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"Wir brauchen Zeit, kein Geld"

Geld? Griechenland brauche Zeit, um seine Reformpläne zu verwirklichen. Das sagte Premierminister Alexis Tsipras dem stern vor den Verhandlungen der Eurogruppe am Montag.

  Griechenland will keine neuen Hilfskredite. Das hat Premierminister Alexis Tsipras dem stern in einem exklusiven Interview vor dem Treffen der Eurogruppe am Montag in Brüssel gesagt.

Griechenland will keine neuen Hilfskredite. Das hat Premierminister Alexis Tsipras dem stern in einem exklusiven Interview vor dem Treffen der Eurogruppe am Montag in Brüssel gesagt.

"Wir wollen keine neuen Hilfskredite." Das sagte Griechenlands neuer Premierminister Alexis Tsipras dem stern. Er steht mitten in den Verhandlungen um die Zukunft seines Landes. Für ein exklusives Interview hat der stern ihn an zwei Tagen im Athener Parlament und in seinem Amtssitz, der Villa Maximos, begleitet. Am morgigen Montag geht es bei den Verhandlungen der Eurogruppe in Brüssel darum, wie es mit dem ewigen EU-Krisenland weitergeht.

Tsipras, der 40-jährige Chef vom "Bündnis der Radikalen Linken" (Syriza), ist dialogbereit und optimistisch. "Ich bin für eine Lösung, bei der alle nur gewinnen. Ich will eine Win-Win-Lösung. Ich will Griechenland vor einer Tragödie retten und Europa vor der Spaltung bewahren."

Ende Februar läuft aktuelles Hilfsprogramm aus

In der Nacht zum Samstag tagte er mit seinem Kabinett bis in die frühen Morgenstunden. Danach versicherte er: "Statt Geld brauchen wir Zeit, um unsere Reformpläne zu verwirklichen. Ich verspreche Ihnen: Dann wird Griechenland in sechs Monaten ein anderes Land sein."

Ende Februar läuft das aktuelle Hilfsprogramm aus. Kommt es nicht zu einer Einigung mit den öffentlichen Gläubigern von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, stünde Griechenland vor dem finanziellen Zusammenbruch.

Das Sozialsystem kann die Opfer der Krise kaum noch auffangen. 1,3 Millionen Menschen sind ohne Job, Hunderttausende haben keine Krankenversicherung mehr. In einem Programm, das nach den Berechnungen der Wirtschaftsexperten von Syriza zwölf Milliarden Euro kosten soll, will Tsipras die schlimmsten Folgen der Krise sofort lindern. Doch für die Finanzierung ist er auf die Kompromissbereitschaft der übrigen Euro-Staaten angewiesen. Allen voran Deutschland.

"Habe Merkel als höfliche Frau erlebt"

Sein kurzes Treffen mit Angela Merkel vor vier Tagen beschrieb Tsipras so: "Ich habe sie als höfliche Frau erlebt. Sie ist nicht so streng, wie man es nach Veröffentlichungen in der Presse von ihr erwartet." Vor allem aber schätze er Kanzlerin Merkel als pragmatische Politikerin ein, die nicht daran interessiert sei, Europas Zukunft zu gefährden.

"Ich gehe von schwierigen Verhandlungen am Montag aus. Dennoch bin ich voller Zuversicht", sagte Tsipras mit Blick auf die wegweisende Eurogruppen-Sitzung am Montag im Fall Griechenland. "Ich schöpfe aus der Unterstützung des Volkes meine Kraft."

Das ganze Exklusiv-Interview mit Alexis Tsipras lesen Sie am Donnerstag im stern.

Andreas Albes, Ferry Batzoglou, Andreas Petzold
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