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2. Dezember 2009, 12:43 Uhr

Muslime sollen Geld aus der Schweiz abziehen

Die Minarett-Entscheidung des Schweizer Volkes erregt die Türkei. Europaminister Egemen Bagis ruft vermögende Muslime dazu auf, ihr Geld aus der Schweiz abzuziehen. Die Eidgnossen werden zum Prügelknaben der islamischen Welt.

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Türkische Banken sind gut genug, meint Minister Egemen Bagis und fordert seine Landsleute auf, ihr Geld aus der Schweiz abzuziehen© John Thys/AFP

Nach dem Minarett-Votum in der Schweiz hat der türkische Europaminister wohlhabende Muslime in aller Welt aufgerufen, ihre Vermögen aus der Alpenrepublik abzuziehen und in der Türkei anzulegen. Schließlich habe der türkische Bankensektor der jüngsten Finanzkrise unbeschadet widerstanden, sagte Egemen Bagis nach Presseberichten vom Mittwoch. Zugleich rief Bagis die Schweizer auf, die "fehlerhafte Entscheidung" des Referendums vom vergangenen Sonntag zu korrigieren. 57 Prozent der Eidgenossen hatten dabei für ein Bauverbot von Minaretten, den Wahrzeichen von Moscheen, plädiert. Seitdem prasselt vor allem von Muslimen Kritik auf das Land ein - und Applaus von bedenklich weit rechts stehenden Parteien.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Schweizer Entscheidung am Dienstag als Zeichen einer wachsenden Islamophobie in Europa gewertet. Auch die Opposition in Ankara kritisierte den Ausgang des Referendums. Das Ergebnis zeige, dass westliche Werte lediglich im Rahmen des Christentums verstanden würden, sagte der Chef der nationalistischen Partei MHP, Devlet Bacheli. Der Vorsitzende der linksnationalen CHP, Deniz Baykal, forderte, die Türkei müsse Europa mit Fragen nach dem europäischen Druck auf den Islam konfrontierten.

AFP
 
 
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