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Dutzende Tote bei Anschlag auf Uni in Aleppo

Es fanden gerade Prüfungen statt, als zwei Explosionen die Universität von Aleppo erschütterten. Behörden sprechen von über 80 Toten. Aufständische und Assad-Regime beschuldigen sich gegenseitig.

  Die Fassade des Universität in Aleppo wurde schwer beschädigt. Mindestens 80 Menschen sollen gestorben sein.

Die Fassade des Universität in Aleppo wurde schwer beschädigt. Mindestens 80 Menschen sollen gestorben sein.

Durch zwei verheerende Explosionen an der Universität im syrischen Aleppo sind nach Angaben der Behörden am Dienstag mehr als 80 Menschen getötet worden. Provinzgouverneur Mohammed Wahid Akkad sowie ein Arzt der örtlichen Universitätsklinik sprachen zudem von mehr als 160 Verletzten. Die Aufständischen sowie die syrische Führung machten sich gegenseitig für die Vorfälle verantwortlich. Akkad sprach von einem "terroristischen Anschlag" auf die Hochschule, wo gerade Prüfungen stattgefunden hätten. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von mindestens 52 Toten, darunter sowohl Studenten als auch Flüchtlinge, die derzeit zu Tausenden auf dem Campus untergebracht sind. Es gebe viele Verletzte, daher könne die Zahl der Toten noch deutlich steigen.

Panische und in Tränen aufgelöste junge Menschen

Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur DPA, die syrische Luftwaffe habe die Universität bombardiert und die Architektur- Fakultät getroffen. Daraufhin sei es zu Studentenprotesten gekommen. Die staatlichen Medien meldeten dagegen, "Terroristen" hätten auf dem Universitätsgelände eine Autobombe gezündet. Aktivisten der Opposition sprachen von der Explosion einer Bombe, als Studenten nach einer Prüfung das Gebäude verließen.

Die Fassade des Gebäudes wurde schwer beschädigt. Regimegegner veröffentlichten Bilder, auf denen Leichen vor dem Gebäude zu sehen sind.

Äußerungen von Studenten zufolge wurden durch die Explosionen die Fakultäten für Bildende Kunst sowie Architektur zerstört. Videoaufnahmen zeigten panische und in Tränen aufgelöste junge Menschen inmitten von umherliegenden Trümmern. Als sich eine Gruppe der Eingangstür nähert, schreit jemand, dass sie im Gebäude bleiben sollen.

Die Universität hatte trotz der Kämpfe wieder geöffnet

Die Universität hatte trotz der Kämpfe im Land zum Wintersemester wieder geöffnet. Sie liegt in einem von der Armee kontrollierten Stadtviertel. Andere Bezirke werden seit Juli von Aufständischen kontrolliert.

Vize-Außenminister Dschihad Mokdad sagte unterdessen in einem BBC-Interview, es sei vollkommen legitim, wenn sich Staatschef Baschar al-Assad 2014 erneut zur Wahl stelle. "Warum sollten wir das ausschließen?" Letztlich werde an den Wahlurnen über die Zukunft Syriens entscheiden. Assad regiert das Land seit 2000. Der im Februar vergangenen Jahres angenommenen Verfassung zufolge kann er noch zweimal kandidieren. Da eine Amtszeit sieben Jahre dauert, könnte er bis 2028 regieren. Russland sprach sich unterdessen dagegen aus, den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wegen möglicher Kriegsverbrechen in Syrien anzurufen. Das sei "kontraproduktiv" und würde die Lage nur noch verschlimmern, erklärte das Außenministerium. Es reagierte auf eine entsprechende Petition von 57 Staaten, die am Montag übersandt worden war. Russland ist ebenso wie der Iran ein Verbündeter Syriens. In Teheran hielt sich am Dienstag der syrische Ministerpräsident Wael al-Halaki zu Gesprächen mit der iranischen Führung auf.

kmi/AFP/DPA/DPA
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