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13. Mai 2007, 13:11 Uhr

Die "wilde Bestie" ist tot

Der Militärchef der afghanischen Taliban-Rebellen, Mullah Dadullahs, ist getötet worden. Der wegen seiner extremen Brutalität gefürchtete Taliban-Kämpfer galt als einer der gefährlichsten Gegner der Regierung in Kabul.

Die Leiche von Mullah Dadullah wird in Kandahar Journalisten präsentiert© DPA

Das US-Magazin Newsweek widmete Mullah Dadullah einst ein "Porträt der Brutalität", die britische BBC nannte ihn "den meistgefürchteten Kommandeur der Taliban". Auf den Schlachtfeldern Südafghanistans ist der etwa 40-Jährige der wichtigste Rebellenführer gewesen. Er galt als grausam, blutrünstig und gnadenlos. Am Sonntag stellte die afghanische Regierung im Gouverneurspalast in der früheren Taliban-Hochburg Kandahar seine einbeinige Leiche zur Schau. Mit Mullah Dadullahs Tod ist ihr der bislang schwerste Schlag gegen die Taliban seit deren Sturz Ende 2001 gelungen.

Mullah Dadullah war einer der größten Feinde der Regierung in Kabul und der internationalen Streitkräfte im Land. Als "Militärchef" der Taliban ist er für etliche Opfer unter afghanischen und ausländischen Truppen verantwortlich gewesen. Auch nach dessen Tod fand der Gouverneur Kandahars, Assadullah Khalid, nur hasserfüllte Worte für den Rebellenführer. "Er war eine wilde Bestie, die kein Menschenleben verschont hat", sagte der Gouverneur, während Neugierige sich vor seinem Büro um die Leiche mit dem schwarzen Bart und dem entstellten Gesicht versammelten. Mullah Dadullahs Tod werde die Taliban im umkämpften Süden des Landes "definitiv schwächen".

Feinde wurden enthauptet

Mullah Dadullahs Terrortruppe hatte zuletzt im März für internationales Entsetzen gesorgt, als sie den italienischen Journalisten Daniele Mastrogiacomo, den afghanischen Reporter Ajmal Naqshbandi und deren Fahrer verschleppte. Der Rebellenführer ließ Mastrogiacomo im Tausch gegen fünf inhaftierte Taliban-Kämpfer zwar frei. Naqshbandi und der Fahrer wurden aber enthauptet - wie zahlreiche andere "Feinde" und angebliche US-Spione zuvor. Mehrere Hinrichtungen ließ Mullah Dadullah filmen.

Mullah Dadullahs brutaler Ruf eilte ihm schon in den 90er Jahren voraus, als er Taliban-Truppen gegen die Nordallianz kommandierte. Westliche Reporter berichteten, Taliban-Gegner seien vor Angst desertiert, wenn Mullah Dadullah vor einem Angriff über Megafon verkündete, er sei der Befehlshaber. Dass er in den 80er Jahren im Widerstand gegen die sowjetischen Besatzer in Afghanistan ein Bein verlor, tat seinem Kampfeswillen keinen Abbruch. Mit einer Holzprothese kehrte er auf das Schlachtfeld zurück.

Zu brutal für die Taliban

Bei einem Massaker an Hasaras, einer schiitischen Minderheit, soll Mullah Dadullah im Jahr 1998 so grausam vorgegangen sein, dass ihn der selber nicht als zimperlich geltende Taliban-Chef Mullah Omar des Kommandos enthob. Dauerhaft konnte Mullah Omar auf seinen Furcht einflößenden Kommandeur aber nicht verzichten. Schon ein Jahr später kämpfte Mullah Dadullah, der dem Kakra-Stamm in Belutschistan im Südwesten Pakistans angehörte, wieder an vorderster Front.

Bei der US-geführten Offensive nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde Mullah Dadullah mit seinen Truppen von der Nordallianz in der nordafghanischen Provinz Kundus eingekesselt, wo heute die Bundeswehr stationiert ist. Der Legende nach - die zu seinem Heldenruhm bei den Taliban beitrug - lehnte der Kommandeur es ab, sich zu ergeben. Stattdessen, so heißt es, sei ihm die Flucht gelungen. Weniger ruhmreich klingt die Variante, Mullah Dadullah habe damals seine Truppen im Stich gelassen und sich mit Schmiergeld bei einem Nordallianz-Führer freies Geleit erkauft.

Rekrutierungskampagne für den Dschihad

Mullah Dadullah schlug sich nach Pakistan durch. In Quetta - der Hauptstadt seiner Heimatprovinz Belutschistan, die immer wieder als Sitz der Taliban-Führung gehandelt wird - sollen nach einem Bericht von "Newsweek" seine beiden Frauen und drei Kinder wohnen. Im Juni 2003 ernannte der untergetauchte Mullah Omar seinen engen Mitstreiter zum Mitglied des zehnköpfigen Taliban-Rates. Die pakistanische Zeitschrift "Newsline" berichtete 2003, Mullah Dadullah habe in Belutschistan im Auftrag Mullah Omars "eine Rekrutierungskampagne für den Dschihad", den Heiligen Krieg, begonnen.

Die Kampagne trug Früchte, die Taliban gruppierten sich um. Das vorige Jahr, in dem Mullah Dadullah nach Südafghanistan zurückgekehrt sein soll, war das gewaltsamste seit dem Sturz des Taliban-Regimes. Die Erfolge der Rebellen machten den Kommandeur selbstbewusst. Die Taliban seien nicht mehr schwach, prahlte er in einem Interview noch wenige Wochen vor seinem Tod. "Wir werden den Juden und Christen eine schändliche Niederlage bereiten."

Can Merey/DPA

 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
042020 (14.05.2007, 20:18 Uhr)
gmathol
von woher hast du den alles diese
information. wie fliegende gaskammern usw. lass mich das doch mal auch wissen ?
gmathol (14.05.2007, 09:14 Uhr)
Amerikanische Leichenschaender...
...so ein blutruenstiger Killer der auf einem Bein herumhuepfen musste, wurde nun endlich erlegt.
Der Westen stellt fuer mich seid die Bush Junta in Washington regiert, alle Werte der Menschlichkeit infrage.
Auch sind die fliegenden "Gaskammern=Amerikanische Airforce" weitaus blutruenstiger und haben mindestens mehr als eine halbe Million Iraqer feige verbrannt.
Wer von Blutrunst spricht, sollte die Feuerstuerme von Fallujah der US-Airforce nicht unerwaehnt lassen. In Fallujah wurden alle Maenner die aelter als 20 Jahre waren ausgesondert und von Amis erschossen.
Noch weitere Fragen? Woran erinnert uns dieses Verhalten? Waffen SS? Wehrmacht? Zumindestens gelten die Taten dieser Gruppen in Deutschland nicht mehr als Heldentaten, in Amerika gilt das Abschlachten von Zivilisten als Heldentat, das kann man immer wieder in der Presse hoeren, sehen und lesen.
screne (14.05.2007, 09:09 Uhr)
Bild zeigen = nicht richtig
@freakshow: Wer bestimmt, was jemand "verdient" hat? Wenn die Taliban Bush entführen, ermorden und im Fernsehen zeigen - ist es dann auch das, was er "verdient" hat? Ich denke nicht, auch wenn ich den Herrn Bush nicht mag.
freakshow (13.05.2007, 23:46 Uhr)
Kein Mitleid
Ich finde es nicht schlimm dieses Bild zu zeigen. Yeltsin sah man ja auch tot in seinem Sarg liegen. Ich finde JEDER bekommt am Ende, das was er verdient. Schließlich war der Mullah an mindestens einem Massaker beteiligt. Verspüre absolut kein Mitleid.
haviii (13.05.2007, 20:17 Uhr)
ist doch gut zu sehen
das es noch sowas wie gerechtigkeit gibt 8)
glorioso (13.05.2007, 18:25 Uhr)
Bild
Ich finde es sehr erschreckend das der Stern mit dem Bild eines Toten Menschen ihre Artikel aufmacht. Vorallem weil es offensichtlich ist das dieser einen sehr gewaltsamen Tod hatte, und diese Seite auch von Heranwachsenden besucht wird.
Ich verabscheue die Aktionen der Al-Kaida, allerdings denke ich nicht das der Tod eines ihrer Anführer in dieser Art (Foto) "anzupreisen" ist. Wir sind hier nicht in den USA...!!
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