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19. Dezember 2006, 16:14 Uhr

Schwarzenegger will Giftspritze perfektionieren

Arnold Schwarzenegger kann nicht akzeptieren, dass die Todesstrafe in Kalifornien ausgesetzt ist. Deshalb will der Gouverneur nun die besten Hinrichtungsexperten fragen, um die Todesstrafe beibehalten zu können.

Todesliege in San Quentin-Staatsgefängnis, Kalifornien© Reuters

Nach der vorläufigen Aussetzung der Todesstrafe im US-Bundesstaat Kalifornien will Gouverneur Arnold Schwarzenegger Hinrichtungen mit der Giftspritze perfektionieren lassen. Er werde alles unternehmen, um den Einsatz von Todesspritzen mit der Verfassung in Einklang zu bringen, damit die Todesstrafe in Kalifornien beibehalten werden könne, heißt es in einer Erklärung Schwarzeneggers.

Der ehemalige Schauspieler reagierte damit auf eine Entscheidung von Bundesrichter Jeremy Fogel, der in San Jose Hinrichtungen mit der Giftspritze vorläufig ausgesetzt hatte. Der Richter führte zur Begründung an, die Todesspritze stehe im Widerspruch zur Verfassung, die grausame und außergewöhnliche Bestrafungen verbiete.

Unprofessionelle Hinrichtungen

Fogel listete Mängel im gesamten Prozess von schlecht ausgebildetem Personal bis hin zum falschen Mix der Todesdroge auf. Der Mangel an Professionalismus sei überall vorhanden, sagte Fogel. Er gab der Regierung Kaliforniens 30 Tage Zeit, auf seine Entscheidung zu reagieren. Am vergangenen Freitag hatte auch der Gouverneur des Bundesstaates Florida, Jeb Bush, nach dem qualvollen, 34-minütigen Todeskampf eines Häftlings, die Todesstrafe vorläufig ausgesetzt.

Schwarzenegger kündigte nun unter anderem eine bessere Ausbildung des Personals an, um Pannen bei der Anwendung der Spritze zu vermeiden. Darüber hinaus soll der Rat der besten Hinrichtungsexperten aus anderen Bundesstaaten eingeholt werden, wie die tödliche Injektion am besten erfolgen kann.

In Kalifornien sitzen rund 650 Häftlinge in Todeszellen; soviel wie in keinem anderen US-Bundesstaat. Die Hinrichtung mit der Giftspritze erfolgte bislang in 37 Bundesstaaten. Nach offensichtlichen Pannen bei einigen der letzten Hinrichtungen hat ein Richter im Bundesstaat Missouri vor zwei Monaten die angewendeten Methoden als nicht verfassungskonform erklärt.

DPA
 
 
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