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Al Kaida droht Paris mit neuen Anschlägen

Rund 53 Stunden lang befand sich Frankreich im Ausnahmezustand. Am Freitagnachmittag fand die Jagd nach den islamistischen Attentätern ein blutiges Ende. Die Chronologie des Dramas im Rückblick.

Zwölf Menschen wurden am Mittwoch beim Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" getötet, elf weitere verletzt. Drei Tage später hat die Polizei die mutmaßlichen Haupttäter, die Brüder Chérif und Said Kouachi, in der Stadt Dammartin-en-Goële nördöstlich von Paris in einer Druckerei gestellt und erschossen.

Auch in Paris wurde die Geiselnahme in einem jüdischen Lebensmittelgeschäft gewaltsam beendet. Die Lage im stern-Newsticker. (Hier finden Sie die Ereignisse von #link; http://www.stern.de/2164521.html;Mittwoch# und Donnerstag)

+++ 00.04 Uhr: Al-Kaida-Ableger droht mit weiteren Anschlägen +++

Nach den islamistischen Anschlägen im Großraum Paris droht der Ableger des Terrornetzwerks Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap) mit weiterer Gewalt in Frankreich. "Ihr werdet nicht mit Sicherheit gesegnet sein, so lange ihr Allah, seinen Verkünder und die Gläubigen bekämpft", sagt ein ranghoher Vertreter von Aqap in einem Video, das von dem auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierten US-Unternehmen Site veröffentlicht wird. Die beiden Brüder Chérif und Said Kouachi, die den Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" verübten, sollen Verbindungen zu Aqap gehabt haben.

+++ 23.31 Uhr: Pariser Geiselnehmer hatte Sprengstoff dabei +++

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Pariser Geiselnehmer Amedy Coulibaly eine größere Menge an Sprengstoff bei sich.

+++ 23 Uhr: In Karton versteckter Mann informierte Polizei über Terroristen +++

Beim Überfall der beiden mutmaßlichen "Charlie-Hebdo"-Attentäter auf eine Druckerei nordöstlich von Paris konnte sich ein Mann in einem Karton verstecken und per Telefon die Fahnder informieren. Die beiden Terroristen, die sich in einem anderen Teil des Industriegebäudes aufhielten, hätten den Mann nicht entdeckt, der inzwischen als Held gefeiert werde, berichtet der TV-Sender BFMTV. Der Mann habe die Polizei detailreich über die Örtlichkeit informiert.

+++ 22.20 Uhr: Neues Video zeigt Polizeizugriff in Paris +++

Ein neues Amateurvideo, das der französische Sender France 2 ausstrahlt, zeigt eine neue Perspektive des Polizeizugriffs während der Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt in Paris.

+++ 21.45 Uhr: Polizei sucht nach Komplizin +++

Die Polizei sucht immer noch nach einer möglichen Komplizin des Pariser Geiselnehmers Coulibaly. Ihr Name ist Hayat Boumeddiene und sie ist 26 Jahre alt.

+++ 21.30 Uhr: Hollande hat über Doppelschlag entschieden +++

François Hollande hat nach den Worten von Regierungschef Manuel Valls selbst über den Doppelschlag der Polizei gegen die Terroristen entschieden. Valls erklärt, man stehe im Kampf gegen den Terrorismus vor einer beispiellosen Herausforderung. Der Sozialist verspricht, die Taten vollständig aufzuklären. Die Opfer und ihre Familien hätten ein Recht auf die Wahrheit. Der konservative Ex-Präsident Nicolas Sarkozy sagt am Abend, Barbaren hätten Frankreich den Krieg erklärt.

+++ 21 Uhr: Mindestens vier Polizisten verletzt +++

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve bestätigt gegenüber der Zeitung "Le Monde", dass bei der Geiselnahme im jüdischen Supermarkt vier Polizisten verletzt wurden.

+++ 20.40 Uhr: Polizei belauscht Pariser Geiselnehmer +++

Die Polizei hat bei der Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt in Paris live mitgehört, weil der Terrorist ein Telefon nicht richtig aufgelegt hatte. Wie französische Medien unter Berufung auf Ermittler am Freitagabend berichteten, unterlief dem Geiselnehmer Amedy Coulibaly das Missgeschick, als er von einem Telefon im Laden einen Bekannten anrief. Dadurch wussten die Beamten genau, was der Attentäter vorhatte. Sie entschlossen sich laut Agentur AFP kurz nach 17.00 Uhr zum Zugriff, als sich der Geiselnehmer etwas entspannte. Der Sender BMFTV berichtete, der Angriff begann, als Coulibaly Gebete sprach. Im Zuge der Schießerei, Geiselnahme und Befreiung starben fünf Menschen - einschließlich des Täters.

+++ 20.27 Uhr: Hollande spricht von "Tragödie für die Nation +++

François Hollande bezeichnet die doppelte Geiselnahme durch Terroristen als "Tragödie für die Nation". In einer im Fernsehen live übertragenen Rede an die Nation spricht Hollande mit Blick auf die Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt von einem "antisemitischen Akt". Der Staatschef lobt die Sicherheitskräfte, die die Geiselnahmen in Paris und nordöstlich der Hauptstadt professionell und effektiv beendet hätten. Er fordert die Franzosen auf, bei dem Solidaritätsmarsch für die Opfer der Terroristen am Sonntag mitzumachen und für Freiheit, Demokratie und Pluralismus einzutreten.

+++ 20.14 Uhr: War eine Frau in die Geiselnahme involviert? +++

Es bleibt unklar, wo die Freundin des getöteten Geiselnehmers von Paris, Amedy Coulibaly, ist. Sie soll in die Schießerei mit der Polizistin am Donnerstag in Paris verwickelt gewesen sein. Französische Medien spekulieren auch darüber, dass sie auch in die Geiselnahme in dem jüdischen Supermarkt verwickelt sein könnte.

+++ 19.40 Uhr: Täter angeblich von Al Kaida und IS beauftragt +++

Der "Charlie Hebdo"-Attentäter Chérif Kouachi ist nach eigenen Angaben vom Terrornetzwerk Al Kaida im Jemen beauftragt und finanziert worden. Kouachi sagte dies in einem Telefongespräch am Freitag dem französischen Sender BFMTV, bevor er bei einem Einsatz von Elite-Polizisten erschossen wurde. Demnach wurde er in der Vergangenheit unter anderem von dem radikalislamischen US-Geistlichen Anwar al-Awlaki finanziert, der 2011 bei einem Drohnenangriff getötet worden war.

Der Islamist Amedy Coulibaly, der in einem jüdischen Supermarkt mehrere Geiseln genommen hatte, sagte ebenfalls vor seinem Tod zu BFMTV, er gehöre zur Dschihadisten-Gruppe Islamischer Staat (IS) und habe sich mit den "Charlie Hebdo"-Attentätern abgestimmt.

+++ 19.20 Uhr: IS droht mit weiteren Anschlägen +++

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) droht mit einer größeren Terrorkampagne und weiteren Angriffen in Europa und den USA. "Wir haben mit der Operation in Frankreich begonnen, für die wir die Verantwortung übernehmen", sagt der IS-Prediger Abu Saad al-Ansari nach Angaben von Anwesenden beim Freitagsgebet in einer Moschee der nordirakischen Stadt Mossul. "Morgen werden es Großbritannien, die USA und andere sein."

+++19.05 Uhr: Cameron, Rajoy, Renzi nehmen an Pariser Solidaritätsmarsch teil +++

Großbritanniens Premierminister David Cameron und Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy nehmen am Solidaritätsmarsch für die Opfer des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris teil. Er habe die Einladung von Frankreichs Präsident François Hollande angenommen, teilt Cameron am Freitag über Twitter mit. Die staatliche spanische Nachrichtenagentur efe berichtete, Rajoy habe Paris außerdem die Bereitschaft Spaniens zur Zusammenarbeit "bei allem, was zur Bekämpfung des Terrorismus nötig ist" zugesagt. Auch Italines Premierminister Matteo Renzi kündigt via Twitter sein Kommen an.

+++ 18.20 Uhr: Medien berichten von zwei Geiselnehmern in Paris +++

An der Geiselnahme in Paris sollen neuen französischen Medienberichten zufolge zwei Personen beteiligt gewesen sein. Beide seien getötet worden und gehörten zu den aus Polizeikreisen gemeldeten fünf Todesopfern. Die drei anderen Opfer seien Geiseln, die bereits zu Beginn der Geiselnahme getötet worden seien. Offizielle Bestätigungen für die Meldungen gibt es bislang nicht.

+++ 18.11 Uhr: Vier Schwerverletzte in Paris +++

Beim Einsatz gegen den Geiselnehmer in Paris sollen auch vier Personen schwer verletzt worden sein, meldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Sicherheitskräfte.

+++ 18.02 Uhr: Vier Geiseln in Paris offenbar tot +++

Bei dem Sturm auf das jüdische Lebensmittelgeschäft in Paris sind nach Angaben aus Polizeikreisen mindestens vier Geiseln getötet worden.

+++ 17.41 Uhr: Kouachi-Brüder sollen Polizei angegriffen haben +++

Medienberichten zufolge sollen die mutmaßlichen Attenttäter von Paris die Druckerei in Dammartin in der sie sich verschanzt hatten, verlassen und die Einsatzkräfte angegriffen haben, bevor sie von den Spezialtruppen erschossen wurden. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.

+++ 17.29 Uhr: Auch Geiselnehmer von Paris getötet +++

Medienberichten zufolge hat eine Spezialtruppe der Polizei auch den Geiselnehmer in dem jüdischen Supermarkt in Paris erschossen. Die Einsatzkräfte konnten mehrere Geiseln in Sicherheit bringen, wie auch auf dem von AFP auf Twitter verbreiteten Bild zu sehen ist.

+++ 17.22 Uhr: Mutmaßliche "Charlie Hebdo"-Attentäter getötet +++

Die beiden mutmaßlichen "Charlie Hebdo"-Attentäter sind bei dem Polizei-Einsatz nördlich von Paris getötet worden. Das verlautet aus Ermittlerkreisen. Die Geisel der beiden mutmaßlichen Islamisten sei frei und unversehrt.

+++ 17.14 Uhr: Zugriff auch in Paris +++

Auch am Schauplatz der Geiselnahme in einem jüdischen Lebensmittelgeschäft in Ost-Paris melden Reporter Schüsse und Explosionen. Mindestens vier Detonantionen seien zu hören, berichtet ein Reuters-Reporter.

+++ 17.05 Uhr: Polizei stürmt Druckerei +++

Spezialkräfte haben die in einer Druckerei verschanzten mutmaßlichen Attentäter von Paris angegriffen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Ermittlerkreise hätten von einem Zugriff der Elite-Einheit GIGN gesprochen.

+++ 17 Uhr: Schüsse und Explosionen in Dammartin-en-Goële +++

Am Gebäude, in dem sich die mutmaßlichen Attentäter auf "Charlie Hebdo" verschanzt halten, sind Schüsse gefallen. Zudem waren mehrere Explosionen zu hören und Blitze zu sehen.

+++ 16.26 Uhr: Geiselnehmer warnt angeblich vor Sturm auf Kouachi-Brüder +++

Der Kidnapper in Paris soll damit gedroht haben, seine Geiseln zu töten, wenn die Polizei gegen die in der Druckerei in Dammartin-en-Goële verschanzten Brüder Chérif und Said Kouachi vorgeht. Das Berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Polizei. Der Informant, der nicht autorisiert gewesen sein soll, sich öffentlich zu der Lage zu äußern, habe die Geiselnahme in Paris und die Situation in Dammartin-en-Goële als "eindeutig miteinander verbunden" bezeichnet.

+++ 15.30 Uhr: Prinz Harry kondoliert Opfern +++

Großbritanniens Prinz Harry bekundet sein Mitgefühl mit den Opfern des Anschlags auf "Charlie Hebdo" und trägt sich ins Kondolenzbuch der französischen Botschaft in London ein. Er unterschreibt "mit den wärmsten und besten Wünschen". Auch die Namen von Londons Bürgermeister Boris Johnson und Innenministerin Theresa May stehen bereits im Kondolenzbuch. US-Präsident Barack Obama hatte seinen Eintrag in das Kondolenzbuch in der französischen Botschaft in Washington mit "Vive la France!" (Es lebe Frankreich!) beendet.

+++ 15.34 Uhr: Polizei bringt Anwohner in Sicherheit +++

Spezialkräfte der Polizei evakuieren nach der Geiselnahme in dem Pariser Lebensmittelladen umliegende Wohnungen und Büros.

+++ 14.44 Uhr: Dieter Nuhr bedankt sich für Mohammed-Karikaturen +++

Comedian Dieter Nuhr, der selbst für islamkritische Witze angefeindet wurde, bedankt sich bei Zeitungen für den Abdruck von Mohammed-Karikaturen. Auf seiner Facebookseite beklagt er zugleich einen "Kreislauf aus Shitstorm und Hysterie". "Jetzt ist man wieder zwei Wochen lang entsetzt. Und dann ist man wieder islamophob, wenn man die Freiheit hochhält, weil sich in Dresden die konservativen Dümpflinge jeden Montag mit den Nazis gemein machen."

Nuhr weiter: "Die ersten fragen schon wieder: Kann man jetzt noch Witze machen? Ja, muss man sogar! Denn das ist es, was uns von den Zivilisationsfeinden unterscheidet. Die glauben, Spaß gibt es im nächsten Leben, wir sagen: Nein, jetzt schon ein bisschen ist auch nicht schlecht!"

+++ 14.24 Uhr: Laut Ermittlern zwei Todesopfer in Paris +++

Bei der Schießerei und anschließenden Geiselnahme in einem Pariser Geschäft gab es zwei Todesopfer, wie mehrere Medien sowie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Ermittler berichten. Der Täter soll mit mindestens einem Kalaschnikow-Schnellfeuergewehr bewaffnet sein. Es soll sich um den Mann handeln, der gestern südlich von Paris eine Polizistin erschossen hat. Die Polizei hatte nach dem Anschlag mithilfe dieses Fahndungsaufrufes nach ihm und einer 26 Jahre alten Frau gesucht.

+++ 13.55 Uhr: Offenbar mindestens fünf Geiseln in Paris +++

Der Geiselnehmer im Osten von Paris hat laut mehrerer Nachrichtenagenturen mindestens fünf Menschen in seiner Gewalt. Das hätten Ermittlerkreise mitgeteilt, heißt es.

+++ 13.49 Uhr: Offenbar Frauen und Kinder unter Pariser Geiseln +++

Laut einem französischen Medienbericht sollen sich unter den Geiseln in dem koscheren Geschäft in Paris Frauen und Kinder befinden. Ein Augenzeuge berichtet, mehrere Menschen hätten sich in seine Werkstatt geflüchtet, nachdem Schüsse gefallen seien.

+++ 13.37 Uhr: Geiselnehmer in Paris womöglich Täter von Montrouge +++

Die Geiselnahme im Osten von Paris spielt sich in einem Lebensmittelladen für koschere Produkte ab, heißt es aus Ermittlerkreisen. Der Täter könnte der Mann sein, der gestern südlich von Paris eine Polizistin erschossen hat.

+++ 13.30 Uhr: Schießerei im Osten von Paris +++

Die Nachrichtenagentur AFP meldet unter Berufung auf Ermittler, es habe im Osten von Paris eine Schießerei und eine Geiselnahme in einem Geschäft gegeben. Eine Person soll verletzt worden sein.

+++ 13.04 Uhr: Polizei versucht Kontakt mit Attentätern aufzunehmen +++

Der Sprecher des französischen Innenministeriums teilt auf Twitter mit, ein Team von Verhandlungsspezialisten versuche Kontakt mit den Geiselnehmern herzustellen. Das Wichtigste sei jetzt, mit den mutmaßlichen Attentätern ins Gespräch zu kommen. Es könne nicht mit Sicherheit bestätigt werden, dass es Geiseln gebe.

+++ 12.54 Uhr: Geiselnehmer wollen angeblich als Märtyrer sterben +++

Die Informationslage aus Dammartin-en-Goële ist unübersichtlich. In Medienberichten heißt es, die Polizei habe telefonisch Kontakt mit den Geiselnehmern in der Fabrik aufgenommen. Dieser soll zwischenzeitlich aber wieder abgebrochen sein. Der französische UMP-Abgeordnete Yves Bonami sagt unter Berufung auf Polizeiangaben, die mutmaßlichen Attentäter von Paris hätten Verhandlungen abgelehnt und wollten als Märtyrer sterben. Offizielle Bestätigungen gibt es dafür aber nicht.

+++ 12.35 Uhr: IS-Prediger übernimmt Verantwortung für Anschlag +++

Die Terrormiliz Islamischer Staat bezeichnet den Anschlag auf "Charlie Hebdo" als Start einer größeren Terrorkampagne mit weiteren Angriffen in Europa und den USA. "Wir haben mit der Operation in Frankreich begonnen, für die wir die Verantwortung übernehmen", sagt der IS-Prediger Abu Saad al-Ansari nach Angaben von Anwesenden beim Freitagsgebet in einer Moschee der nordirakischen Stadt Mossul. "Morgen werden es Großbritannien, die USA und andere sein." Die Drohung gelte für alle Länder des Bündnisses, das Luftangriffe auf den Islamischen Staat fliege.

+++ 12.28: Verbindung zwischen Anschlag und Mord an Polizistin

Zwischen dem Anschlag auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris und den tödlichen Schüssen auf eine Polizistin nahe der französischen Hauptstadt gibt es einen Zusammenhang. Es gebe eine "Verbindung" zwischen den mutmaßlichen Tätern der beiden Angriffe, teilen Polizeivertreter mit.

+++ 12.07 Uhr: Augenzeuge will Attentäter Hand geschüttelt haben +++

Laut dem französischen Radiosender France Info ist ein Augenzeuge aus Dammartin-en-Goële den Verdächtigen begegnet. Er sei am Eingang der Fabrik auf einen schwer bewaffneten Mann getroffen, der keine Uniform getragen habe, sagt der Zeuge. Dieser habe behauptet, er sei von der Polizei und ihm die Hand gegeben. Dann habe er gesagt: "Gehen Sie, wir bringen sowieso keine Zivilisten um." Daraufhin sei der Augenzeuge in seinem Wagen davongefahren. "Ich habe die Hand eines Terroristen geschüttelt", so der Mann.

+++ 12 Uhr: Polizei bittet Medien um Zurückhaltung +++

Die französische Polizei bittet die Medien, keine Bilder von dem Großeinsatz gegen die Attentäter zu zeigen. Ansonsten könnten die Terroristen womöglich wissen, wie sich die Sicherheitskräfte positionieren, heißt es auf einer Facebookseite der Sondereinheit GIPN. Die Gendarmerie bittet die Presse außerdem über Twitter, keine unbestätigten Informationen zu verbreiten.

+++ 11.36 Uhr: Einwohner sollen Häuser nicht verlassen +++

Die Bewohner von Dammartin-en-Goële sollen wegen des Anti-Terroreinsatzes ihre Häuser nicht verlassen. Kinder blieben in den Schulen und würden dort gesichert, heißt es auf der Internetseite des Ortes. Eine Augenzeugin berichtet im französischen Fernsehen: Man hat gesagt,"schließt die Türen ab, schließt die Fensterläden, bleibt zu Hause."

+++ 11.15 Uhr: Verdächtiger nach Tötung von Polizistin identifiziert +++

Nach der tödlichen Attacke auf eine Polizistin südlich von Paris ist der mutmaßliche Täter identifiziert. Zwei Menschen aus dem "sehr nahen Umfeld" des Verdächtigen seien bereits festgenommen worden, verlautet aus französischen Ermittlerkreisen. In Montrouge südlich von Paris hatte ein Mann gestern eine Polizistin erschossen und einen Mann schwer verletzt.

Laut Innenminister Bernard Cazeneuve kommen die Ermittlungen "voran". Geleitet werden sie von der Antiterror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft. Es besteht also der Verdacht, dass es sich um einen terroristischen Akt handelt.

+++ 10.44 Uhr: Geiselnehmer "so gut wie sicher" Attentäter +++

Das Innenministerium in Paris ist sich nach eigenen Angaben "so gut wie sicher", dass es sich bei den Geiselnehmern um die beiden Hauptverdächtigen des Anschlags in Paris handelt.

+++ 10.42 Uhr: Pisten am Pariser Flughafen offenbar gesperrt +++

Medienberichten zufolge sollen die französischen Behörden als Vorsichtmaßnahme mehrere Start- bzw. Landebahnen des Flughafens Charles de Gaulle geschlossen und Flugzeuge umgeleitet haben. Der Flughafen liegt in der Nähe des Ortes Dammartin-en-Goele, wo sich die mutmaßlichen Attentäter verschanzt haben.

+++ 10.28 Uhr: Mohammed-Karikaturist hilft "Charlie Hebdo" +++

Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard unterstützt "Charlie Hebdo" mit dem Verkauf einer Zeichnung mit dem Titel "Free Speech" (Redefreiheit). Über seine Galerie in Skanderborg vertreibt der 79-Jährige Däne eine neu gedruckte Auflage des Werkes, das 2009 entstanden war. "Ich mache das als Geste für die Kollegen bei "Charlie Hebdo"", sagt Westergaard dem dänischen Fernsehsender TV2 Østjylland.

Die Zeichnung hatte der Karikaturist ursprünglich für seine eigene Stiftung entworfen. Diese unterstützt Künstler, die Gewalt erleben oder verfolgt werden, weil sie ihre Meinung frei äußern. Westergaard lebt seit dem Streit um seine Mohammed-Karikaturen, die 2005 in der Zeitung "Jyllands-Posten" erschienen waren, unter Polizeischutz.

+++ 10.20 Uhr: Staatsanwaltschaft dementiert Bericht über Toten +++

Die Pariser Staatsanwaltschaft dementiert, dass es bei der Jagd nach den Attentätern ein Todesopfer gegeben hat. Dies hatten zuvor französische Medien berichtet.

+++10.05 Uhr Medien berichten von einem Toten und mehreren Verletzten +++

Bei der Jagd auf die Attentäter soll es französischen Medien zufolge mindestens einen Toten und mehrere Verletzte gegeben haben. In einigen Berichte ist von 2 Toten und 20 Verletzten die Rede. Zehn Personen sollen in einer Fabrik als Geiseln genommen worden sein. Offiziell bestätigt sind die Angaben bislang nicht.

+++ 9.43 Uhr: Geiselnahme bei Verfolgung von Verdächtigen +++

In der Stadt Dammartin-en-Goele nördöstlich von Paris gibt es eine Geiselnahme. Sie sei noch im Gange, berichten die Ermittler. Zuvor gab es Schüsse in der Nähe des Ortes bei der Jagd der Polizei nach den zwei Verdächtigen. Zwei Verdächtige wurden auf der Nationalstraße 2 verfolgt.

+++ 9.13 Uhr: EU-Gipfel will über Antiterrorkampf beraten +++

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) wollen am 12. Februar bei einem Gipfel über den Kampf gegen den Terrorismus beraten. Dies teilt der EU-Ratsvorsitzende Donald Tusk in der lettischen Hauptstadt Riga mit. Für den 12. und 13. Februar war bisher bereits ein informelles Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs geplant gewesen.

+++ 8.50 Uhr: Ausschluss der Rechtsextremen aus Solidaritätsmarsch sorgt für Streit +++

Der Ausschluss der rechtsextremen Front National (FN) von einem Solidaritätsmarsch am Sonntag spaltet das politische Frankreich. FN-Chefin Marine Le Pen und die konservative UMP Nicolas Sarkozys haben sich dagegen gewandt, dass die FN von den Organisatoren des Marsches nicht dazu eingeladen worden ist. Staatspräsident François Hollande will Le Pen am Freitag im Zuge seiner Konsultationen im Élysée-Palast empfangen. Zu dem Marsch am Sonntagnachmittag haben Parteien, Gewerkschaften und Menschenrechtsgruppen aufgerufen. Ob Hollande teilnimmt, ist offen.

+++ 8.40 Uhr: Suche nach Attentätern geht weiter +++

Die Großfahndung nach den beiden mutmaßlichen Tätern in Nordfrankreich geht weiter. Die ländliche Gegend 80 Kilometer nordöstlich von Paris war in der Nacht von Helikoptern abgesucht worden, berichtet der Sender BFM-TV. Am Freitagmorgen setzen Eliteeinheiten von Polizei und Gendarmerie ihre Suche nach den beiden schwer bewaffneten Brüdern Said und Chérif Kouachi in der waldreichen Region fort. Staatspräsident François Hollande will am Morgen mit seinem Krisenkabinett die Lage erörtern. Landesweit sind 88.000 Einsatzkräfte mobilisiert, um die beiden Attentäter zu fassen.

+++ 8.33 Uhr: Muslime-Zentralrat: Mohammed-Karikaturen gehören zur Pressefreiheit +++

Der Zentralrat der Muslime mahnt, sich mit islamkritischen Karikaturen friedlich auseinanderzusetzen. "Die Auseinandersetzung mit solchen Karikaturen kann nur auf humoristische, auf satirische, auf intellektuelle Weise sein. Eben mit dem Stift und sonst nichts anderes", sagt der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek im ZDF-"Morgenmagazin". Den Terroristen sei es auch gar nicht um die Satire gegangen. Sie hätten einen Anlass gesucht, um die Gesellschaft zu spalten.

+++ 7 Uhr: Religionsvertreter veröffentlichen gemeinsames Manifest gegen Gewalt +++

Vertreter von Christentum, Judentum und Islam veröffentlichen ein gemeinsames Manifest gegen Gewalt. "Im Namen Gottes darf nicht getötet werden", schreiben die Religionsvertreter in ihrer Erklärung in der "Bild". "Bibel, Tora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses."

Zu den Unterzeichnern gehören Alois Glück vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken, der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber und Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime. Außerdem sind die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Münchens und Oberbayerns, Charlotte Knobloch, sowie der frühere Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, beteiligt.

+++ 6 Uhr: Einsatz im Wald nicht erfolgreich +++

In der Nacht kommt die französische Polizei nicht voran - die Suche nach den Brüdern in einem Waldstück brechen die Einheiten am späten Donnerstagabend ab. Mehrere französische Medien berichteten, dass Polizeieinheiten in der Region bleiben sollen. Sie sollen weiter Straßen und Häuser kontrollieren.

+++ 4.17 Uhr: Vier Verletzte noch in ernstem Zustand +++

Von den 11 Verletzten wurden sieben ins Krankenhaus gebracht. Das hat die Gesundheitsbehörde der Region d'Ile-de-France bekannt gegeben, berichtet "LeMonde". Die vier Verletzten, die noch im Krankenhaus liegen, seien in einem ernsten Zustand. Aber ihr Gesundheitszustand ist den Angaben zufolge nicht mehr kritisch. Sie müssten jedoch unter Aufsicht bleiben.

+++ 3.49 Uhr: Guardian-Gruppe spendet "Charlie Hebdo" 128.000 Euro +++

Die britische Guardian-Mediengruppe sagt "Charlie Hebdo" ihre Hilfe zu. Wie der Chefredakteur der zu der Gruppe gehörenden Zeitung "The Guardian" auf Twitter mitteilt, sagt das Unternehmen der Zeitschrift eine Spende von 100.000 Pfund (rund 128.000 Euro) zu. Das Geld solle dazu dienen, "Charlie Hebdo" zu erhalten, so Alan Rusbridger. Zuvor hatten mehrere französische Medien ihre Hilfe versprochen.

+++ 2.15 Uhr: Obama schreibt Eintrag in Kondolenzbuch +++

US-Präsident Barack Obama kondoliert in der französischen Botschaft in Washington. "Als jahrhundertelange Verbündete stehen wir Seite an Seite mit unseren französischen Brüdern, um sicherzustellen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan und unser Lebensstil verteidigt wird", schreibt Obama in das dort ausliegende Kondolenzbuch. "Wir gehen zusammen weiter in dem Wissen, dass der Terror der Freiheit und den Idealen, für die wir stehen, nicht gewachsen ist." Seinen Eintrag schließt Obama mit den Worten: "Vive la France!" (Es lebe Frankreich!)

+++ 2.21 Uhr: Britischer Geheimdienst warnt vor schweren Anschlägen +++

Der Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 warnt vor Terroranschlägen mit einer großen Opferzahl in westlichen Ländern. Eine Kerngruppe militanter Islamisten in Syrien, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehe, plane derzeit umfangreiche "Angriffe gegen den Westen", sagt Andrew Parker vor Journalisten in London.

Besonders von Kämpfern, die aus Syrien in ihre Länder zurückkehrten und eine "verdrehte Ideologie mitbringen", gehe eine Gefahr aus, so Parker. Zwar sei der IS die derzeit offensichtlichste Bedrohung, allerdings seien auch Kämpfer, die Al-Kaida nahestünden, weiterhin eine Gefahr, sagt er.

+++ 1.47 Uhr: Gabriel ruft laut Bericht zu Großdemonstration auf +++

SPD-Chef Sigmar Gabriel ruft einem Pressebericht zufolge Parteien und Verbände zur einer gemeinsamen Großkundgebung in Berlin auf. Gabriel fordere ein "breites Bündnis", das für ein "friedliches und demokratisches Zusammenleben in Deutschland und Europa" demonstrieren solle, berichtet die "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe) vorab. Sie beruft sich auf einen Brief des SPD-Vorsitzenden an demokratische Parteien, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Sozialverbände, Religionsgemeinschaften und andere gesellschaftliche Gruppen. Die Schüsse der Attentäter in Paris hätten "nicht nur den direkten Opfern gegolten, sondern auch der Idee einer freien und offenen Gesellschaft", wird Gabriel zitiert.

+++ 1.13 Uhr: Mutmaßliche Attentäter von Paris standen auf US-Terrorliste +++

Die beiden mutmaßlichen Attentäter standen nach Angaben aus Washington als Verdächtige auf einer Terrorliste der USA. Ein Vertreter der Ordnungskräfte sagt der AFP, Chérif und Said Kouachi hätten "seit Jahren" auf den Überwachungslisten des Landes gestanden. Sie seien dort als Terrorverdächtige geführt worden und ihre Namen hätten auch auf der Flugverbotsliste gestanden, so der Vertreter, der anonym bleiben wollte. Damit war es den Brüdern verboten, in die USA zu fliegen.

Die "New York Times" berichtet unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter, dass einer der Männer, Said Kouachi, im Jahr 2011 "ein paar Monate" im Jemen verbrachte. Er habe in dem Land von Mitgliedern des dortigen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida unter anderem Schießtraining erhalten, berichtet die Zeitung.

+++ 0.31 Uhr: Schweigeminute im UN-Sicherheitsrat +++

Der UN-Sicherheitsrat würdigt die Opfer des Anschlags mit einer Schweigeminute. Der UN-Botschafter von Chile, Cristián Barros Melet, sagt, der Sicherheitsrat sei angesichts des "unerträglichen Angriffs" in "tiefer Trauer". Die Vertreter der 15 Mitglieder des UN-Gremiums erhoben sich und es wurde still im Sitzungssaal.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ruft zur Toleranz auf und erinnert unter anderem an das Schicksal eines Polizisten, der von den Attentätern am Mittwoch regelrecht hingerichtet worden war, als er vor dem Büro von "Charlie Hebdo" verletzt auf dem Boden lag. "Er war selbst Muslim", sagt Ban vor Journalisten am UN-Sitz. Er warnt vor einem "Religionskrieg".

+++ 0.15 Uhr: "Charlie Hebdo" nennt sich "Zeitschrift der Überlebenden" +++

Das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" begründet, warum die verbliebene Redaktion auch nach den Mordanschlag weitermachen will. Auf der Internetseite der Zeitschrift ist eine große gezeichnete Faust zu sehen, die einen Zeichenstift umgreift. Daneben steht, die Kraft der Karikatur sei stärker als die "Barberei". Am Mittwoch erscheint die neue Ausgabe.

+++ 23.40 Uhr: Paris-Attentäter war zu Terror-Training im Jemen +++

Einer der beiden islamistischen Attentäter von Paris ist nach Informationen des TV-Senders CNN zum Terror-Training im Jemen gewesen. Dort habe er vor wenigen Jahren an der Ausbildung örtlicher Al-Kaida-Einheiten teilgenommen. Dies hätten französische Sicherheitskräfte ihren US-Kollegen mitgeteilt, berichtet CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen.

Einzelheiten wurden nicht genannt. Zugleich heißt es, auch die USA hätten die beiden Attentäter im Visier gehabt. So hätten die beiden Franzosen unter anderen auf einer No-Fly-Liste gestanden, was ihnen Flüge in den USA untersagte. Im Jemen beherrscht die Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ganze Landstriche und verübt immer wieder schwere Anschläge, zuletzt vor allem auf die schiitischen Huthis.

+++ 23.25 Uhr: Attentäter soll eine Frau verschont haben +++

Nach Angaben der "Bild"-Zeitung soll einer der Attentäter eine Journalistin verschont haben, weil sie eine Frau ist. Die "Bild" zitiert die Überlebende folgendermaßen: "Er sagte zu mir: 'Hab keine Angst, beruhige dich. Ich werde dich nicht töten. Du bist eine Frau. Aber denke darüber nach, was du tust! Es ist nicht richtig‘". Zu seinem Bruder soll der Täter gesagt haben: "Wir erschießen keine Frauen! Das hat er drei Mal wiederholt".

ivi/mad/lie/feh/jen/AFP/DPA/Reuters/DPA/Reuters
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