Bundeswehr-Maschinen sind startbereit für Mali

17. Januar 2013, 14:32 Uhr

Abflug noch am Donnerstag: Zwei deutsche Transport-Flieger sollen afrikanische Truppen ins Einsatzgebiet bringen. Die EU schickt zur Unterstützung 250 Militärausbilder.

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Afrikanische Soldaten wie diese Nigerianer sollen in Mali europäische Unterstützung bekommen©

Zwei Transall-Transportmaschinen der Bundeswehr sollen noch am Donnerstagabend aus dem schleswig-holsteinischen Hohn für den Einsatz im westafrikanischen Mali starten. Jede Maschine hat sieben Besatzungsmitglieder an Bord, wie ein Sprecher des Lufttransportgeschwaders 63 am Donnerstag der Nachrichtenagentur DPA sagte. Ursprünglich sollte jeweils eine Maschine aus Hohn und eine aus dem bayerischen Landsberg starten. In Bayern herrschte am Donnerstag jedoch dichter Schneefall. Als Startzeit ist 19.00 Uhr geplant.

Erstes Ziel der Maschinen ist das malische Bamako. Von dort aus geht es in einen der 14 anderen Staaten der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas weiter, von wo aus Soldaten nach Bamako gebracht werden sollen. An dem Einsatz beteiligen sich 14 Bundeswehrsoldaten. Jedes Flugzeug kann rund 90 Soldaten transportieren und wird mit zwei Crews besetzt.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch nach einer Anfrage der französischen Regierung entschieden, den Kampf gegen die islamistischen Rebellen im Norden Malis mit zwei Transall-Maschinen zu unterstützen. Französischen Truppen sollen aber damit nicht transportiert werden.

250 Ausbilder sollen afrikanische Truppen unterstützen

Außerdem wird die Europäische Union vermutlich etwa 250 Militärausbilder nach Mali entsenden. Sie sollen dafür sorgen, dass die Armee des Landes islamistische Rebellen im Norden Malis bekämpfen kann. Die Außenminister der 27 EU-Staaten versprachen am Donnerstag in Brüssel zugleich finanzielle Unterstützung für den von der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas in Mali geplanten Kampfeinsatz von 3500 afrikanischen Soldaten. Der französische General François Lecointre wurde zum Kommandeur der EU-Trainingsmission in Mali ernannt.

Die französischen Truppen auf malischem Boden wurden auf 1400 Soldaten ausgeweitet. Auch zusätzliche Kampfhubschrauber seien im Einsatz. Diese sollen möglicherweise zur Unterstützung von Spezialeinheiten eingesetzt werden, die an der Seite malischer Soldaten in der Umgebung der von Rebellen gehaltenen Stadt Diabali gegen Islamisten kämpfen.

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für den Mali-Einsatz von zunächst 2000 Soldaten aus Ländern der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas weiter. Als erstes wurden am Donnerstag in der Hauptstadt Bamako bis zu 500 Mann aus Nigeria erwartet, sagte ein Ecowas-Sprecher der Nachrichtenagentur DPA. Auch Niger, Togo und Burkina Faso wollten je 500 Soldaten stellen.

Westerwelle sieht keine europäische Dauerlösung

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte, der Umfang der deutschen Beteiligung an dem Einsatz stehe noch nicht fest. "Das werden wir jetzt natürlich in der Bundesregierung erörtern", kündigte er an. Zuvor müsse unter den Europäern geklärt werden, "wer welche Beiträge leistet". "Auf Dauer wird es keine europäische oder militärische Lösung geben können in Mali. Auf Dauer geht es darum, dass die afrikanischen Kräfte es schaffen müssen, die malische Armee es schaffen muss", sagte der Minister.

Einen Kampfeinsatz zur Unterstützung der französischen Truppen in Mali schloss er aus. Deutschland sei mit Tausenden Soldaten beispielsweise in Afghanistan vertreten, wo sich Frankreich zurückgezogen habe: "Insoweit ist es auch verständlich, dass unsere Möglichkeiten begrenzt sind."

"Lage in Mali ist Gefahr für alle EU-Länder"

In dem Beschluss der Minister wird keine Zahl für die Größe des Ausbildungseinsatzes genannt. Diplomaten sagten, zunächst gehe man von 200 bis 250 Ausbildern aus. Diese sollen durch etwa 200 Soldaten geschützt werden. Der italienische Außenminister Giulio Terzo sagte aber, die Zahl der Ausbilder könne "nötigenfalls auf 500 verdoppelt" werden. Sein niederländischer Kollege Frans Timmermans sagte, die Lage im Norden Malis sei für alle EU-Länder eine Gefahr.

Die EU-Außenminister erklärten ihre Bereitschaft, die nach einem Militärputsch im April vergangenen Jahres unterbrochene Entwicklungshilfe für Mali wieder aufzunehmen. Zugleich forderten sie eine Rückkehr zur Demokratie. Sie erklärten, die EU sei auch zu humanitärer Hilfe bereit. Nun ist noch einer weiterer formeller Beschluss zur Entsendung der Militärausbilder erforderlich. Dieser soll bis Mitte Februar erfolgen.

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