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"Terrordelikte": Saudi-Arabien exekutiert 47 Menschen

Das ultrakonservative Königreich Saudi-Arabien hat 47 Todesurteile vollstreckt - darunter auch das des schiitischen Geistlichen Scheich Nimr Baker al-Nimr. Der Iran hatte vor der Hinrichtung gedroht, Saudi-Arabien werde einen "hohen Preis zahlen".

Hinrichtungsplatz und das Gebäude der Religionspolizeibehörde

Der Hinrichtungsplatz und das Gebäude der Religionspolizeibehörde in Riad

Saudi-Arabien hat 47 Menschen wegen Terrordelikten hingerichtet. Unter anderem wurde der prominente schiitische Geistliche Scheich Nimr Baker al-Nimr exekutiert, wie das Innenministerium am Samstag mitteilte. Al-Nimr hatte zu den Anführern der Schiiten-Proteste im Osten des Königreichs gehört, die im Zuge des Arabischen Frühlings 2011 ausgebrochen waren. Das ultrakonservative Königreich richtete im vergangenen Jahr laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP 153 Menschen hin.

Al-Nimr war ein entschiedener Gegner des sunnitischen Königshauses in Riad. Er hatte während der Proteste 2011 die Abspaltung der mehrheitlich schiitischen Regionen Katif und Al-Ihsaa im Osten des Landes befürwortet. Vor einem Jahr wurde er wegen Aufwiegelung, Ungehorsams und Waffenbesitzes von einem Sondertribunal zum Tode verurteilt. Ende Oktober wurde das Todesurteil vom Obersten Gerichtshof Saudi-Arabiens bestätigt.


Der Iran warnte Riad daraufhin vor der Hinrichtung al-Nimrs. Sollte das Todesurteil gegen den Geistlichen vollstreckt werden, werde Saudi-Arabien einen "hohen Preis zahlen", sagte der iranische Vize-Außenminister Hossein Amir Abdollahian. Die meisten der rund zwei Millionen saudiarabischen Schiiten leben im Osten des Landes. Die schiitische Minderheit klagt seit langem über religiöse und soziale Diskriminierung durch das wahhabitische Herrscherhaus.

amt/AFP
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