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Erdogans Ehefrau schwärmt vom Harem

Von der Gleichberechtigung von Mann und Frau hält Erdogan nicht viel. Ein Geheimnis machte er nie daraus. Nun sorgt auch die türkische First Lady, Emine Erdogan, mit einem seltsamen Lob für den Harem für Aufregung. 

Dirst Lady der Türkei Emine Erdogan preist Harem: "Im Harem wurden Frauen auf das Leben vorbereitet"

First Lady der Türkei, Emine Erdogan, preist Harem: Dort seien die Frauen auf das Leben vorbereitet worden

"Der Harem war eine Schule für Mitglieder der osmanischen Dynastie und eine Lehreinrichtung, in der Frauen auf das Leben vorbereitet wurden." Diesen Satz soll die Frau von Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem offiziellen Termin in Ankara zum Besten gegeben haben, berichtet die britische Zeitung "The Guardian". Für diese Äußerung erntet die türkische First Lady Emine Erdogan nun heftige Kritik. 

Ozlem Kurumlar, ein Professor an der Universität in Istanbul twitterte laut "The Guardian": "In der Zeit von Murad III., einem Sultan aus dem 16. Jahrhundert, waren Bücher das einzige, was nicht in den Harem kam."

Haremsdamen dienten nur ihrem Herren

Der Harem des Osmanischen Reiches ist noch heute von zahlreichen Mythen umgeben. Tatsächlich erhielten die Frauen, die im Harem des Sultans lebten, eine Ausbildung. Je nachdem, welche Talente eine Frau hatte, wurde sie in schönen Künsten wie der Musik, Kalligrafie oder Literatur ausgebildet. Jedoch diente die Ausbildung lediglich dem Zweck, den Sultan zu unterhalten.

Aber nicht nur der Sultan hielt sich einen Harem, in dem seine Sklavinnen und Konkubinen wohnten. In der osmanischen Oberschicht war die Polygamie weit verbreitet. Viele Edelleute hielten sich einen Harem.

Eine abgeschottete Welt

Der gesamte Mikrokosmas des Harems war dabei darauf ausgerichtet, dem Hausherren zu dienen. Die Haremsfrauen lebten in einer völlig abgeschotteten Welt. Im sogenannten imperialen Harem hatte außer Eunuchen, minderjährigen Kindern und dem Hausherrn kein Mann Zutritt. Die Frauen waren dem Haremsherren vollkommen untertan.

Mit ihrem Lob für den Harem schlägt die türkische First Lady in die gleiche Kerbe wie ihr Ehemann. Dem türkischen Präsidenten Erdogan wird seit langem vorgeworfen, die Gesellschaft islamisieren zu wollen. Erst am vergangenen Donnerstag sorgte er mit einem chauvinistischen Kommentar für Proteste. Ausgerechnet am internationalen Weltfrauentag sagte er, dass für ihn eine Frau "in erster Linie eine Mutter" sei.


ivi

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