. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
7. April 2008, 07:42 Uhr

Olympisches Feuer übersteht Paris

Peinliche Panne in Paris: Der Weg der olympischen Fackel ist abgekürzt worden. Anti-chinesische Demonstranten hatten das Feuer zuvor zweimal gelöscht - trotz eines Aufgebotes von 3.000 Polizisten zur Sicherung des Fackellaufes. Schließlich wurde die Fackel mit einem Bus zur Endstation gefahren.

Die Proteste beim Fackellauf richten sich gegen Chinas Tibet-Politik© Thomas Coex/AFP

Nach massiven Protesten von Tibet-Unterstützern haben die Veranstalter den olympischen Fackellauf durch Paris abgekürzt. Von den ursprünglich geplanten 28 Kilometern wurde das olympische Feuer nur etwa 20 Kilometer durch die Stadt getragen, berichtete das französische Fernsehen. Die Fackel wurde angesichts des Chaos auf den Straßen mehrmals gelöscht und schließlich mit einem Bus zur geplanten Endstation, einem Stadion im Süden von Paris, transportiert. Erst auf den letzten fünf Metern trug sie wieder ein Sportler in der Hand. Auch eine Feier vor dem Pariser Rathaus wurde aus dem Programm gestrichen.

Das Feuer war zuvor gelöscht worden, die Fackelträgerin unter Polizeischutz in einen Bus eingestiegen. Eine Polizeisprecherin sagte, die Ursache sei ein "technischer Fehler" gewesen. Die Störung habe jedoch nur wenige Minuten gedauert, berichtete der Fernsehsender "LCI".

3000 Polizisten waren im "Mutterland der Menschenrechte" aufgeboten worden, um die Zeremonie vor Protesten zu schützen, nachdem es tags zuvor schon in London zu ähnlichen Vorfällen gekommen war. Frankreich war die letzte europäische Station des Olympischen Feuers. Es reist danach am Montagabend weiter nach San Francisco. Trotz der Proteste haben nun alle 205 vom IOC anerkannten Nationalen Olympischen Komitees (ANOC) ihren Start bei den Olympischen Spielen in Peking im August angekündigt.

IOC-Vizepräsident und DOSB-Chef Thomas Bach verurteilte am Montag die Angriffe auf den Fackellauf. "Gegen friedliche Demonstrationen hat niemand etwas einzuwenden, was wirklich befremdlich ist, ist, dass jetzt bei dem Fackellauf ein Symbol (...) mit Gewalt angegriffen wird", sagte er der ZDF-Sendung "heute journal".

Eskorte auf Motorrad, Inlineskates und zu Fuß

Knapp 50 Wagen der Bereitschaftspolizei sollten die Flamme abschirmen, rund 300 Beamte waren als Eskorte auf Motorrädern, Inlineskates oder zu Fuß mobilisiert. Die Polizei nahm acht Menschen fest. Darunter fand sich eine Abgeordnete der französischen Grünen-Partei.

Laut IOC darf das Feuer nie erlöschen. Sollte es dennoch passieren, muss dieselbe Zeremonie in Olympia wiederholt werden. Um das zu vermeiden, wird die "Mutter-Flamme" in einer eigenen Laterne mitgeführt und von mehreren Sicherheitsleuten rund um die Uhr bewacht. Die erste Fackel des Tages muss an dieser "Mutter-Flamme" entzündet werden.

Frankreichs Regierung uneins

In Paris waren 80 Fackelläufer vorgesehen. Die Strecke verlief vom Eiffelturm quer durch die Stadt über die Champs Elysees, am Rathaus und der Nationalversammlung vorbei. Der Fackellauf begann vor zwei Wochen in Griechenland.

Eine Banderole mit der Aufschrift: "Paris verteidigt die Menschenrechte überall in der Welt" prangte am Rathaus der Stadt. Die Organisation Reporter ohne Grenzen entrollte auf dem Eiffelturm und der Kathedrale Notre Dame Transparente, auf denen die olympischen Ringe von Form von Handschellen dargestellt waren. Vom Hissen der tibetischen Flagge am Parlament wurde aber abgesehen.

Nicolas Sarkozy, französischer Staatspräsident und EU-Ratsvorsitzender während der Spiele, schließt einen Boykott der Eröffnungsfeier nach wie vor nicht aus. Die Entscheidung hänge von der weiteren Entwicklung in Tibet ab, sagte sein Außenminister Bernard Kouchner. Den Grünen geht die offizielle Haltung nicht weit genug. Sie hatten einen parallelen Fackellauf für die Menschenrechte gefordert. "Wir sind das Mutterland der Menschenrechte, es sei denn, wir wollen unsere Schnellzüge, Atomkraftwerke oder Flugzeuge nach China verkaufen", sagte der Europa-Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit der Zeitung "Journal du Dimanche".

Unter dem Eindruck der Proteste machte auch IOC-Präsident Jacques Rogge Druck auf Peking. "Ich bin sehr besorgt über die internationale Situation und über das, was in Tibet geschieht", sagte er auf einer Konferenz des Internationalen Olympischen Komitees in der chinesischen Hauptstadt. "Das IOC ruft zu einer raschen und friedlichen Lösung in Tibet auf." Zugleich bekräftigte er seinen Widerstand gegen jede Form eines Boykottes. "Unsere Hauptverantwortung ist es, gute Wettkämpfe zu ermöglichen, die die Sportler verdienen."

© stern.de-Infografik

Stationen des Fackellaufs

Bei der Niederschlagung von tibetischen Autonomie-Protesten in Lhasa und westlichen chinesischen Regionen wurden in den vergangenen Wochen nach Angaben Pekings 22 Menschen getötet, Anhänger des Dalai Lamas sprechen von 140 Opfern. Peking steht auch wegen der Haltung gegenüber dem Sudan in der Darfur-Krise in der Kritik. China protestierte nun gegen die Störungen während des Fackellaufs in London. Einige "tibetische Separatisten" hätten versucht, die Veranstaltung "zu sabotieren", so ein Sprecher des Olympia-Organisationskomitees laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Ihr Verhalten sei "abscheulich".

Ein Demonstrant in London hatte versucht, die Flamme einem Läufer zu entreißen. Ein weiterer wollte sie mit einem Feuerlöscher ersticken. 37 Personen wurden festgenommen.

DPA/Reuters/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 137)
 
Nobilitatis (09.04.2008, 12:13 Uhr)
Propagandafeld
Diese Kommentare sind doch nur noch eine Propagandafläche für chinesische staatshörige Propagandisten.
Jeder der sehen kann sieht selbst, dass die wenigen China-Kämpfer gegen eine breite Front von freien Bürgern stehen, die in Menschenrechten ihre Ideale sehen. Die Auslandstibeter sind doch nur eine kleine Gruppe. Wer China sein Gefühl der Abscheu zeigt, das ist die Weltöffentlichkeit!
Das chinesische Volk wird selbst unterdrückt und darf sich nicht frei artikulieren. (Für die Chinesen: Das bedeutet ausdrücken.) Wer beleidigt ist, das ist die menschenverachtende Regierung. Und möglicherweise die, die sich nicht frei informieren dürfen.
042020 (08.04.2008, 15:58 Uhr)
@ Loharine
hier im blog sagt du das der erste
Dalai Lama vom Chinesischen Kaiser
eingesetzt wurde, kannst mir eine ref.
geben wo das zu lesen ist?
also, irgend jemand hat mal gesagt:
"China, let her sleep, if she awakens the world will tremble"
nun ist China eine weltmacht und wird auf niemand und nichts hohren.
fur meine erfahrung, dort von 1984
bis 1992.
ecomoc4u (08.04.2008, 14:08 Uhr)
Fakel muss brennen.
albundy69 (8.4.2008, 0:18 Uhr)
Beleidigung des chinesischen Volkes.
.
So ist es... Die Chinesen werden uns messen an unserm Demokratieverständnis.
Es wäre schön blöd für unseren politischen Spielraum, wenn wir diese Fakel löschen. Tibet hin oder her.
chashmir (08.04.2008, 13:43 Uhr)
nurmalso
in berlin(u.a.) gibt es eine tibet initiative, auch im internet vertreten......
Sehr interesseant, für ALLE und Alle die mehr wissen wollen.....
sachsenwini (08.04.2008, 13:03 Uhr)
Man kann mir jetzt erzählen was man will,

ich glaube nicht mehr daran, dass sich diese Protestbewegung so ganz spontan entwickelt haben sollte.
.
Es kann einfach nicht sein, dass auf der ganzen Welt so viele Exil- Tibeter existieren, die einen derartigen Aufstand gegen China inszenieren.
.
Auch der Aufstand der Mönche in Tibet, genau zu diesem Zeitpunkt, war kein Zufall. Von Tag zu Tag empfinde ich es deutlicher, dass hier ein System und eine Organisation dahinter stehen.
Nive (08.04.2008, 02:18 Uhr)
Hilfe es brennt!
Blöde Frage
Wie kommt es, dass ein(e) Feuer/Flamme in Flugzeugen transportiert werden kann und am Flughafen der Drachen meines Kindes und ein kleines Taschenmesser in den Abfall geworfen werden?
Der Lauf durch Paris sah eher aus wie eine Militärparade am 14. Juli als ein sportliches Fest. Einerseits schade, andererseits, wer hat ernsthaft daran geblaubt, dass China bis zu den olympischen Spielen ein Land mit westlichen, demokratischen Werten wird?
Da ist doch unsere Heuchelei wirkich albern. Wir wollen eben unsere billige Kleidung aus China und unsere Technik dafür aus Deutschland verkaufen.
lotharine (08.04.2008, 01:07 Uhr)
@naiv02
Warum nicht? War dafuer aber auch sehr viele Jahre in Polen. Leider durfte die Transitstrecke nicht verlassen werden. Zu der Zeit war ich ebenfalls in Rumaenien, Ungarn und Jugoslawien.
paulmaz (08.04.2008, 00:36 Uhr)
Lotharine
Danke und alles Gute. Viel Spass
bei der Arbeit.
lotharine (08.04.2008, 00:27 Uhr)
@Paulmaz
Guten Morgen aus China.
Stelle fest, Sie haben den ganzen Abend/Nacht mit den Herren diskutiert. Ich muss ab heute meiner beratenden Taetigkeit nachgehen und den Chinesen fachlich unter die Arme greifen. Sind dafuer auch sehr dankbar.
naiv02 (08.04.2008, 00:21 Uhr)
@paulmaz
Genau, deshalb wäre eine Untersuchung durchaus hilfreich. Und weil die Chinesen jetzt schon wissen was da rauskommt, sind sie so wild drauf, das kein Unabhäniger mehr in die Region kommt.
MEHR ZUM ARTIKEL
Fackellauf in Paris Das sagen die stern.de-Leser

Ein gewalttätiger Auftakt zu den Spielen des Friedens: Der olympische Fackellauf in Paris wurde durch massive pro-tibetische Proteste gestört, die Route sogar um rund ein Viertel verkürzt - Zu Recht? Lesen Sie, was die stern.deLeser über die Aktionen in Frankreich denken. mehr...

Olympische Spiele China startet Rekord-Fackellauf

Chinas Präsident Hu Jintao hat den olympischen Fackellauf rund um die Welt eröffnet. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurde der Start auf dem Pekinger Platz des himmlischen Friedens mit Tanz- und Akrobatikvorführungen gefeiert. Der Fackellauf wird der längste der Geschichte sein. mehr...

Olympia 2008 Die Geheimnisse der Fackel

Das olympische Feuer ist auf seinem Weg um den Globus - doch wie wird es transportiert und seit wann gibt es den Fackellauf überhaupt? stern.de verrät Ihnen, was Sie schon immer über die reisende Fackel wissen wollten. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe