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4. April 2008, 14:46 Uhr

Neue Gewaltausbrüche in Tibet

In Tibet ist es erneut zu Unruhen gekommen: In der Präfektur Garze soll es am Donnerstagabend eine Protestaktion gegeben haben. Dabei sei mindestens ein Beamter "angegriffen und schwer verwundet" worden, so chinesische Medien.

Chinesische Medien berichten von neuen Unruhen in Tibet. Die zwei Mönche auf dem Bild protestierten Ende März vor ausländischen Journalisten© Andy Wong/AP

Im Tibet-Konflikt ist es nach Berichten amtlicher chinesischer Medien zu erneuten Unruhen gekommen. Vor einem Regierungsgebäude in der Autonomen Tibetischen Präfektur Garze habe es am Donnerstagabend eine Protestaktion gegeben, bei der mindestens ein Beamter verletzt worden sei, meldete die amtliche Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua. Die Präfektur liegt in der Provinz Sichuan an der Grenze zu Tibet.

Der Beamte sei "angegriffen und schwer verwundet" worden, hieß es. Weitere Einzelheiten nannte Xinhua zunächst nicht. Menschenrechtler hatten vor rund einer Woche von einer Demonstration buddhistischer Mönche und Nonnen in Garze berichtet, der sich mehrere hundert Einwohner der tibetisch besiedelten Region angeschlossen haben sollen. Damals soll es zu Zusammenstößen zwischen Protestierenden und Polizisten gekommen sein.

China will juristisch hart vorgehen

Zuvor hatte China angekündigt, auch juristisch in aller Härte gegen die bisher verhafteten Demonstranten vorzugehen. Die Verbrecher müssten abgeschreckt und den Separatisten jeder Boden entzogen werden, erklärte am Freitag der Justizchef der Autonomen Region, Baima Chilin. Damit dürfte der Großteil der Urteile in Schnellverfahren noch vor den Olympischen Spielen im August fallen.

Baima erklärte weiter, die Parteigerichte sollten der Welt die Wahrheit über die Clique um das tibetische Oberhaupt Dalai Lama zeigen, deren Gerede von Frieden und Gewaltlosigkeit Lügen seien. "Setzt die Waffe des Gesetzes ein und geht gegen unsere Feinde vor, bestraft das Verbrechen, schützt das Volk und bewahrt die Stabilität", forderte Baima dem Bericht der "Tibet Daily" zufolge. Er sagte den Richtern das volle Vertrauen der Kommunistischen Partei zu.

Offiziellen Angaben zufolge wurden während der Proteste im vergangenen Monat 800 Menschen festgenommen. Weitere 280 Menschen hätten sich gestellt, hieß es auf der Internetseite der Provinz. Ausländische Touristen sollen chinesischen Medien zufolge erst wieder nach dem 1. Mai eine Einreise beantragen dürfen. Mitte März schlossen sich in der tibetischen Hauptstadt Lhasa Tausende Menschen den Protesten buddhistischer Mönche gegen die chinesische Herrschaft an. Am Rande der Demonstrationen kam es zu Brandstiftungen und Sachbeschädigungen und die Polizei griff gewaltsam durch. Offiziellen Angaben zufolge wurden 19 Menschen getötet, die tibetische Exilregierung spricht von 140 Toten.

Reuters/AP
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
ctkohl (05.04.2008, 11:32 Uhr)
Tibet
Es sollte eine internationale Untersuchung über Tibet geben
und eine internationale Diskussion
über die Hintergründe der
Unruhen.
Hier ein Diskussionsbeitrag: http://ctkohl.googlepages.com
Christian Thomas Kohl
na_bitte_geht_doch (04.04.2008, 18:09 Uhr)
nicht ablenken -von wegen Präventivschlag
die USA kann sich doch keinen Waffengang mit China leisten - dann wären sie ja sofort weg vom Großmachtsfenster.
Die Botonkopf-Clique wird von den USA doch noch nchtmals verbal hart angegangen. Und nicht nur nicht von denen. Die dürfen sich doch heute schon alles erlauben ohne daß einer groß aufmuckt - und wenn wird er vor den Kadi gezerrt oder sonstwie mundtot gemacht.
Willkomen bei der Betonköpf-Clique - der Mörtel rieselt und wartet schon auf seine nöchsten Opfer.
Aprotheus (04.04.2008, 17:14 Uhr)
Präventivschlag!
Washingtons tatsächlicher Plan: Es will Druck erzeugen gegen potentielle
Rivalen im militärischen Bereich - wie Russland u. China. Man provoziert China - das sich im militärischen Bereich ja noch nicht modernisiert hat -, um dann einen sogenannten 'Präventivschlag' gegen China durchzuführen.
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