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FDP-Politiker befragt den IS - via Granate

Weil er sich über das Todenhöfer-Interview mit dem Islamischen Staat ärgerte, hat FDP-Politiker Tobias Huch der Terrormiliz selbst eine Frage gestellt - via Granate. Es gab Kritik, aber auch Lob.

Wie war die Frage? Tobias Huch schreibt auf einer Panzerfaustgranate

Wie war die Frage? Tobias Huch schreibt auf einer Panzerfaustgranate

Vor einigen Wochen führte CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer ein TV-Interview mit Kämpfern des Islamischen Staates. Den Mainzer FDP-Politiker Tobias Huch ärgerte das maßlos. Es war eine "reine PR-Show" der Terrormiliz, sagte Huch der "Bild"-Zeitung. Auf seiner Facebook-Seite zeigte der liberale Politiker nun, welch bizarre Vorstellung er von einem angemessenen Interview mit dem IS hat.

In einem Video sieht man Huch dort in voller Kampfausrüstung in dem zwischen IS und den Kurden umkämpften Sindschar-Gebirge. Seine Frage an die Terrormiliz, "ob das, was die da veranstalten, wirklich der Islam ist", stellt Huch jedoch nicht von Angesicht zu Angesicht, sondern schreibt sie stattdessen auf eine Panzerfaustgranate der Kurden.

Huch erntet für das Video reichlich Kritik - aber auch viel Lob. So reichen die Kommentare auf seiner Facebook-Seite von "Ich find' sowas einfach geschmacklos und das obwohl ich gegen ISIS bin" bis hin zu "Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung für die Kurden". Huchs Partei, die FDP, reagierte mittlerweile ebenfalls auf das Video. Zwar haben die Freien Demokraten "das Video nicht geschaltet und lehnen es in Form und Inhalt ab", dennoch respektieren sie "die Meinungsfreiheit gerade auch unserer Mitglieder".

Huch selbst äußerte sich ebenfalls zu dem Video und zu der Reaktion der FDP: "Heute bin ich wieder stolz auf meine Partei, da sie die Meinungsfreiheit verteidigt", schreibt er - und weiter: "Es gab auch sehr viel positives Feedback ... es wurde aber auch kontrovers diskutiert. Das ist gut und richtig!"

Laut "Bild" engagiert sich Huch seit Monaten für die Menschen in der umkämpften Region, hat die Lieferung von mehr als 1,4 Millionen Trinkwasser-Flaschen für von der Terrormiliz bedrohte Kurden und Jesiden organisiert. Von Deutschland wünscht er sich mehr Waffen und mehr Ausbildung für die Kurden-Kämpfer.

Sein Granaten-Video sieht der FDP-Politiker vor allem als einen Appell an die deutsche Gesellschaft: "Ich will den Alltag des Kriegs deutlich machen, zeigen, wie schrecklich er ist", so Huch. "Die kurdischen Einheiten dort kämpfen unter schwierigen Bedingungen für die Freiheit - auch für unsere Freiheit." Ob die Panzerfaust überhaupt abgefeuert wurde, konnte Huch nicht sagen.

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