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11. Februar 2010, 12:30 Uhr

EU-Parlament stoppt Zugriff der USA auf Bankdaten

Dass das Europarlament seine Macht zeigt, ist bislang höchst selten vorgekommen. Von daher war die Abstimmung in Straßburg ein Höhepunkt in der Geschichte der EU-Volksvertreter. Sie stoppten das umstrittene Swift-Abkommen, das den USA den Zugriff auf europäische Bankdaten ermöglicht.

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Blick ins EU-Parlament: "Nein zu Swift" war dort am Donnerstag die gängige Haltung© Vincent Kessler/Reuters

Das Europaparlament hat das umstrittene Swift-Abkommen über die Weitergabe von EU-Bankdaten an die USA gestoppt. Mit 378 zu 196 Stimmen lehnten die Abgeordneten am Donnerstag die Vereinbarung ab. Der Vertrag, der bereits am 1. Februar vorübergehend in Kraft getreten war, ist damit nicht mehr gültig. Die Vereinbarung gibt US-Terrorfahndern Zugriff auf die Bankdaten von Millionen europäischen Bürgern.

Das Swift-Abkommen ist nach dem belgischen Finanzdienstleister Swift (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) benannt. Das Unternehmen wickelt nahezu alle europäischen Bankgeschäfte ab. Es ist für rund 8000 Banken und Finanzdienstleister in 206 Staaten der Erde tätig. Zu den Leistungen gehören zum Beispiel Standardüberweisungen, Devisengeschäfte oder Aktienkäufe. Täglich meldet Swift mehr als 15 Millionen Transaktionen.

Seit Jahren Zugriff auf europäische Daten

Seit Jahren greifen die USA im Anti-Terror-Kampf auf Swift-Daten von Bankkunden aus Europa zu. Angaben wie Name, Betrag und Empfänger werden an die Ermittler in den USA weitergeleitet. Zu den Erfolgen zählen die USA Erkenntnisse über die Sauerland-Gruppe und Terrororganisationen in Großbritannien. Weil ein zentraler Swift-Server zum Jahreswechsel 2009/2010 von den USA in die Schweiz umgezogen ist, sind die Daten seitdem rechtlich dem US-Zugriff entzogen - und es ist eine neue Vereinbarung nötig.

Im November 2009 schlossen die EU-Innenminister daher das Swift-Abkommen. Es bezieht sich auf Überweisungen ins nicht-europäische Ausland wie USA, Asien und und Afrika, nicht aber auf Transaktionen innerhalb der EU. Es ist ein Interimsabkommen und soll bis zum Abschluss einer langfristigen Vereinbarung im Herbst gelten. Nach dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon am 1. Dezember 2009 wurde die Zustimmung des Europaparlaments zum Swift-Abkommen erforderlich.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Aquarius2 (11.02.2010, 18:49 Uhr)
Durchmarsch vorerst vereitelt
Aber wer hat langfristig wirklich den Mut, deutlich zu sagen, dass Europa und Deutschland keinen Weltpolizisten USA brauchen.
Zumal dieser nicht objektiv ist und nach eigenem Ermessen Straftaten übersieht oder überempfindlich reagiert.
Johann58 (11.02.2010, 16:10 Uhr)
glaubt denn hier wirklich irgendeiner
das nicht jede finanzielle Transaktion von und nach den USA bisher und in Zukunft lueckenlos registriert und bei Bedarf ausgewertet wird und zwar auf beiden Seiten des grossen Teichs. Das Problem bestand bisher im Wesentlichen darin, dass man die Daten nicht richtig interpretiert hat. Geld aus den USA nach Deutschland ueberweisen als Beispiel; Vorlage ID (US Fuehrerschein oder Reispass) Ausfuellen von Formularen warum, wieso, wohin, Lotterie, Drogengeschaefte, Internetgeschaefte, Auffforderung durch Dritte usw. usw. die Konten sind transparent und es ist ueberhaupt kein Problem mittels SSN Kontenbewegungen usw. nachzuvollziehen.
Epedemic (11.02.2010, 15:37 Uhr)
Genau so seh ich das auch Tempelhofer.
Aber man glaubt das was man glauben will.

Alles was Ihrer Meinung nicht entspricht ist auch Links und wird abgewertet und als falsch dargestellt.

Aber nun gut das ist ja ein anderes Thema....
semse (11.02.2010, 15:11 Uhr)
unglaublich
Huiii was denn hier los?? für was hat sich denn Deutschland entschieden?
Tempelhofer (11.02.2010, 14:29 Uhr)
@ spamonmass
"In letzten Tagne ist ja durchgedrungen, das EU-Parlamentarier von US-Lobbys besuch bekommen haben, z.T. bedroht und eingeschüchtern wurden."

So ein Unsinn. Sie sollten nicht alles glauben, was im Internet steht.
budbundy69 (11.02.2010, 13:52 Uhr)
glaubt denn irgendjemand,
dass die grossen firmen resp. geheimndienste sich an den abstimmungen der europakomiker in strasburg stossen ???
facilidad_de_ser (11.02.2010, 13:32 Uhr)
Huch!
Das ist ja fantastisch...
spamonmass (11.02.2010, 13:30 Uhr)
Gute Nachrichten!
Endlich gibts auch mal gute Nachrichten aus Strassburg! Ich finde das so bedeutend, da der Europarat das Abkommen bereits abgesegnet hat! In letzten Tagne ist ja durchgedrungen, das EU-Parlamentarier von US-Lobbys besuch bekommen haben, z.T. bedroht und eingeschüchtern wurden.

Das böse an der Sache ist, dass ALLE Überweisung eingesehen werden können, egal, ob sie was mit den USA zu tun haben, oder auch nicht.

Ich hoffe, es kommt nun zu keinem bilateralen Abkommen mit Belgien. Denn die Belgier sind für den Austausch und der Server steht bei ihnen im Land.
ANsonsten bin ich dafür, dass wir eine eigene Transaktionsgesellschaft gründen und SWIFT übergehen.
endbenutzer (11.02.2010, 13:24 Uhr)
Gut, dass nun der....
...Industriespionage durch CIA und NSA wenigstens ein kleiner Riegel vorgeschoben wurde.
andre1971germany (11.02.2010, 13:23 Uhr)
Guter Tag
Ein guter Tag für Deutschland und Europa!
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