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Der Auftritt von Georg Klein vor dem Untersuchungsausschuss zum Luftangriff von Kundus war ohnehin schon brisant. stern-Enthüllungen machten ihn noch spannender. Der Oberst bestätigte die Existenz von Todeslisten im Kampf gegen die Taliban.
Die Nato setzt in Afghanistan Todeslisten ein, um die Führer der Taliban zu eliminieren. Nach stern-Recherchen ist die Bundeswehr daran beteiligt. Auch zum Kundus-Angriff gibt es neue Enthüllungen.
In Bagdad hängt vieles von den richtigen Kontakten ab - manchmal das nackte Leben. Er sei sehr beschäftigt im Moment, meinte der Freund am Telefon mit ernster Stimme, als ich ihn in Bagdad anrief. Womit, wollte er nicht sagen. Erst ein paar Tage später rückte er mit der Sprache heraus. Es war eine dieser Geschichten aus Bagdad, die eigentlich zu absurd klingen, um wahr zu sein - und es leider meist dennoch sind. Jemand hatte dem Freund gesteckt, sein Name stünde auf der Wanted-Liste einer der Milizen, die in Bagdad gezielt morden. Für einen ehemaligen Offizier der irakischen Armee keine unwahrscheinliche Nachricht - gut organisierte Todesschwadronen haben unzählige Mitglieder des ehemaligen Regimes entführt, gefoltert und ermordet. Soweit, so "normal". Dann aber begann der Teil der Geschichte, der mich selbst nach drei Jahren Irakerfahrung staunen ließ: Als der Freund von der Liste hörte, packte er nicht angstvoll seine Habseligkeiten zur Flucht, sondern nahm Nachforschungen auf. Er kannte jemand, der jemand kennt, der solche Listen führt oder einsehen kann. Nach vielen Telefonaten, bangen Gesprächen, vorsichtigen Fragen und umsichtigen Kontakten konnte der Freund aufatmen: Sein Name stand nicht auf der Liste. Nun habe er wieder Zeit, rief er ein paar Tage später an. Die dringende Angelegenheit sei erledigt. Vorerst jedenfalls.
Die Ermittlungen gegen das Neonazi-Trio strotzen vor Pannen. Angeblich wurden thüringische Fahnder 1998 kurz vor einem Zugriff gestoppt. Die Behörden dementieren den Medienbericht vehement.
In Südafghanistan rücken tausende Soldaten der internationalen und afghanischen Truppen gegen Taliban-Hochburgen vor. Es ist die größte Offensive seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes vor acht Jahren. In den Augen der Militärs soll es eine perfekte militärische Vorzeige-Operation mit politischem Ziel werden.
Die Nato-Truppen in Afghanistan benutzen geheime "Todeslisten" mit den Namen von Taliban-Führern. Diese gilt es aufzuspüren, gefangen zu nehmen oder auch zu liquidieren. Dabei werden amerikanische Spezialeinheiten von deutschen Elitesoldaten des KSK unterstützt. Was die Kommandotrupps in der Gegend um die Stadt Kundus tatsächlich treiben, bleibt den Politikern in Berlin verborgen.
Mehrere US-Soldaten haben nach einem Bericht des Fernsehsenders CBS Iraker in einem Bagdader Gefängnis schwer misshandelt. Die offenbar als "Souvenirs" gedachten Bilder zeigen nackte, gefesselte Iraker - auch in Folterstellungen.
Während im Irak die Gewalt eskaliert, streitet man in Amerika noch über den Begriff "Bürgerkrieg". Dabei wird immer deutlicher: die Supermacht verliert den Krieg. Was als Feldzug für die Freiheit begann, könnte in einer neuen Diktatur im Irak enden.
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