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Polizei nimmt weitere vier Tatverdächtige fest

Am Tag, nachdem in Istanbul Urlauber durch eine Bombe getötet wurden, schwelt der Verdacht: War es ein gezieltes Attentat auf Deutsche? Angeblich hatte der Geheimdienst vor Attacken auf Touristen gewarnt. Der Tag im Rückblick.

  "Im Herzen bei Euch". Titel-Schlagzeile einer türkischen Zeitung am Tag nach dem Anschlag in Istanbul

"Im Herzen bei Euch". Titel-Schlagzeile einer türkischen Zeitung am Tag nach dem Anschlag in Istanbul

Es ist ein bange Frage: Traf der Bombenanschlag im historischen Zentrum von Istanbul gezielt deutsche Touristen? Oder sollte in erster Linie der Tourismus in der Türkei - eine Haupteinnahmequelle des Landes - getroffen werden? Noch gibt es offiziell keine Hinweise, die Antworten auf diese Fragen geben könnten. Eine türkische Zeitung berichtet aber, der Geheimdienst des Landes habe vor Terrorattacken auf Touristen gewarnt. Die Entwicklungen des Tages im Rückblick.

+++ 18.26 Uhr: Vier weitere Festnahmen +++

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagt in Istanbul, am Mittwoch sei es zu vier weiteren Festnahmen gekommen. Nach Angaben von Innenminister Efkan Ala ist ein erster Verdächtiger bereits am Dienstagabend festgenommen worden. Bei dem Anschlag am Dienstag waren zehn Deutsche getötet worden. Die türkische Regierung macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für die Tat verantwortlich, die sich bislang aber nicht dazu bekannt hat.

+++ 17.06 Uhr: Türkische Botschaft: "Tiefe Solidarität" mit Opfern +++

Die türkische Botschaft in Berlin bekundet ihre "tiefe Solidarität" mit den Opfern und deren Angehörigen. Alle Botschaftsmitarbeiter seien tief betroffen, teilt der Leiter der Kulturabteilung, Tahsin Yilmaz, der Deutschen Presse-Agentur mit. "Wir hoffen, dass unsere deutschen Gäste auch in Zukunft die große Gastfreundschaft der Türken und die Schönheit und Vielfalt der Türkei zu schätzen wissen." Die türkische Regierung werde alles tun, um die Hintergründe der "schrecklichen Tat" herauszufinden, und sie werde weiter Maßnahmen für den Schutz aller Menschen ergreifen, die in der Türkei leben und Urlaub machen.

+++ 17.03 Uhr: Keine Einschüchterung durch Attentat +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier will, dass Deutschland nach dem Terroranschlag von Istanbul Haltung bewahrt. "Deutschland darf und wird sich von Mord und Gewalt nicht einschüchtern lassen", sagt er im Bundestag.

+++ 16.37 Uhr: Türkei fliegt Angriffe auf PKK im Nordirak +++

Die Türkei bombardiert Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak. Insgesamt sechs Kampfflugzeuge seien bei einem Angriff auf PKK-Lager am Dienstagabend eingesetzt gewesen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die PKK-nahe Agentur Firat bestätigte, dass es Luftangriffe gegeben habe. Die Türkei hat sich dem internationalen Bündnis gegen den IS angeschlossen. Allerdings sind PKK-Stellungen immer wieder Hauptziel türkischer Luftangriffe. Nach dem Selbstmordanschlag wurden keine Luftangriffe auf die IS-Dschihadisten gemeldet. 

+++ 16.35 Uhr: Israels Präsident kondoliert Gauck +++

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin spricht den Deutschen sein Beileid aus. Rivlin habe mit seinem deutschen Amtskollegen Joachim Gauck telefoniert, teilt sein Sprecher mit. "Wir fühlen nach dem Tod Ihrer Bürger im Herzen mit Ihnen und dem deutschen Volk", sagte Rivlin den Angaben zufolge.

+++ 15.43 Uhr: Attentäter war angeblich als Flüchtling registriert +++

Der syrische Selbstmordattentäter hatte sich nach einem Medienbericht als Flüchtling in der Türkei registrieren lassen. Die Nachrichtenagentur DHA meldet unter Berufung auf die Polizei, dabei seien dem 27-jährigen Nabil Fadli am 5. Januar in Istanbul Fingerabdrücke abgenommen worden. Diese hätten nun dabei geholfen, ihn als Attentäter zu identifizieren. DHA berichtet, Fadli sei bei der Registrierung von vier Menschen begleitet worden, nach denen jetzt gefahndet werde. Die arabische Tageszeitung "Al-Hayat" zitiert einen Sprecher des saudischen Innenministeriums, wonach Fadli in Saudi-Arabien geboren wurde. Er sei aber syrischer Staatsbürger gewesen und habe Saudi-Arabien bereits 1996 im Alter von acht Jahren mit seiner Familie verlassen.

+++ 15.06 Uhr: Deutsche Ermittler in Istanbul +++

Das Bundeskriminalamt hat ein Ermittelteam nach Istanbul entsandt. Die vier Beamten sollen zur "Aufklärung des Sachverhalts" beitragen. Zudem sei den türkischen Behörden Unterstützung bei der Identifizierung der Opfer angeboten worden. Das Auswärtige Amt arbeitet mit den türkischen Behörden eng zusammen, um die Hintergründe des Anschlags aufzuklären.

+++ 14.36 Uhr: Russland bestätigt Verbindungen zum IS +++

Das russische Außenministerium bestätigt, dass drei Russen, die von der türkischen Polizei im Zuge der Ermittlungen nach dem Bombenattentat am Dienstag festgenommen wurden, Verbindungen zum sogenannten Islamischen Staat unterhalten.

+++ 14.06 Uhr: Bundeswehr bietet Rücktransport der Anschlagsopfer an +++

Die Bundeswehr steht bereit, die deutschen Toten und Verletzten zurück nach Deutschland zu bringen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat im Kabinett angeboten, Lufttransportkapazitäten zur Überführung der Leichname bereitzustellen. Die Entscheidung über den Einsatz wird im Krisenstab des Auswärtigen Amtes getroffen.

+++ 13.56 Uhr: Seelsorger betreuen Reisegruppe +++

Der Schock des tödlichen Anschlags sitzt tief - besonders bei den Mitreisenden der Todesopfer. Betreuer aus Deutschland und der Türkei kümmern sich um die Mitglieder der 33-köpfigen Reisegruppe des Reiseveranstalters und betreuen sie seelsorgerisch. 

+++ 13.31 Uhr: Bundestag gedenkt der Opfer von Istanbul +++

Der Bundestag gedenkt der Opfer des Bombenanschlags vor der Blauen Moschee. Die Abgeordneten, unter ihnen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, erheben sich dazu von ihren Plätzen. Bundestagspräsident Norbert Lammert verurteilt den "brutalen Selbstmordanschlag eines fanatischen Attentäters". Er ruft zugleich dazu auf, sich von den Terroristen nicht verunsichern zu lassen.

+++ 13.21 Uhr: Davutoglu legt Blumen am Anschlagsort nieder +++

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat den Ort des Attentats in der Nähe der Blauen Moschee besucht und zum Zeichen der Anteilnahme rote Nelken niedergelegt. Die Blumen gelten in der Türkei als das übliche Zeichen der Trauer. Auch de Maizière legt Blumen nieder.

+++ 13.09 Uhr: Zahl der toten Deutschen erhöht sich auf zehn +++

Die Zahl der bei dem Terroranschlag in Istanbul getöteten Deutschen hat sich auf zehn erhöht. Das teilt das Auswärtige Amt mit. Sieben deutsche Verletzte werden zudem in Krankenhäusern behandelt, davon fünf auf der Intensivstation.

+++ 12.44 Uhr: Bundeswehr bietet an, Verletzte aus Türkei abzuholen +++

Die Bundeswehr bietet einen Rücktransport der Opfer nach Deutschland an. Neben den sterblichen Überresten der Getöteten könnten die Schwerverletzten in einem speziellen Lazarett-Airbus der Streitkräfte ausgeflogen werden, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Er bestätigt damit Informationen der Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ebenso werde geprüft, bei Bedarf Angehörige mit Flugzeugen der Flugbereitschaft nach Istanbul zu bringen. Vorbereitet werde auch eine psychologische Betreuung der Angehörigen. Über die Hilfe der Bundeswehr soll in Kürze der Krisenstab entscheiden.

+++ 12.25 Uhr: Tui rechnet mit Auswirkungen auf Türkei-Reisen +++

Europas größter Reiseveranstalter Tui sieht in dem Terroranschlag in Istanbul eine Gefahr für das beliebte Reiseziel Türkei. "Eigentlich ist jetzt die Zeit, in der Familien ihren Sommerurlaub in der Türkei buchen. Nun werden wohl viele erst einmal abwarten", sagt Konzernchef Fritz Joussen.

+++ 11.51 Uhr: Attentäter registriert, aber nicht gesucht +++

Der 27 Jahre alte, syrische Attentäter saudischer Herkunft stand nach Angaben des türkischen Innenministers auf keiner Fahndungsliste. Allerdings lagen den Behörden Fingerabdrücke des Mannes vor, die bei der Einreise vor einer Woche durch die Einwanderungsbehörde genommen worden waren. Daher war eine rasche Identifizierung möglich. Der Täter habe auch nicht auf einer internationalen Liste möglicher Attentäter gestanden.

+++ 11.46 Uhr: De Maizière: Wohl kein gezielter Anschlag auf Deutsche +++

"Es liegen keine Anzeichen vor, dass der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet war", sagt Innenminister de Maizière in Istanbul. Daher sehe er keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzusehen. Allerdings sollten die verschärften Reisehinweise des Auswärtigen Amtes unbedingt berücksichtigt werden.

+++ 11.39 Uhr: Verdächtiger nach Anschlag festgenommen +++

Innenminister Ala erklärt, dass noch am Dienstagabend ein Verdächtiger im Zusammenhang mit dem Anschlag von Istanbul festgenommen worden sei. Nähere Angaben macht der Minister nicht.

+++ 11.26 Uhr: Zwei deutsche Schwerverletzte +++

De Maizière ergänzt, dass zwei weitere deutsche Anschlagsopfer schwer verletzt seien. Ihr Zustand sei ernst. Insgesamt sind nach jetzigen Angaben neun Deutsche bei dem Attentat verwundet worden.


+++ 11.25 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt auf elf +++

Nach Aussage des türkischen Innenministers Efkan Ala sind bei dem Attentat von Istanbul - anders als bisher gesagt - elf Menschen ums Leben gekommen, darunter neun Deutsche. Die beiden anderen Todesopfer stammen aus Norwegen und Peru. Ala äußerte sich bei einem gemeinsamen öffentlichen Auftritt mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière in Istanbul.

+++ 10.19 Uhr: Nicht identifizierte Tote wohl auch Deutsche +++

Die türkischen Behörden gehen nach vorläufigen Erkenntnissen davon aus, dass es sich bei allen zehn Todesopfern um Deutsche handelte. Zwei noch nicht endgültig identifizierte Tote seien nach vorläufigen Ermittlungen ebenfalls Bundesbürger gewesen. Die medizinischen Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

+++ 10.00 Uhr: Drei Sachsen unter den Opfern +++

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich teilt in Dresden mit, dass es "traurige Gewissheit" sei, dass auch drei sächsische Touristen unter den Anschlagsopfern sind. Dabei handelt es sich um eine 70-jährige aus Leipzig sowie zwei 51 und 75 Jahre alte Männer aus Dresden.

+++ 9.21 Uhr: Warnung vor Attacken auf Touristen +++

Der türkische Geheimdienst hat vor Terrorangriffen auf Touristen im Land gewarnt. Das berichtet die Zeitung "Hürriyet". Danach wurden entsprechende Hinweise am 17. Dezember und 4. Januar an die Sicherheitsbehörden in der ganzen Türkei weitergegeben. Selbstmordattentäter des IS seien in die Türkei eingedrungen und möglicherweise nach Istanbul oder Ankara gelangt seien. Eventuell seien sie auch unterwegs in andere europäische Länder. In der Warnung sei konkret die Rede davon gewesen, dass der IS Selbstmordattentate "auf in der Türkei lebende Nichtmuslime, Ausländer, Tourismusregionen, von ausländischen Besuchern stark frequentierte Orte oder auf Botschaften und Konsulate der entsprechenden Länder und auf NATO-Einrichtungen im Land" verüben wolle.

+++ 9.14 Uhr: Özdemir ruft Türkei zur Abkehr vom IS auf +++

Grünen-Chef Cem Özdemir kritisiert die Türkei für ihren Umgang mit dem Islamischen Staat (IS). "Sie hat Isis geduldet", so Özdemir im ARD-"Morgenmagazin. Es spräche einiges dafür, dass der Anschlag in Istanbul nun eine Rache dafür sein könnte, dass die Türkei sich der Allianz gegen den Terror angeschlossen hat. Die Türkei müsse nun aufräumen mit dem IS - "und zwar glaubwürdig".


+++ 9.02 Uhr: Selbstmordattentäter in Saudi-Arabien geboren +++

Der Selbstmordattentäter von Istanbul stammt aus Saudi-Arabien. Dort wurde er geboren, habe das Land im Alter von acht Jahren aber bereits 1996 mit seiner Familie verlassen. Nabil Fadli, so nach Angaben des saudischen Innenministeriums der Name des Täters, wurde 27 Jahre alt und hatte zuletzt die syrische Staatsbürgerschaft.

+++ 8.45 Uhr: Mann aus Hessen unter den Opfern +++

Zu den Todesopfern des Istanbuler Anschlage zählt nach Angaben der Wiesbadener Staatskanzlei ein 67-jähriger Mann aus Nordhessen. Seine 50 Jahre alte Frau wurde schwer verletzt.

+++ 8.28 Uhr: Anti-IS-Operation in Südtürkei - Drei Festnahmen +++

Im südtürkischen Antalya hat die Polizei drei russische Staatsbürger festgenommen. Die Festnahmen sollen im Zusammenhang mit dem Anschlag in Istanbul stehen, eine offizielle Bestätigung dafür, gibt es aber nicht. Die Festgenommenen sollen Verbindungen zum IS haben. Dies belegten Dokumente und CDs, die in der Unterkunft der Russen sichergestellt worden sein sollen.

+++ 8.01 Uhr: Maas: Sicherheitslage in Deutschland unverändert +++

Die Sicherheitslage in Deutschland hat sich nach Ansicht von Bundesjustizminister Heiko Maas nach dem Anschlag von Istanbul nicht verändert. "Wir wissen, dass Deutschland auch ein Ziel der Terrorristen ist, und deshalb ist eine allgemeine Gefährdung sicherlich nicht zu leugnen", so Maas im ARD-"Morgenmagazin". Im Moment gebe es aber keine konkreten Hinweise auf Anschlagsziele. "Ob dieser Anschlag explizit deutschen Touristen galt, dazu kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nichts sagen."

+++ 6.36 Uhr: Rheinland-pfälzische Opfer aus Mainz und Bad Kreuznach +++

Die in Istanbul getöteten und schwer verletzten Urlauber aus Rheinland-Pfalz stammen aus Mainz und Bad Kreuznach. Es handelt sich um zwei Ehepaare, so ein Polizeisprecher in Mainz. Die Ehefrau des Manns aus Bad Kreuznach wurde schwer verletzt.

+++ 4.35 Uhr: De Maizière reist nach Istanbul +++

Bundesinnenminister Thomas de Maizière reist nach Istanbul und will sich nach dem Terroranschlag mit mindestens acht deutschen Todesopfern ein Bild vor Ort machen. De Maizière trifft auch seinen türkischen Kollegen Efkan Ala, um mit ihm die Sicherheitslage zu diskutieren. Eine Frage wird sein, ob es sich bei dem Attentat um eine gezielte Attacke auf Deutsche gehandelt hat. Darauf weist nach offiziellen Angaben bisher nichts hin.


dho/DPA/Reuters/AFP
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