9. August 2005, 16:12 Uhr

Anschläge sollten nur Schau sein

Hamdi Issac wird verdächtigt, an den zweiten Londoner Anschlägen beteiligt gewesen zu sein. Bei seinem Verhör bot er den Beamten eine ungewöhnliche Erklärung für die Tat.

Äthiopische Anti-Terror-Demo in Rom: Nur um den "großen Knall" gegangen©

Die Rucksackbomber von London wollten nach den Worten eines Hauptverdächtigen niemanden töten, sondern die Stadt lediglich in Schrecken versetzen. Der in Rom festgehaltene Hamdi Issac sagte seiner Anwältin zufolge, es sei den Tätern nur um einen "großen Knall" gegangen. "Es sollte eine Schau sein und zielte nicht darauf ab, jemanden zu verletzen", erklärte die Anwältin, nachdem italienische und britische Ermittler Issac drei Stunden lang verhört hatten. Isaac und drei Komplizen wird vorgeworfen, am 21. Juli Bombenanschläge auf drei U-Bahnen und einen Bus in der britischen Hauptstadt verübt zu haben. Die Anschläge waren glimpflich verlaufen, weil die Sprengsätze nicht richtig zündeten. Bei einer ähnlichen Anschlagsserie zwei Wochen zuvor waren mehr als 50 Menschen getötet worden.

Issac gab seiner Verteidigerin zufolge allerdings zu, dass in dem Rucksack neben den explosiven Stoffen auch Nägel gewesen seien. Die Tasche sei jedoch "sicher nicht von ihm gepackt worden", fügte die Anwältin hinzu. In der vergangenen Woche hatte sie gesagt, Issac zufolge sei der Rucksack voller Mehl gewesen, das mit einem Detonator verbunden war. Später erklärte sie, sie warte die forensische Analyse ab. Issac soll in dem Verhör auch die Existenz eines fünften in die Anschläge verwickelten Mannes bekräftigt haben.

Der Äthiopier Issac, auch als Osman Hussein bekannt, war am 29. Juli in Italien festgenommen worden. Am 17. August soll es eine Anhörung über seine Auslieferung nach Grossbritannien geben, wo bereits die drei anderen Hauptverdächtigen hinter den Anschlägen inhaftiert sind. Der Anwältin zufolge könnte Issac in Italien bleiben, weil er dort des internationalen Terrorismus und des Besitzes gefälschter Dokumente verdächtigt wird. Issac lebte von 1991 bis 1996 in Italien und zog dann nach Großbritannien.

Reuters
 
 
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