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21. April 2009, 08:03 Uhr

Obama gibt CIA-Mitarbeitern Rückendeckung

Der US-Präsident in der Geheimdienstzentrale: Bei seinem ersten Besuch im CIA-Hauptquartier zollte Barack Obama den Agenten seinen Respekt - machte aber erneut deutlich, dass er die Folterpraktiken seiner Vorgängerregierung nicht tolerieren werde.

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Antrittsbesuch: US-Präsident Barack Obama bei CIA-Chef Leon Panetta im Hauptquartier des Geheimdienstes in Langley© Gerald Herbert/AP

Wenige Tage nach der Veröffentlichung von geheimen Dokumenten des US-Geheimdienstes CIA hat US-Präsident Barack Obama der Behörde seine "volle Unterstützung" zugesichert. Er werde alles tun, um die Identität und die Sicherheit der Mitarbeiter zu schützen, sagte Obama bei einem Besuch der Geheimdienstzentrale in Langley bei Washington.

"Außergewöhnliche Umstände" hätten ihn zu der Veröffentlichung der Geheim-Memos veranlasst, die Einzelheiten der harschen Verhörmethoden unter der Vorgängerregierung preisgeben, sagte Obama mit Verweis auf eine Klage der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU). Die CIA-Mitarbeiter sollten sich nicht von den Ereignissen der vergangenen Wochen und dem Einräumen von Fehlern entmutigen lassen, sagte Obama, der von den Mitarbeitern des Hauptquartiers begeistert empfangen wurde. "So lernen wir daraus."

Generell bescheinigte Obama der CIA, dass sie angesichts der Reihe neuer "unkonventioneller" Herausforderungen unter anderem durch Terroristen "wichtiger denn je" sei. Es sei hart, die USA gegen Menschen zu verteidigen, "die keine Skrupel haben und bereitwillig und mit Freuden Unschuldige töten würden", sagte Obama. Angesichts solcher Feinde die Werte und Ideale der USA hochzuhalten, "macht die USA zu etwas Besonderem und macht Sie zu etwas Besonderem".

Obama hatte am Donnerstag erklärt, CIA-Mitarbeiter wegen umstrittener Verhörmethoden bei Terrorverdächtigen nicht juristisch zu belangen. Mit der Zusicherung von Straffreiheit will Obama offenbar der Sorge innerhalb des Geheimdiensts entgegenwirken, dass Mitarbeiter für mögliche Rechtsverstöße bei Verhören zur Zeit der Regierung von George W. Bush rechtlich belangt würden. Menschenrechtsorganisationen reagierten auf die Ankündigung mit Empörung.

In den jetzt veröffentlichten internen Vermerken der Bush-Regierung geht es um die Zulassung umstrittener Verhörtechniken gegen Terrorverdächtige nach den Anschlägen von 11. September 2001. Die Memos dokumentieren den Einsatz von Schlafentzug, schmerzhaften Körperhaltungen, Entblößung sowie Schlägen ins Gesicht und in den Unterleib. Aufgeführt wird auch die Technik des Waterboarding, bei dem der Verhörte zu ertrinken glaubt.

Der "New York Times" vom Montag zufolge wurde allein der mutmaßliche Chefplaner der Anschläge von 11. September 2001, Chalid Scheich Mohammed, 183 Mal auf diese Weise gequält. Ein anderer mutmaßlicher Terrorist, Abu Subaida, sei dem Waterboarding 83 Mal ausgesetzt gewesen. Menschenrechtsorganisationen stufen derartige Verhörmethoden als Folter ein.

AFP/DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Gisella (21.04.2009, 15:59 Uhr)
Obamaaaa
wird sich nicht gegen CIA stellen-denn-eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" . Alles wie gehabt-die "Befehlshaber" müssen vors Gericht, aber.......?????
jetrabbit (21.04.2009, 14:47 Uhr)
irgendwie ein bischen am thema vorbei.
keiner kann verlangen, staatsdiener für ihre pflicht am vaterland zu bestrafen. die hatten ja ihre eindeutigen befehle von höchster stelle.
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ist ja auch alles recht und billig. ABER hier wurden AUCH hunderte unschuldige jahrelang mishandelt... ohne ein urteil zu erwirken... nach x jahren unter folter ???
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hier geht es um das phenomaen, jahrelange folter an meist unschuldigen, ohne prozesse, anwälte.
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der mit der josef fritzl frisur...scheich irgendwas ist bestimmt nicht unschuldig, weil durch busch/binladen angestiftet... aber viele andere sind es eben.
shine (21.04.2009, 10:45 Uhr)
re; ganzbaf
"Den Haag sollte Anklage erheben."
Und dann?? Die USA werden niemals irgendwelche Leute ausliefern, schon garnicht Ex-Präsidenten. Und wenn dochmal einer von Interpol verhaftet und nach Den Haag geschafft wird, dann kommen die Spezialkommandos und holen den wieder raus. Oder Den Haag wird bombadiert. Wer wird sich wohl gegen die USA wehren??
shine (21.04.2009, 10:42 Uhr)
re: Malt
Natürlich wird da niemand im "Westen", von den USA die lückenlose Aufklärung verlangen. Steckten doch viele selber mit in diesem Sumpf und die USA sind ja schliesslich unsere "Freunde". All diese guten, moralisch einwandfreien Diplomaten der EU haben gestern bei der Rede von Ahmedineschad den Saal verlassen, aber gegen die USA macht man nix. Welch heuchlerisches Verhalten...
ganzbaf (21.04.2009, 10:37 Uhr)
Die Hintermänner....

und Anstifter solcher Foltermethoden, müssten sehr wohl vor Gericht.
Den Haag sollte Anklage erheben.
Malt (21.04.2009, 10:14 Uhr)
@Vincent_Vega
"distanziert sich erheblich mit seinen Äußerungen von den Werten der Bush-Administration"
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Wenn er sich durch Taten distanzieren würde wäre mir das um einiges Lieber ;-)... mir war ja auch klar, dass er nicht plötzlich anfangen wird die ganzen Verbrecher vor den Kadi zu zerren.... allerdings finde ich lustig, dass von ausserhalb NICHT einer (ausser dem Iran, welch Ironie) eine Aufklärung und Bestrafung der Folterungen von den USA fordert...
Vincent_Vega (21.04.2009, 09:59 Uhr)
Oh Ihr Träumer!
Wart Ihr wirklich so realitätsfremd, dass Obama gleich die ganze Bush-administration ins Gefängnis schickt oder die CIA auflöst? Eine Verfolgung des vorigen Kabinetts wird in den USA nun mal nicht gern gesehen, wohl auch nicht von den Wählern und die CIA-Mitarbeiter können sich auf in den USA geltendes Recht berufen. Das wäre hier nicht anders. Der Polizeichef, der in Deutschland einem Kindesentführer Folter angedroht hat, ist entlassen worden weil er gegen geltendes Recht versotßen hat während Bush Folter in "Krieg gegen den Terror" als legales Mittel zur "Aufklärung" erklärte. Obama aber widerruft aber wenigstens die Möglichkeit der Folteranwendungen und distanziert sich erheblich mit seinen Äußerungen von den Werten der Bush-Administration.
hellwachabsolut (21.04.2009, 09:32 Uhr)
Wsa habt Ihr erwartet ?
Wsa habt Ihr eigentlich erwartet?
das ist doch klar, dass gerade diese Leute, die keine Hemmungen haben, zu foltern bzw. zu schikanieren in jedem Regim gebraucht sind . Mal mehr mal weniger.
Die Tatsache, dass nicht jeder foltern kann oder will, führt dahin, dass die Folterdspezialisten Ihren Job behalten werden. Nicht einmal ein Obama kann auf diese Leute verzichten.
Malt (21.04.2009, 09:19 Uhr)
Alter Wein...
...in neuen Schläuchen. Im Endeffekt sagt er eigentlich nichts anderes, als dass Foltern zwar furchtbar ist... es sei denn, man tut es zum Wohle der USA! Dann ist es zwar verboten, nur darf gegen die Folterer dann nichts unternommen werden, da sie Schutz von ganz oben geniesen! Ich wäre dafür, ob der offensichtlichen noch immer anhaltenden Doppelmoral, sämtliche Veranstaltungen, an denne die USA teilnehmen, zu boykottieren. Bei einem Antirassismusgipfel den Iran boykottieren kann jeder... gerade, wenn es en vouge ist.
GordonBleu (21.04.2009, 08:47 Uhr)
der gute alte ....
befehlsnotstand. was sollten sie denn machen, die armen agenten. man hatte ja schließlich seine befehle. und wahrscheinlich hat man auch von nichts gewußt. und das foltern gegen menschenrechte verstößt, wer kann das ahnen? da kann man einfach keinen cia'ler zur verantwortung ziehen. hier zeigt doch welt-erlöser obama das er letztlich auch nur eines ist: amerikaner.
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