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Nach Nizza: So viele Tote forderte der Terror in Westeuropa seit 1970

Nach Nizza bleibt die Furcht vor Anschlägen groß. Insgesamt fordert der Terror in Europa aber längst nicht mehr so viele Opfer wie früher. Warum wächst trotzdem das Gefühl der Bedrohung? Vielleicht weil der Terror heute ein anderer ist als vor zwanzig oder dreißig Jahren.

Die Grafik zeigt, wieviel Todesopfer terroristische Anschläge in Westeuropa seit 1970 forderten. Die Daten bis 2014 stammen aus der "Global Terrorism Database" der University of Maryland. Die Angaben ab 2015 stammen aus Wikipedia-Einträgen. Fahren Sie mit der Maus über die Balken, um weitere Details zu sehen.

Schon wieder Frankreich. Nach dem blutigen LKW-Attentat in Nizza stieg die Zahl der Menschen, die seit Beginn 2015 in Deutschlands Nachbarland bei Terroranschlägen gestorben sind, auf über 240 an. Die gefühlte Bedrohung durch islamistischen Terror hat in den vergangenen Jahren in Europa ohnehin stark zugenommen, Ereignisse wie das vom vergangenen Donnerstag schüren die Ängste der Menschen immer wieder neu an. 

Tatsächlich ist Terror etwas, mit dem die Europäer schon seit Jahrzehnten leben müssen. Die Zahlen der Todesopfer sind sogar seit den 1970er und 1980er Jahren stark zurückgegangen. Damals gingen sie regelmäßig in die Hunderte - und das jährlich, wie die obenstehende Infografik zeigt. Seit der Jahrtausendwende sind die jährlichen Opferzahlen stark zurückgegangen und werden vor allem durch Ausreißer in die Höhe getrieben: Die Anschläge in Madrid 2004 und London 2005 durch Al-Kaida-Anhänger sind zwei Beispiele. Ebenso die Ermordung von 77 Menschen, vor allem Jugendliche, durch den Rechtsextremisten Anders Breivik in Norwegen 2011. 

Warum ist die Terrorangst trotz dieser Zahlen gewachsen?

In den Siebzigern, Achtzigern und frühen Neunzigern waren es vor allem regionale Gruppierungen, die eine Bedrohung für bestimmte Teile Westeuropas darstellten: Die IRA in Nordirland, die ETA in Spanien oder die RAF in Deutschland, um nur drei Beispiele zu nennen. Ziele und Orte möglicher Anschläge waren durch die Ausrichtung jener Gruppierungen einigermaßen eingegrenzt. Die IRA stellte etwa keine Gefahr für die Einwohner Berlins da.

Das hat sich grundlegend geändert: Heutzutage ist die Terrorgefahr auf dem Kontinent diffus und ubiquitär, vor allem der islamistische Terror zielt auf Europa als Ganzes. Und das macht ihn trotz aller Präventivmaßnahmen unberechenbarer. Die Anschläge der letzten Jahre in Madrid, London, Paris und Brüssel unterstreichen das sehr deutlich.

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