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Islamisten halten mehr als 40 Ausländer fest

Im Süden Algeriens haben islamistische Milizen ein Erdgasfeld überfallen, mindestens zwei Menschen getötet und zahlreiche Ausländer als Geiseln genommen. Die Täter sprechen von Rache für Mali.

  Von dieser Erdgasanlage in Algerien verschleppten Islamisten mehrere Ausländer

Von dieser Erdgasanlage in Algerien verschleppten Islamisten mehrere Ausländer

Mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer haben im Osten von Algerien ein Gasfeld überfallen und zahlreiche Ausländer in ihre Gewalt gebracht. Mindestens zwei Menschen wurden getötet, mindestens sieben verletzt. Die Islamisten fordern nach Informationen der mauretanischen Nachrichtenagentur ANI ein Ende des französischen Militäreinsatzes in Mali. Ein Sprecher der Geiselnehmer sagte der Agentur, der Angriff sei die Strafe dafür, dass Algerien französischen Militärflugzeugen Überflugrechte eingeräumt habe.

Die Regierungen in den USA, Norwegen, Großbritannien, Irland und Japan bestätigten, dass sich Bürger ihrer Länder unter den Geiseln befinden. Die schwer bewaffneten Terroristen hatten die Siedlung der Ölarbeiter am frühen Mittwochmorgen in drei Fahrzeugen attackiert. Der Ölkonzern BP teilte mit, dass das Feld am Mittwoch um 6 Uhr MEZ angegriffen und besetzt wurde. Der Kontakt dorthin sei extrem schwierig.

Nach Darstellung des algerischen Innenministeriums nahmen die Angreifer zunächst einen Bus ins Visier, der mit einer Gruppe von Ausländern zum Flughafen aufbrechen wollte. Dabei soll es Tote und Verletzte gegeben haben. Danach seien die Islamisten in den Industriekomplex eingedrungen und hätten eine "unbestimmte" Anzahl Geiseln genommen. Die einheimischen Arbeiter, die zunächst ebenfalls festgesetzt wurden, kamen nach Angaben örtlicher Medien im Laufe des Tages wieder frei.

"Feldzug zur Bekämpfung der Juden und Kreuzritter"

Das Gasfeld in Amenas, das von der staatlichen algerischen Gesellschaft Sonatrach und den Mineralölkonzernen BP und Statoil gemeinsam betrieben wird, liegt nahe der Grenze zu Libyen mitten in der Wüste Sahara. Am Mittwochabend behauptete die Brigade der al Kaida im islamischen Maghreb (AQMI), sie halte 41 Ausländer als Geiseln fest, darunter sieben US-Bürger, zwei Franzosen und zwei Briten.

"Unsere gesegnete Expedition ist Teil eines internationalen Feldzugs zur Bekämpfung der Juden und Kreuzritter", erklärte die AQMI. "Wir machen die Regierungen Algeriens und Frankreichs und der Geiseln voll verantwortlich für jede Verzögerung bei der Erfüllung unserer Forderungen, deren wichtigste die sofortige Einstellung des Angriffs auf unser Volk in Mali ist."

Geiselnehmer drohen, Gasfeld in die Luft zu sprengen

Algeriens Innenminister Dahou Ould Kablia lehnte Verhandlungen mit den Terroristen strikt ab. Inzwischen seien Truppen zu dem Gasfeld entsandt worden, sagte er am Abend im örtlichen Fernsehen. Nach Angaben algerischer Medien sollen die Terroristen gedroht haben, das Gasfeld in die Luft zu sprengen, falls die Armee zur Befreiung der Geiseln ansetzen sollte. Das AQMI-Kommando nennt sich "Die mit Blut unterschreiben".

Frankreich kämpft zurzeit an der Seite von Regierungstruppen in Mali gegen islamistische Rebellen. Die AQMI ist eine der drei Gruppen, gegen die die französischen Truppen vorgehen. Sie hatte schon zuvor Rache für die französische Offensive angedroht.

Das US-Außenministerium verurteilte die Attacke auf das Schärfste. Außenministerin Hillary Clinton habe bereits mit Algeriens Premierminister Abdelmalek Sellal gesprochen, sagte Sprecherin Victoria Nuland in Washington. Sie wollte sich nicht dazu äußern, wie viele US-Bürger sich in der Hand der Terroristen befinden, um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden. Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg teilte in Oslo mit, unter den Entführten seien 13 Norweger. Die Lage sei "äußerst unübersichtlich". Zwei Norweger seien bei der Stürmung leicht verletzt worden. Niemand könne derzeit mit Sicherheit sagen, wie viele Menschen insgesamt in der Gewalt der Terroristen seien.

Das britische Außenministerium bestätigte einen "fortdauernden terroristischen Vorfall" in der Anlage In Amenas. Auch britische Bürger seien betroffen.

mad/sas/Reuters/DPA/DPA/Reuters

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