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12. September 2006, 16:23 Uhr

Iran hilft dem Erzfeind

Ungewöhnliche Allianz: Der Iran will seinem ehemaligen Erzfeind Irak helfen, für Sicherheit und Stabilität zu sorgen. Die beiden Länder wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten.

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki und der Präsident des Iran, Mahmud Ahmadinedschad, schütteln sich bei ihrem Treffen freundschaftlich die Hände© DPA

Der Iran hat seinem ehemaligen Kriegsgegner Irak beim ersten offiziellen Besuch von Ministerpräsident Nuri al-Maliki Unterstützung angeboten. Dabei gehe es vor allem darum, Sicherheit und Stabilität im Irak herzustellen, sagte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad nach einem Treffen mit Maliki in Teheran. Die Länder vereinbarten zudem eine engere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Unter dem früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein führte der Irak in den 80er Jahren einen achtjährigen Krieg mit dem Nachbarland.

"Die Sicherheit im Irak zu verbessern bedeutet die Sicherheit und die Stabilität in der ganzen Region zu stärken", sagte Ahmadinedschad. Maliki sprach von einem nützlichen Treffen in zahlreichen Feldern.

Interesse des irakischen Ministerpräsidenten kommt überraschend

Ursprünglich war erwartet worden, dass Maliki die Regierung in Teheran darum bitten würde, sich nicht in interne Angelegenheiten seines Landes einzumischen. Dies hatte ein Regierungssprecher noch vor Antritt der zweitägigen Reise Malikis am Dienstag angekündigt. Nach dem Treffen mit dem iranischen Präsidenten war ein Gespräch mit dem geistlichen Oberhaupt Irans, Ajatollah Ali Chamenei, geplant. Am Mittwoch soll Maliki den einflussreichen ehemaligen Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani treffen. Möglich sei außerdem ein Gespräch mit dem Generalsekretär des höchsten nationalen Sicherheitsrates, Ali Laridschani, sagte ein irakischer Vertreter.

Schiiten und Sunniten mißtrauen einander

Maliki hatte das Amt des Ministerpräsidenten vor fünf Monaten übernommen. Die Mehrheit der Bevölkerung im Irak ist genauso wie im Iran schiitisch. Unter dem gestürzten Ex-Präsidenten Saddam Hussein, einem Sunniten, wurden die Schiiten unterdrückt. Jetzt beäugen viele sunnitisch geführte arabische Staaten den Aufstieg der Schiiten im Irak und mögliche enge Kontakte zum Iran misstrauisch. Obwohl die USA die Beziehungen zwischen den beiden Ländern offiziell unterstützen, wird auch dort ein möglicher Einfluss des Iran auf die schiitische Regierung gefürchtet. Im Zusammenhang mit dem Konflikt um das iranische Atomprogramm und der harten Haltung der USA darin gibt es die Befürchtung, dass der Iran die Gewalt gegen die US-Truppen im Irak schüren könnte.

Im Irak kamen unterdessen bei einem Bombenanschlag auf das US-Militär im Westen Bagdads den Behörden zufolge sechs Zivilisten ums Leben. Der Anschlag habe sich gegen einen vorbeifahrenden Konvoi der US-Armee gerichtet. Einem Fernsehsender zufolge wurden bei einem Überfall auf eine schiitische Moschee sieben Menschen getötet. Unbekannte hätten die Moschee in Chan Bani Saad südlich von Bakuba in der Nacht auf Dienstag mit Werfergranaten angegriffen und zerstört, berichtete der staatliche Sender Al-Irakija.

Reuters
 
 
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