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2. November 2008, 10:09 Uhr

Falscher Sarkozy führt Palin aufs Glatteis

Die republikanische US-Vize-Kandidatin Sarah Palin hat sich bei einem Telefonscherz hinters Licht führen lassen. "Ich glaube, Sie werden eines Tages auch Präsidentin", sagte ein kanadischer Komiker, der sich am Telefon als der französische Präsident Nicolas Sarkozy ausgab. Palins Antwort kam prompt.

Sarah Palin würde gerne mit Sarkozy auf die Jagd gehen© Steve Helber/AP

Sarah Palin ist am Telefon einem kanadischen Radio-Komiker auf den Leim gegangen, der sich als der französische Staatschef Nicolas Sarkozy ausgab. Die Kandidatin für die US-Vizepräsidentschaft merkte selbst nach mehreren Hinweisen nicht, dass der Anrufer sie aufs Glatteis führte. Als Komiker Marc-Antoine Audette ihr damit schmeichelte, dass sie eines Tages eine gute Präsidentin abgeben würde, lachte die Republikanerin und sagte: "Vielleicht in acht Jahren".

Ansonsten plauderte die Gouverneurin von Alaska mit Sarkozy unter anderem über dessen "schöne Frau" Carla Bruni und über die Gefahr, mit Vizepräsident Dick Cheney auf die Jagd zu gehen. Cheney schoss 2006 auf der Jagd versehentlich einen Freund mit seiner Schrotflinte an. In Anspielung auf Palins Aussage, sie sei kein Neuling in der Außenpolitik, weil man Russland von Alaska aus sehen könne, erklärte der Anrufer: "Wir haben einiges gemeinsam." Er könne nach Belgien blicken.

Der Telefonscherz wurde am Samstag von einer Radiostation in Québec veröffentlicht, er soll am Montag gesendet werden. Palins Sprecherin Tracey Schmitt bestätigte das Telefongespräch. Palin sei "ein bisschen belustigt" gewesen, zu wissen, dass auch sie nun zur langen Liste derjenigen gehöre, die bei ähnlichen Gelegenheiten reingelegt wurden. Auch Sarkozy habe es schon erwischt. "C'est la vie" (So ist das Leben), sagte die Sprecherin weltgewandt.

Der Komiker hatte ein paar grobe Schnitzer eingebaut, die Palin eigentlich stutzig machen sollten. Audette sagte als Sarkozy, dass der Sänger Johnny Hallyday sein Amerika-Berater sei. Zudem sprach er vom kanadischen Sänger Steph Carse als Ministerpräsidenten - doch der heißt Stephen Harper. Audette sagte Palin auch, dass er gerne jagen gehe. "Wir sollten zusammen auf die Jagd gehen", zeigte sich Palin aufgeschlossen für den scheinbar französischen Charme. "Ich denke, wir könnten Arbeit erledigen und zusammen viel Spaß haben - zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen." Auch als Audette alias Sarkozy sagte, seine Frau Carla Bruni sei "so heiß im Bett", schöpfte Palin noch keinen Verdacht. Er erklärte der US-Politikerin, seine Frau habe für sie einen Song über "Joe, den Klempner" geschrieben, der zuletzt im US-Wahlkampf als Otto-Normal-Verbraucher immer wieder zur Sprache kam. Auf die Frage, ob "Joe, der Klempner" denn ihr Mann sei, reagierte Palin offenbar nicht. Weiter sagte der falsche Sarkozy Palin, er habe den "Dokumentarfilm" über sie sehr geschätzt und erwähnte dabei den Titel eines Pornofilms vom "Hustler"-Gründer Larry Flynt. Darauf sagte Palin etwas unsicher: "Oh, gut, danke, ja."

Daraufhin ließ Audette seine falsche Identität fallen und enthüllte seinen Sender. "Oh, wir wurden hereingelegt?" fragte Palin, bevor sie den Hörer einer Mitarbeiterin gab. Später zeigte sich Audette etwas betreten: "Ich hoffe, wir bekommen dafür keine Fahrkarte nach Guantanamo." Audette hat zusammen mit seinem Partner Sebastien Trudel auch schon Mick Jagger, Bill Gates oder den ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac reingelegt. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama sollte gegen Audette und Co. gewappnet sein: "Ich bin froh, dass wir unsere Anrufe prüfen, bevor wir das Telefon an Barack Obama weitergeben", sagte sein Sprecher zu Palins Missgeschick.

AP
 
 
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