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25. April 2008, 10:19 Uhr

Dalai Lama begrüßt chinesisches Angebot

Neue Töne aus China: Die Regierung will sich schon bald mit Vertretern des Dalai Lama treffen. Bisher hatte Peking einen Dialog abgelehnt, da die Regierung das geistliche Oberhaupt der Tibeter für anti-chinesische Proteste verantwortlich macht. Obwohl noch keine offizielle Einladung vorliegt, hat ein Sprecher des Dalai Lama das Angebot begrüßt.

Bisher hat China einen Dialog mit dem Dalai Lama abgelehnt© Rebecca Cook/Reuters

Die chinesische Regierung will "in den nächsten Tagen" einen Dialog mit Vertretern des Dalai Lama aufnehmen. Das berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Nach mehrmaligen Bitten seitens des religiösen Oberhauptes der Tibeter wollten zuständige Abteilungen der Zentralregierung in "Kontakte und Konsultationen mit den privaten Abgesandten des Dalai Lama" treten, zitiert Xinhua einen Regierungsbeamten. Dieser bekräftigte allerdings, die Politik gegenüber Tibet habe sich nicht geändert. Chinas Regierung hoffe, dass der Dalai Lama glaubwürdige Schritte machen werde, separatistische Aktivitäten zu beenden. Er müsse auch aufhören, "zu Gewalt anzustiften" und "die Olympischen Spiele zu stören oder zu sabotieren", um die Bedingungen für die Gespräche zu schaffen.

Der Dalai Lama hat das Gesprächsangebot der chinesischen Regierung begrüßt. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter begrüße das Angebot Pekings, mit einem seiner Vertreter über Tibet sprechen zu wollen, sagte Tenzin Takla, ein Sprecher des Dalai Lama, in Neu Delhi. Dies sei "ein Schritt in die richtige Richtung", weil nur direkte Treffen zu einer Lösung der Tibet-Frage führen könnten, fügte er hinzu. Offiziell habe man noch keine Einladung der chinesischen Seite erhalten. Der Dalai Lama sei aber der Lösung des Tibet-Themas verpflichtet. "Und der einzige Weg, die tibetischen Probleme zu lösen, ist durch Gespräche mit den chinesischen Vertretern von Angesicht zu Angesicht und dadurch, die Beschwerden des tibetischen Volkes anzugehen." Der Dalai Lama sei im Ausland und werde erst am Samstag wieder in Indien erwartet, hieß es aus dessen Büro. Erst dann sei eine offizielle Reaktion des Dalai Lamas zu erwarten.

Die Führung in Peking sah sich nach den blutigen Zusammenstößen mit Aktivisten der tibetischen Unabhängigkeitsbewegung vor sechs Wochen mit zunehmenden Forderungen nach Gesprächen mit dem Dalai Lama konfrontiert. Kurz vor der überraschenden Xinhua-Meldung hatte sich EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nach Gesprächen mit Regierungschef Wen Jiabao in Peking optimistisch gezeigt, dass es in der Tibetfrage "bald eine positive Entwicklung" gebe.

Seit 2002 hatte es mehrere Runden von Konsultationen von Abgesandten des Dalai Lama mit der chinesischen Regierung gegeben, ohne dass aber konkrete Fortschritte erzielt worden waren. China macht das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten für die Unruhen in der Hauptstadt Lhasa verantwortlich und wirft ihm vor, damit die Olympischen Sommerspiele im August sabotieren zu wollen. Nach offiziellen Angaben der Behörden kamen bei den Unruhen 22 Menschen ums Leben, die tibetische Exilregierung spricht von mindestens 140 Toten. Vorwürfe Pekings, er strebe eine Unabhängigkeit Tibets an, wies der Dalai Lama mehrfach zurück und betonte, Tibet wolle lediglich eine Autonomie.

DPA/AP/AFP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
ganzbaf (26.04.2008, 07:31 Uhr)
Freut mich...
dass dir der Vergleich gefällt ;-D
LaoLu (25.04.2008, 23:47 Uhr)
Da ist er wieder, der gesunde Menschenverstand,
ganzeinfach, die Vorgehensweise, wie bei eseligen Kindern.
ganzbaf (25.04.2008, 22:45 Uhr)
Es zeigt sich, solche China-Regime...

muß man wie eselige Kinder behandeln: Nämlich mit Höflichkeit in der Form und Festigkeit in der Sache!
Mit Kuschen und Kriechen ist es nämlich nicht getan, das "Kind" wir nur immer noch "eseliger"... ;-Pp
senecaluc (25.04.2008, 17:10 Uhr)
Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung
Nach den brutalen chinesischen Verlautbarungen der letzten Wochen ist man jetzt ganz erstaunt über den plötzlichen Sinneswandel der Chinesen. Wenn er echt ist, d.h. wenn die chinesische Regierung wirklich an einer friedlichen Lösung der Tibet-Frage interessiert ist, dann muß man vor den Leuten nunmehr den Hut ziehen!
Es ist bestimmt nicht einfach, nach den bisherigen Geschehnissen jetzt einzulenken. M.E. zeugt das sogar von einer moralischen Größe. Wie gesagt: wenn das Ganze wirklich ernst gemeint sein sollte. In diesem Fall erinnert man sich sofort an die große Kultur, die in den vergangenen Jahrtausenden in China entwickelt wurde und die großen Leistungen für die gesamte Menschheit. Man schließt sofort, daß die Gesprächsbereitschaft mit dem Dalai Lama als dem "Schwächeren" wirklich einer so großen Kultur angemessen ist. Hoffentlich ist der Schritt ernst gemeint. Wenn ja, hat China meine ganze Hochachtung!!
teruoc (25.04.2008, 15:00 Uhr)
Gewalt ist keine Loesung
Protest mit Gewalt ist keine Loesung. Die beste vernuenftige loesuung ist Gespraech mit sich einander.
albundy69 (25.04.2008, 13:14 Uhr)
Was soll das ?
China bewegt sich und der orangegekleidete Kommiker tut so als ob sein Büro "das Angebot noch nicht erhalten" habe ? Muss man ihm die Gesprächsbereitschaft einprügeln ?
Rainhelt (25.04.2008, 12:21 Uhr)
Sorry,
aber die Treffen sich schon lange mit Vertretern des Dalai Lama`s. Das ist überhaupt nicht neu. Die Treffen sich halt nur nicht mit ihm selbst!
Wer sich mit diesem Thema beschäftigt sollte unbedingt mal das folgende lesen:
http://www.jungewelt.de/2008/03-26/015.php
Gruß
undjetztnochder (25.04.2008, 11:12 Uhr)
Ein dringend notwendiger Schritt
ist nun getan - warum erst so spät, wird wohl das Geheimnis der chinesischen Regierung bleiben. Ich bin skeptisch, ob die Betonköpfe der chinesischen Führung zu einem echten Dialog mit offenen Ergebnis bzgl. der Tibet-Frage bereit sind. Ein souveränes, freies Tibet ist wohl eine Utopie, aber eine echte Autonomie mit Achtung der kulturellen und religösen Wurzeln der Tibeter wäre eine mögliche Lösung. Der Dalai Lama hat seine Bereitschaft zu einer solchen Lösung bereits mehrfach bekundet.
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