. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
20. Juli 2009, 14:26 Uhr

Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen

Bei den Schüssen von Bundeswehrsoldaten auf ein Fahrzeug nahe einer deutschen Stellung im Norden Afghanistans ist ein Zivilist ums Leben gekommen. Zunächst war von drei Toten die Rede gewesen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat sich in den Fall eingeschaltet.

Afghanistan, Kundus, Bundeswehrsoldaten, getötet, Zivilsten

Die deutschen Truppen hatten Geheimdienstinformationen, dass bewaffnete Taliban-Kämpfer in einem zivilen Fahrzeug unterwegs seien© Maurizio Gambarini/DPA

Bundeswehrsoldaten haben einen Zivilisten in einem Minivan erschossen, der mit hoher Geschwindigkeit auf ihren Kontrollpunkt im Norden Afghanistans zufuhr. Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, hatte zunächst von drei zivilen Opfern gesprochen. Die Bundeswehr hatte am Sonntagabend mitgeteilt, zwei Zivilisten seien ums Leben gekommen. Das Verteidigungsministerium korrigierte die Zahl dann am Montag.

Afghanische Sicherheitskräfte bestätigten die deutschen Angaben. Ein Jugendlicher sei bei dem Zwischenfall im Unruhedistrikt Char Darah getötet worden, zwei Männer seien verletzt worden, hieß es aus den Sicherheitskreisen. Ein Mensch sei unverletzt geblieben, ein weiterer geflohen.

Nach der medizinischen Erstversorgung im Rettungszentrum des Regionalen Wiederaufbauteams in Kundus seien die Verletzten zur weiteren Behandlung ins Bundeswehrlager nach Masar-i-Scharif ausgeflogen worden. Die Soldaten hätten von einem Angriff ausgehen müssen und rechtmäßig geschossen, betonte die Bundeswehr.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Potsdam hat sich mittlerweile in den Fall eingeschaltet. Die Behörde prüft ob gegen die beteiligten Soldaten Ermittlungen eingeleitet werden. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ist grundsätzlich zuständig, wenn die Bundeswehr einen möglicherweise strafrechtlich relevanten Vorgang im Ausland meldet. Bestätigt sich ein Anfangsverdacht, leitet sie den Fall an die örtlich zuständige Staatsanwaltschaft weiter - je nachdem, woher der beschuldigte Soldat stammt. Vor einem Jahr hatte ein deutscher Soldat in Afghanistan eine Frau und zwei Kinder versehentlich erschossen. Die Ermittlungen wurden nach neun Monaten eingestellt.

"Nach derzeit vorliegenden Informationen mussten die Soldaten von einem Angriff ausgehen, sodass der Schusswaffengebrauch auf der Grundlage bestehender Einsatzregeln rechtmäßig erfolgte", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die Staatsanwaltschaft Potsdam macht das weitere Vorgehen davon abhängig, ob die Bundeswehr-Angehörigen eindeutig in Notwehr gehandelt haben. "Wenn sich eine Notwehrlage aufdrängt, muss man keinen Ermittlungsvorgang einleiten", sagte ein Sprecher. Bislang handele es sich nur um Vorermittlungen.

In dem Fahrzeug wurden nach Ministeriumsangaben weder Waffen noch Sprengstoff gefunden. Provinzgouverneur Omar sagte: "Die deutschen Truppen hatten Geheimdienstinformationen, dass bewaffnete Taliban-Kämpfer in einem zivilen Fahrzeug unterwegs seien. Nach dem Beschuss haben die deutschen Truppen erkannt, dass die bewaffneten Taliban vor dem Checkpoint den Wagen verlassen hatten."

DPA/AFP/AP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Anti-Terror-Kampf Briten debattieren über Afghanistan-Einsatz

Die britische Regierung ist mit zunehmender Kritik an ihrer Militärstrategie in Afghanistan konfrontiert. Nachdem dort binnen 24 Stunden acht britische Soldaten ums Leben kamen, scheint die Unterstützung für den Einsatz auf breiter Front zu bröckeln. mehr...

Afghanistan-Einsatz Soldaten erhalten umstrittenes Ehrenkreuz

Neuer Heldenkult oder angemessene Ehrung? Erstmals in der Geschichte der Bundeswehr haben vier Soldaten für ihren Afghanistan-Einsatz die Tapferkeitsmedaille erhalten. Während die Koalition diese Art der Auszeichnung verteidigt, kritisiert die Linke eine Glorifizierung des Soldatentums. mehr...

Afghanistan Der Gegenschlag der Taliban

Die Lage in Afghanistan eskaliert: Nach Beginn der Großoffensive gegen die Taliban in der Provinz Helmand sind dort mindestens 19 Menschen getötet worden. An der Grenze zu Pakistan werden 16 Minnenräumer vermisst. Die Union streitet über eine Rückzugsstrategie für die deutschen Soldaten. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch