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"Liebe ist stärker als Krieg" - Hochzeitsfotos in der Trümmerwüste

Jafar Meray fotografiert ein junges Paar mitten in den Trümmern von Homs in Syrien. Ein Zeichen der Hoffnung, dass das Leben weiter geht und Versöhnung vielleicht doch selbst dort eine Chance hat.

Nada Merhi und Hassan Youssef haben eine Kulisse der Zerstörung für ihre Hochzeitsbilder in Syrien ausgesucht.

Nada Merhi und Hassan Youssef haben eine Kulisse der Zerstörung für ihre Hochzeitsbilder in Syrien ausgesucht.

Menschen lieben sich und heiraten - auch in Kriegen – und auf beiden Seiten des Konflikts. So auch in Syrien. Dieses junge Paar flüchtet nicht in ein glänzendes Hotel oder einen idyllische Winkel. Nada Merhi und Hassan Youssef zeigen ihre Liebe mitten in den Trümmern von Homs.

  Der Fotograf Jafar Meray bei der Arbeit. 

Der Fotograf Jafar Meray bei der Arbeit. 


Wenn ein Modefotografen diese Szenen gestellt hätte, dann könnte man an die bildnerische Ausbeutung des Elends denken. Aber Fotograf Jafar Meray hat anderes im Sinn. Er und seine Kunden wollen keinen subtilen Grusel einfangen. Sie wollen ein Signal der Hoffnung senden. Auf Facebook schreibt er: "Das Leben  geht auch hier weiter. Still. Irgendwie gibt es immer Hoffnung."

  Es muss noch viel passieren, bis man hier wieder leben kann.

Es muss noch viel passieren, bis man hier wieder leben kann.

Für den Betrachter ist das kaum nachzuvollziehen, die Großstadt Homs ist buchstäblich zu Trümmern zerbombt. Beim jüngsten Foto-Shooting begleitete Joseph Eid von der Agentur AFP das Paar und Fotograf Meray. Die Bilder zeigen den syrischen Fotografen bei seiner Mission auf der Suche nach Hoffnung.

Hochzeit inmitten der Zerstörung in Syrien

Fotograf Jafar Meray und das Paar unterstützen die Assad-Regierung. Hassan Youssef kämpft in der Armee. Aus ihrer Sicht gibt es tatsächlich Hoffnung. Die Truppen Assads konnten den Fall von Homs verhindern. Die letzten Kämpfer der Aufständischen zogen Anfang Dezember ab - nach einem komplizierten Austauschdeal unter Vermittlung der UN. Der Krieg ist also weiter gezogen.

  Es muss noch viel passieren, bis man hier wieder leben kann.

Es muss noch viel passieren, bis man hier wieder leben kann.

Der 22-jährige Fotograf zeigt sonst meist Bilder von Elend und Gewalt. Dem "Independent" sagte er: "Meine Botschaft an alle Syrier ist, Schluss zu machen mit Ungerechtigkeit und Terrorismus  und Liebe und Frieden zu verbreiten, weil wir alle und unser Land unter dieser Gewalt nur leiden."

Und natürlich fügen sich diese Bilder auch in die PR-Strategie der Assad-Regierung. So wie die regelmäßigen Berichte über Kämpferinnen in der syrischen Armee, die verkünden, dass sich gegen die drohende Versklavung durch die Dschihadisten kämpfen. Oder die Berichte über Märtyrer, die bis zuletzt Widerstand leisteten. Diese Hochzeits-Fotos mit ihrer lebensbejahenden Botschaft passen zu einer im Westen wenig beachteten Versöhnungsstrategie des Herrschers in Damaskus, der viel daran setzt, dass lokale Milizen ihren Frieden mit dem Regime machen.

Dieses Video zeigt die Trümmerwüste von Homs (nicht ganz so romantisch) aus der Sicht einer Drohne.



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