11. April 2009, 09:35 Uhr

Demonstranten sprengen Asien-Gipfel

Tausende Demonstranten haben im thailändischen Badeort Pattaya das Gipfeltreffen der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean gestürmt und den Abbruch der Tagung erzwungen. Die Regierung hat den Ausnahmezustand verhängt.

Thailand, Pattaya

In Pattaya kämpfen oppositionelle Demonstranten (in roten Hemden) mit Unterstützern der Regierung©

Tausende Demonstranten haben Thailands Regierung am Samstag zum Abbruch eines Gipfeltreffens mit 15 Staats- und Regierungschefs gezwungen. Während auf den Straßen des Badeortes Pattaya Steine flogen und Chaos ausbrach, mussten einige der mindestens acht bereits eingetroffenen Regierungschefs per Helikopter in Sicherheit gebracht werden, darunter Chinas Regierungschef Wen Jiabao. Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva verhängte den Ausnahmezustand in der Region. Damit hat die Polizei Sonderbefugnisse, Versammlungen von mehr als fünf Menschen sind verboten.

Die Demonstranten in roten T-Shirts waren schon seit Freitag in Pattaya, als der asiatisch-pazifische ASEAN-Gipfel mit Vorgesprächen auf Delegationsebene begonnen hatte. Sie blockierten dort die Hotels der Delegationen. Über Nacht bildete sich nach Angaben von Augenzeugen eine Art Gegenwehr in blauen T-Shirts, die den Gipfel schützen wollte. Sie soll die Gewalt mit Steinwürfen und Brandsätzen angeheizt haben.

Die Demonstranten stürmten am Samstagmittag das Gelände des Royal Cliff Resorts, wo das Treffen stattfinden sollte. Sie zogen anschließend jubelnd durch das Pressezentrum. In der Lobby des Hotels gingen Scheiben zu Bruch. Der Zorn der Rothemden war nicht auf die hohen Staatsgäste gerichtet, die sich mit den Folgen der Wirtschaftskrise befassen wollten. Sie wollten vielmehr Abhisit blamieren und zum Rücktritt zwingen. "Wenn er Wahlen abhält und gewinnt, akzeptieren wir ihn, aber jetzt ist er illegal im Amt", sagte Arisman Pongruangrong, einer der Demonstranten.

Die Aufständischen sind Anhänger des 2006 gestürzten und flüchtigen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Dessen Parteigänger waren zwar über Wahlen wieder an die Macht gekommen. Doch war die Thaksin-freundliche Regierung nach monatelangen Protesten einer außerparlamentarischen Opposition im Dezember 2008 über eine Verurteilung wegen Wahlbetrugs gestürzt. Die Rothemden halten das Urteil für rein politisch motiviert.

In Pattaya hatte am Freitag der Gipfel der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean mit Regionalpartnern begonnen. Die Staats- und Regierungschefs wollten am Samstag erstmals offiziell mit Kollegen aus China, Japan und Südkorea zusammenkommen. Die Regierungschefs der drei Länder wollten untereinander auch über die Folgen des Raketenstarts in Nordkorea sprechen. Die Zusammenkunft musste abgesagt, die Gespräche mussten über Telefon geführt werden.

Für Sonntag waren Gespräche der Asean-Staaten mit Neuseeland, Australien und Indien geplant. Das Gipfeltreffen hatte schon einmal wegen politischer Unruhen in Thailand verschoben werden müssen. In einigen Monaten soll es nun einen dritten Anlauf geben.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
XFire (11.04.2009, 17:22 Uhr)
@Seagull
Das mit dem Notstand ist so nicht ganz richtig. Ein Notstand kann durch Naturkatastrophen ausgelöst werden, das ist vollkommen richtig. Aber ein Notstand kann auch durch Aufstände oder Aufruhr, bzw. Angriffe auf die Staatliche Grundlagen ausgelöst werden. Falls dies der Fall in Thailand ist, ist die Formulierung "Notstand" nicht falsch.
Gruß
Seagull (11.04.2009, 13:14 Uhr)
Danke "Stern" Redaktion.........
für die Korrektur des Artikels.
Seagull (11.04.2009, 12:57 Uhr)
@XFire........
es ist doch letzt endlich egal von wem der Artikel kommt.
Tatsache ist und bleibt,-der Stern hat diesen Artikel ungeprüft übernommen.
Und nun zur Aufklärung.
Ein "Notstand" für eine Region wird erklärt, wenn auf Grund von unvorhergesehenen Naturereignissen die Bevölkerung Hilfe benötigt.
Ein "Ausnahmezustand" wird ausgerufen wenn die Regierung des dementsprechenden Staates/Landes Revolten oder Anschläge aus politischen Gründen befürchtet.
Ich hoffe für Sie, dass Sie niemals in einem Land leben werden in dem der "Ausnahmezustand" ausgerufen wird.
MfG
Seagull
XFire (11.04.2009, 12:11 Uhr)
Der Artikel kommt von Reuters...
...Der Stern veröffentlicht ihn hier nur. Inwieweit man in solchen gekauften Artikeln rumändern kann, würde ich aber auch mal gerne erfahren.
..
Wo liegt denn nun aber das Problem wenn man anstatt Ausnahmezustand, mal Notstand benutzt. Immerhin ist ein Notstand eine Ursache sein um den Ausnahmezustand zu verhängen.
Seagull (11.04.2009, 11:51 Uhr)
Oh,oh, Stern Redaktion.
Wie könnt Ihr so einen,vor Fehler strotzenden Artikel veröffentlichen?
"Ausnahmezustand" im Titel block,-
"Notstand" im Text.
Ist dem Verfasser dieses Artikels,und auch der Redaktion,der Unterschied zwischen Ausnahmezustand und Notstand bekannt?
Außerdem wurde nicht nur Pattaya, sondern der komplette Verwaltungsbezirk,Chonburi, unter Ausnahmezustand gestellt.
Bitte Stern Redaktion,erzeugen Sie keinen falschen Eindruck von den Abläufen hier in Thailand.
Seriöser,fairer Journalismus täte Ihnen und Ihren Lesern gut.
Was halten Sie von:
Unabhängig,
überparteilich,
fair und sachlich recherchieren,
und dann erst veröffentlichen ?
MEHR ZUM ARTIKEL
Stadt, Land, Fluss Wie gut kennen Sie Thailand?

Feine Sandstrände, pompöse Tempel, pulsierende Metropole Bangkok - diese touristischen Eckpfeiler kennt jeder Asientourist. Doch was wissen Sie noch über Thailand?

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (26/2013)
Die Zuckermafia