4. März 2013, 14:24 Uhr

Assads Soldaten starten Großangriff auf Homs

Seit Monaten ist Homs hart umkämpfter Schauplatz des Krieges in Syrien. Derzeit erlebt die Stadt die schlimmsten Gefechte seit langem. Regierungstruppen gingen zum Angriff auf die Rebellen über.

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Die Zerstörung durch die Kämpfe von Rebellen und Assad-Truppen ist in Homs allgegenwärtig©

Syrische Regierungstruppen haben nach Angaben von Aktivisten einen Großangriff auf die umkämpfte Stadt Homs gestartet. Die Gefechte seien "die schlimmsten seit Monaten", Dutzende regierungstreue Kämpfer seien getötet worden, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Armeeangehörige sowie regierungstreue Milizen wollten den Angaben zufolge Teile des Stadtzentrums zurückerobern, die von den Rebellen kontrolliert werden.

Kämpfe forderten viele Todesopfer

Auch in Raqa nahe der türkischen Grenze gab es laut der Beobachtungstelle Kämpfe zwischen Regierungssoldaten und Rebellen. Die syrische Armee habe aus der Luft das Gefängnis der Stadt angegriffen, das am Wochenende von Rebellengruppen eingenommen worden war. Mehrere Hundert Häftlinge wurden demnach von den Rebellen freigelassen.

Am Sonntag waren nach Angaben der Beobachtungstelle mehr Regierungssoldaten und Rebellen bei Kämpfen getötet worden als je zuvor während des seit zwei Jahren andauernden Konflikts. 115 Soldaten und 104 Rebellen seien getötet worden, außerdem 45 Zivilisten. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein breites Netzwerk von Aktivisten und Medizinern in Syrien. Ihre Angaben können jedoch nicht unabhängig überprüft werden.

Rebellen greifen Flughafen an

In der Provinz Aleppo haben die Rebellen versucht, den Militärflughafen Minigh einzunehmen. Die Angreifer nahmen die Regierungstruppen, die auf dem Luftwaffenstützpunkt stationiert sind, von mehreren Seiten in die Zange. Nach Angaben der Regimegegner bombardierte die Luftwaffe die angreifenden Rebellen. Der Flughafen liegt in der Nähe der Grenze zur Türkei.

Bis zum Mittag zählte die Opposition landesweit 35 Tote. Die meisten Opfer gab es in Idlib, Homs, Aleppo und Damaskus.

USA wird keine Waffen liefern

US-Außenminister John Kerry bekräftigte am Montag die Unterstützung seines Landes für die Rebellen. Die USA und befreundete Länder wollten die syrische Opposition weiter stärken, sagte Kerry bei einem Besuch in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad. Waffenlieferungen an die Rebellen lehnte er jedoch erneut ab.

Kerrys saudi-arabischer Amtskollege Prinz Saud al Faisal sagte, das syrische Volk habe "das Recht, sich gegen die Tötungsmaschinerie des Regimes zu verteidigen". Er forderte ein internationales Embargo für Waffenlieferungen an die syrische Führung um Präsident Baschar al Assad. Saudi-Arabien und weitere Golfmonarchien unterstützen den Volksaufstand gegen Assad, der sich inzwischen zu einem Bürgerkrieg mit laut UN-Angaben mehr als 70.000 Toten entwickelt hat.

swd/DPA/AFP
 
 
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