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1. April 2010, 19:29 Uhr

Bombenalarm in St. Petersburg

Trittbrettfahrer oder ernsthafte Bedrohung? Nach den Anschlägen von Moskau ist in St. Petersburg mehrmals Bombenalarm ausgelöst worden, tausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Kremelchef Dmitri Medwedew fordert unterdessen Präventivschläge gegen Terroristen im Nordkaukasus.

Selbstmordanschlag, Russland, Nordkaukasus, Terror

Will hart gegen Terroristen im Nordkaukasus vorgehen: Russlands Präsident Dmitri Medwedew© Mikhail Klimentyev/Reuters

Nach den Bombenanschlägen in Moskau und Dagestan hat es am Donnerstag in St. Petersburg mehrmals Bombenalarm gegeben, tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. "Wir haben drei anonyme Warnanrufe bekommen", sagte ein Polizeisprecher. Die Anrufer hätten gesagt, dass in zwei Bahnhöfen, zwei Einkaufszentren und einer Kirche Bomben gelegt worden seien.

Bei den Anschlägen in der Moskauer U-Bahn hatten zwei Selbstmordattentäterinnen am Montag 39 Menschen mit in den Tod gerissen. In der russischen Kaukasusrepublik Dagestan starben bei Selbstmordanschlägen am Mittwoch zehn Menschen, darunter neun Polizisten.

Präventivschläge gegen Terroristen

Nach den Selbstmordattentaten in der Moskauer Metro hat Kremlchef Dmitri Medwedew bei einem Blitzbesuch im Konfliktgebiet Nordkaukasus Präventivschläge gegen Terroristen gefordert. "Alle Staaten sollten im Anti-Terror-Kampf über eine Ausweitung ihrer Mittel nachdenken und wirksamere Schritte erwägen", sagte Medwedew in der Teilrepublik Dagestan. Zur Verhinderung eines "grausamen Attentats" dürften "vorbeugende Schläge gegen Terroristen" kein Tabu sein, betonte der Präsident. Medwedews Besuch wurde von der Explosion einer Autobombe in Dagestan überschattet, bei der zwei Menschen getötet wurden.

Medwedew forderte in der Hauptstadt Machatschkala ein härteres Vorgehen gegen Aufständische in der Region. In Dagestan waren erst am Vortag bei Bombenanschlägen zwölf Menschen getötet worden. "Die Liste der Kampfmaßnahmen muss erweitert werden", forderte Medwedew. "Wir werden alle Terroristenführer finden und bestrafen." Die Behörden im Nordkaukasus seien aufgerufen, enger mit muslimischen Geistlichen zusammenarbeiten, um Anschläge islamistischer Extremisten zu verhindern. Zudem sollte Rebellen, die sich vom bewaffneten Kampf lossagen, eine Ausstiegsperspektive gegeben werden, sagte Medwedew. Dagegen müssten "Hassprediger" isoliert werden.

Sondergesandter für den Nordkaukasus

Medwedew beauftragte seinen Sondergesandten im Nordkaukasus, Alexander Chloponin, Vorschläge zu neuen Wirtschaftsprogrammen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region zu unterbreiten. Armut und Arbeitslosigkeit gelten als Nährboden für den Extremismus in mehreren islamisch geprägten Teilrepubliken im Nordkaukasus. Bei Selbstmordanschlägen in Dagestan sowie am Montag in der Moskauer Metro starben seit Wochenbeginn mehr als 50 Menschen.

Mindestens eine der beiden Moskauer Attentäterinnen stamme aus einer Terrorgruppe in Dagestan, berichteten russische Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Gruppe bereite unter anderem von der Teilrepublik Tschetschenien aus Selbstmordanschläge im ganzen Land vor. In mehreren russischen Städten wurden am Donnerstag weitere Opfer der Anschläge zu Grabe getragen. Zu den Terrorakten in der Metro hatte sich der tschetschenische Terroristenführer Doku Umarow per Video bekannt. Russlands Staatsfeind Nummer eins will den Nordkaukasus gegen den Widerstand des Kreml zu einem unabhängigen islamischen Staat machen.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Prologo (02.04.2010, 21:27 Uhr)
@mupfeline, Das Wort Urstämme habe ich falsch gewählt, .....

....ich meinte, dass die Siedler eines Landes, die rechtmäßig über die letzten 100 oder 200 oder auch länger, in ihrem Land leben, nicht vertrieben, oder durch ethnische Säuberung entfernt werden dürfen.

MfG,
T.
mupfeline (02.04.2010, 11:57 Uhr)
Add Prologo
Definieren Sie doch einmal: Urstämme ...

Seit tausenden von Jahren finden ständige Wanderbewegungen statt. Sicher ist bis jetzt nur eins - die Bewohner haben gewechselt wie die Eroberer. Die Balkanhalbinsel und gerade Europa sind dafür passende Beispiele.

Es gibt allenfalls den Urstamm der Menschen die als erstes aus Afrika nach Norden gewandert sind ... alles andere ist ein ständiges Kommen und Gehen.

Allerdings sind die Russen natürlich auch Schuld an der verfahrenen Situation. Aber nichts, gar nichts, kann den Terror rechtfertigen denn diese Terroristen und Mörder aus dem Kaukasus an den Zivilisten in Moskau verübt haben. Und ihr Ziel haben sie damit glasklar verfehlt. Nicht Putin hat die Bomben gezündet sondern Kaukasier. Und das werden die Angehörigen der Opfer - die mein Beileid haben - nicht vergessen.

Über 50 Stämme leben im Kaukasus und Transkaukasien - wil jetzt jeder einen neuen kleinen Staat gründen? Diese kleinen Staatsgebilde sind doch gar nicht lebensfähig. Anstatt vorwärts entwickeln sich diese Gebiete zurück. Ich weiss nicht wo da der Fortschritt sein soll. Nicht zu vergessen dass die Terroristen einen islamischen Gottesstaat errichten wollen mit Scharia und allem was dazu gehört. Und? Wollen wir das? Wollen wir einen neuen islamisch geprägten Staat mit Terroristen als Regierungschefs. Na hier kann ich nur dankend ablehnen?
Prologo (01.04.2010, 21:12 Uhr)
Kaukasus ist für Rußland wie Afghanistan für USA.

Beide Großmächte haben aus der Vergangenheit nichts gelernt. Wenn die Urstämme mit den Besatzern nichts zu tun haben wollen, dann wehren sie sich mit ihren Mitteln.

Das ist auch in Israel so. Israel ist die Mutter der Islamkriege, das muss man so hart sagen. Das wird sich so lange nicht ändern, bis sich die Besatzer zurück ziehen, und die Länder den Ureigentümern zurück geben.

Die USA und Rußland haben ihre Schutzschilde über die kleinen Ost- oder Westländer aufgehoben, damit ein Weltatomarer Vernichtungsschlag vermieden wird.

Die atomare Abschreckung wurde aufgehoben.

Deshalb trauen sich jetzt alle Unterdrückten, Besetzten aus den Löchern, und führen Kleinkriege. Wir haben jetzt westliche Kleinkriege und östliche Kleinkriege. Und Deutschland macht diese Idiotie auch noch mit. Gerade Deutschland hätte die einzige Ausrede gehabt, da nicht mehr mit machen zu können. Aber auch dafür waren sie zu blöde.

Das ist eine Spirale ohne Ende.

MfG,
T.
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