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Bewaffnete haben in Pakistan erneut Tanklastzüge mit Treibstoff für die NATO-Truppen in Afghanistan angegriffen.
Ein Minister, ein Staatssekretär, ein Generalinspekteur der Bundeswehr - schon drei Männer hat die Affäre um den Luftangriff von Kundus ihr Amt gekostet. Folgt nun Verteidigungsminister Guttenberg?
Im Bundestag, am Brandenburger Tor, auf Wahlplakaten - die Linkspartei brüllt "Raus aus Afghanistan". Das fatale Bombardement der Tanklastzüge am Hindukusch hat ihren Wahlkampf erst richtig angeheizt. Die anderen Parteien schauen betroffen zu.
Bis zu 142 Menschen sind bei dem Angriff auf zwei Tanklastzüge in Kundus ums Leben gekommen. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hält die umstrittene Luftattacke für "angemessen", berichtet allerdings auch von Fehlern.
Jetzt steht fest: Der tödliche Luftschlag auf zwei von den Taliban entführten Tanklaster ist von der Bundeswehr veranlasst worden. Nach Bundeswehr-Angaben sind dabei mehr als 50 Menschen gestorben, andere Quellen sprechen sogar von bis zu 150 Opfern. Es besteht die Befürchtung, dass viele Zivilisten unter den Toten sind.
Für die schweren Tanklastzüge gibt es auf den schneeglatten Straßen oft kein Durchkommen mehr, ersten Tankstellen geht daher der Treibstoff aus. Auch heute gab es wieder zahlreiche Unfälle, auf der A 20 erwischte es gleich fünf Polizeifahrzeuge in kürzester Zeit.
Der Vorfall ereignete sich bereits am Freitag: In der Provinz Helmand, in der Isaf-Soldaten gegen die Taliban kämpfen, schlug eine Rakete in einem Dorf ein. Wie Kabul jetzt bestätigte, starben dabei bis zu 45 Zivilisten. Unklar ist, wer die Rakete abfeuerte.
Schlag im Kampf gegen die Taliban: Der "Schattengouverneur" der Region Kundus wurde bei einem Luftschlag getötet. Nach afghanischen Angaben starben vier weitere Aufständische.
Der mit großem Bohei inszenierte Untersuchungsausschuss zum Luftangriff von Kundus könnte schon am Freitag Geschichte sein. Aus Reihen der Union wird eine rasche Einstellung des Ausschusses gefordert. Grund ist eine Entscheidung der Bundesanwaltschaft.
Es klingt wie Wortklauberei, ist völkerrechtlich aber ein großer Unterschied: Die Bundesregierung will die Bundeswehr-Mission in Afghanistan künftig als Einsatz in einem "nichtinternationalen bewaffneten Konflikt" einstufen. Der Luftangriff auf gekaperte Tanklastzüge bei Kundus müsste dann ebenfalls neu bewertet werden.
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