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6. Oktober 2009, 10:15 Uhr

US-Verteidigungsminister kritisiert Alliierte

US-Verteidigungsminiser Robert Gates ist hart mit der Strategie in Afghanistan ins Gericht gegangen. Schuld an dem Erstarken der Taliban sei der Mangel an ausländischen Truppen, sagte Gates in einem CNN-Interview. Auch sein eigenes Land nahm der Minister nicht von seiner Kritik aus.

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Kritisierte die Afghanistan-Strategie von USA und Nato: US-Verteidigungsminister Robert Gates© Charles Dharapak/AP

Das Erstarken der radikal-islamischen Taliban in Afghanistan ist nach Ansicht von US-Verteidigungsminister Robert Gates vor allem auf einen Mangel ausländischer Truppen zurückzuführen. In einem Interview mit CNN kritisierte Gates dabei nicht nur die Nato-Partner für ihre zögerliche Haltung, sondern indirekt auch die Entscheidung des ehemaligen Präsidenten George W. Bush, mit Beginn des Irakkriegs Soldaten aus Afghanistan abzuziehen und in den Golf zu schicken.

"Wegen unseres Unvermögens und, ehrlich gesagt, auch wegen des Unvermögens unserer Alliierten, ausreichend Truppen in Afghanistan einzusetzen, scheinen die Taliban nun ihre derzeitige Schlagkraft zu haben", sagte Gates in dem Interview, das am Dienstag ausgestrahlt werden sollte. Der Minister warnte eindringlich vor einem Abbruch des Einsatzes. "Wir werden Afghanistan nicht verlassen. Es geht jetzt um die nächsten Schritte nach vorne, und der Präsident muss bald einige gewichtige Entscheidungen fällen", sagte Gates. "Dieses Land und vor allem die Grenzregion zwischen Afghanistan und Pakistan ist das heutige Epizentrum des Dschihad." Ein Rückzug der ausländischen Truppen wäre ein strategischer Sieg der Taliban, der auch das Extremistennetz al Kaida stärken würde.

Der Nato-Oberbefehlshaber in Afghanistan, Stanley McChrystal, hatte in seiner jüngsten Lageeinschätzung ein düsteres Bild gezeichnet und davor gewarnt, dass ohne weitere Soldaten der Krieg gegen die Taliban verloren gehen könnte. Im Gespräch ist eine US-Truppenaufstockung um bis zu 40.000 Soldaten. Einige Stimmen fordern aber auch eine Verringerung der Streitkräfte zusammen mit einem Strategiewechsel, wonach weniger gegen Taliban-Anhänger und verstärkt gegen Al-Kaida-Kämpfer vorgegangen werden sollte.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
rockyciano (07.10.2009, 07:21 Uhr)
Armes Amerika
Wie wir aus dem ARTIKEL entnehmen können, ist es ein Unvermögen der Amerikaner , endlich mal umzudenken.Der "DSCHIHAD" ist verwurzelt in vielen Köpfen und global. Er hat sich nicht ausschliesslich nach Afganistan und Pakistan zurückgezogen.FATALER Irrtum der Amerikaner zu glauben, mit Waffen und Truppen dagegen etwas ausrichten zu können.
auwei (06.10.2009, 13:24 Uhr)
Schade für Obama
aber auch ihm bleibt die Erfahrung nicht erspart: In Teilen der Welt funktioniert eine bewaffnete Intervention bzw. "Befreiung" einfach nicht mehr. Nicht etwa, weil die "Befreiten" ihre vorherigen Unterdrücker so lieben würden. Aber die Gemengelage, die nach einer Militäraktion ensteht, ist für alle Beteiligten schlicht zu unübersichtlich und nicht handlebar. Da scheitert der Soviet, da scheitert auch der Isaf-Held. Wie man das finden soll, ist eher unerheblich - wichtig ist, dass die Parole "weiter so" nur mit ganz massivem Personalaufgebot (und entsprechend vielen Toten) durchzuhalten ist. Und das auch nur auf Zeit. Wer das nicht kapiert, heißt Jung. Oder Gates - ich hoffe, Obama hat noch andere Berater im Köcher.
Marsmann (06.10.2009, 12:55 Uhr)
Ein ist Bock zum Gärtner geworden
Als CIA-Chef schon unter Präsident Clinton hätte Herr Gates mal lieber erkundschaften sollen, wie man zwischenstaatliche Probleme friedlich auf gleichberechtigter Grundlage austragen kann. Der hatte ja schon damals, als Herr Clintons "Glaubwürdikeit in punkto Sex" zum wichtigsten Politikthema hochstilisiert wurde, in einem Stern-Interview vom neuen Jahrtausendkrieg gegen den Islamismus schwadroniert, als die Welt noch nicht ahnte, in welche haßerfüllten Fronten sie gruppiert werden sollte. Das ist einer, der hätte es in der Hand gehabt, die Reaktionen auf 9/11 mehr in Richtung Vernunft zu beeinflussen.
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