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31. März 2009, 16:56 Uhr

Taliban kündigen Anschlag auf Washington an

Die Taliban suchen weiter die Konfrontation mit den USA: Der pakistanische Führer der Islamisten, Baitullah Mehsud, hat mit einem baldigen Angriff in Washington gedroht, "der jeden in der Welt verblüffen wird". Zugleich bekannten sich die Taliban zu dem Überfall von Montag auf Polizeischüler in Pakistan.

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Taliban-Führer Baitullah Mehsud (l.): Die USA haben auf den Islamisten, hier bei einem Interview im Mai 2008, fünf Millionen Dollar Kopfgeld ausgesetzt© AP

Die radikal-islamischen Taliban haben den USA mit einem verheerenden Anschlag in Washington gedroht. Der pakistanische Taliban-Führer Baitullah Mehsud sagte der Nachrichtenagentur AP am Dienstag, es werde schon bald einen Angriff in Washington geben, "der jeden in der Welt verblüffen wird".

Zugleich bekannten sich die Islamisten zu dem Überfall auf eine Polizeiakademie in Pakistan, bei dem am Montag neun Menschen getötet wurden. Der Anschlag in Lahore sei eine Vergeltung für die wiederholten Angriffe der USA auf islamische Fundamentalisten im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan.

Bei dem Überfall in Lahore wurden sieben Polizeianwärter und zwei Zivilpersonen getötet. Die Täter nahmen etwa 35 Geiseln. Vier Angreifer wurden nach mehreren Stunden von Sicherheitskräften überwältigt, drei weitere sprengten sich nach Polizeiangaben selbst in die Luft.

Die US-Regierung hat auf Mehsud ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Der Taliban-Kommandeur wird zusammen mit weiteren Kämpfern in der pakistanischen Provinz Süd-Waziristan im Grenzgebiet zu Afghanistan vermutet.

USA umwerben friedenswillige Taliban-Kämpfer

Die USA treiben unterdessen mit Friedensangeboten an Taliban-Kämpfer ihre neue Afghanistan-Politik voran. Aussteigewilligen Extremisten müssten ehrenhafte Formen der Aussöhnung garantiert werden, forderte US-Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag bei der internationalen Afghanistan-Konferenz in Den Haag. Die Versuche der afghanischen Regierung müssten unterstützt werden, jene Aufständischen von den Taliban und der Al-Kaida zu lösen, die sich den Extremisten nicht aus Überzeugung, sondern aus Verzweiflung angeschlossen hätten, sagte Clinton. Auch die Rückkehr in ein ziviles Leben müsse gefördert werden. Afghanistans Präsident Hamid Karsai pochte auf die Federführung seiner Regierung bei einer Annäherung an die radikal-islamische Gruppierung.

Die Afghanistan-Konferenz der Vereinten Nationen sollte nach Wegen suchen, wie die Kämpfe am Hindukusch beigelegt werden können. Die Taliban und das mit ihr verbündete Extremistennetzwerk Al-Kaida gewinnen zunehmend wieder an Boden, seitdem sie unter Führung der USA nach den Anschlägen von 11. September 2001 von der Macht vertrieben wurden. Auch im benachbarten Pakistan gewinnen sie an Einfluss.

Die USA wollen das Blatt unter anderem mit einer befristeten Truppenaufstockung und der Zusammenarbeit mit den Mächten der Region wenden. US-Präsident Barack Obama hatte deshalb in Abkehr von der bisherigen Politik eine Teilnahme der Islamischen Republik an der Konferenz befürwortet.

AP/Reuters
 
 
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