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14. März 2011, 16:49 Uhr

Parlament soll Dalai Lama frei geben

Jetzt ist es offiziell: Der Dalai Lama will sein Land nicht mehr politisch vertreten. Es müsse auch ohne ihn gehen, meint das Oberhaupt der Tibeter. Ob das Parlament seinem Antrag folgt, ist aber keine beschlossene Sache.

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Keine Lust mehr auf Politik: der Dalai Lama in Dharamsala© Mukesh Gupta/Reuters

Der Dalai Lama hat das tibetische Exil-Parlament am Montag offiziell um die Entbindung von seinen politischen Aufgaben gebeten. Die Exil-Regierung müsse selbstständig werden, ohne auf ihn angewiesen zu sein, hieß es in einer Botschaft des Oberhauptes der Tibeter. Die Worte des Friedensnobelpreisträgers wurden zur Eröffnung der Parlamentssitzung im nordindischen Dharamsala verlesen und anschließend im Internet veröffentlicht. Der Dalai Lama fungiert für die Exil-Regierung als "Staatsoberhaupt".

"Es ist extrem wichtig, dass wir die Kontinuität unserer tibetischen Exil-Regierung und unseres Kampfes sicherstellen, bis das Thema Tibet erfolgreich gelöst ist", hieß es weiter. "Wenn wir noch mehrere Jahrzehnte im Exil bleiben müssen, wird unausweichlich eine Zeit kommen, zu der ich nicht mehr in der Lage sein werde zu führen. Deswegen ist es notwendig, dass wir ein solides Regierungssystem schaffen, solange ich dazu in der Lage bin und gesund bleibe."

Parlamentszustimmung unklar

Um einen Rückzug des Dalai Lama aus der Politik zu ermöglichen, müssten die Abgeordneten die tibetische Exil-Verfassung ändern. Aus dem Parlament hieß es, es sei unklar, ob die Abgeordneten der Bitte des 75-jährigen entsprechen würden. Die "überwältigende Mehrheit" der Tibeter wolle, dass er an der Spitze der Bewegung bleibe. Der Dalai Lama hatte am Donnerstag angekündigt, als politisches Oberhaupt der Tibeter zurückzutreten. Als religiöser Führer wolle er aber aktiv bleiben, hatte er am 52. Jahrestag des Aufstandes der Tibeter 1959 gegen die chinesische Besatzung gesagt. Er wolle sich auch weiter "für die gerechte Sache Tibets" einsetzen.

Parlamentssprecher Penpa Tsering sagte am Montag, das Parlament werde das weitere Vorgehen am Dienstag debattieren. Bis zu einer Entscheidung könne es aber dauern. "Es ist eine historische, epochale Änderung, die Seine Heiligkeit vorgeschlagen hat, daher wird die Angelegenheit reiflich überdacht werden. Wir werden möglicherweise eine Sondersitzung oder ein Referendum zu dem Thema organisieren."

Nach tibetischen Angaben würden die zentralen politischen Aufgaben des Dalai Lama bei seinem Rückzug dem Exil-Premierminister zufallen. Darunter zählen etwa Verhandlungen mit der Besatzungsmacht China und die Auflösung des Parlaments.

ben/DPA
 
 
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