obama hievt...") hat einen merkwürdigen Unterton.
Politik
Legen Sie Ihr Geld richtig an! Legen Sie Ihr Geld richtig an! Der Ratgeber Geldanlage gibt Ihnen Tipps, wie Sie mehr aus ihrem Geld machen. Zu den Ratgebern