Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

WHO befürchtet humanitäre Katastrophe

Die Armee-Übung von Ukraine und USA bezeichnet der Kreml als "völlig unpassend". Nun startet Russland selbst ein Manöver. Die WHO befürchtet den Ausbruch von Krankheiten. Der Tag in der Rückschau.

  Russische Kriegsschiffe in Sewatopol vor Anker: Im Schwarzen Meer will Russland nun auch ein Seemanöver starten

Russische Kriegsschiffe in Sewatopol vor Anker: Im Schwarzen Meer will Russland nun auch ein Seemanöver starten

+++ 21.17 Uhr: WHO warnt vor Gesundheitskrise +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht weitere Probleme auf die Ukraine zu kommen. Es drohe der Ausbruch von Krankheiten und eine regelrechte Gesundheitskrise. Hunderttausende Menschen seien auf der Flucht. Viele von ihnen müssten in nicht winterfesten Behausungen unter prekären hygienischen Verhältnissen leben. Etwa 260 000 Menschen seien als Binnenflüchtlinge in der Ukraine registriert und mehr als 300 000 Menschen aus der Ukraine in Nachbarländer, vor allem nach Russland, geflohen. Die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge liege nach Einschätzung des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR jedoch wesentlich höher. Das Gesundheitswesen in der Ukraine sei geschwächt, die Impfrate gering und chronische Krankheiten verbreitet. Die WHO bereite angesichts der schwierigen Lage eine gesundheitliche Notversorgung der Bevölkerung vor.

+++ 19.43 Uhr: Putin gibt sich in Gespräch mit Poroschenko versöhnlich +++

Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinen Willen zu einer diplomatischen Beilegung des Konflikts mit der Ukraine bekräftigt. Nach Angaben des Präsidialamts in Moskau sicherte Putin seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko am Dienstag in einem Telefonat zu, "den Friedensprozess für die Ukraine weiter zu unterstützen". Bei dem Gespräch sei auch die Notwendigkeit unterstrichen worden, den am vergangenen Freitag ausgehandelten Waffenstillstand in der Ostukraine beizubehalten, erklärte das russische Präsidialamt weiter

+++ 17.59 Uhr: Russland kontert mit Militärübung +++

Nach scharfer russischer Kritik an einem Manöver von Ukraine und USA im Schwarzen Meer hat Moskau in der Region nun selbst eine Übung begonnen. 15 Kriegsschiffe der Schwarzmeerflotte und 10 Flugzeuge trainierten das Raketenschießen auf Seeziele, wie das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag der Agentur Interfax zufolge mitteilte. Das Manöver der Flotte, die auf der Halbinsel Krim stationiert ist, sei seit längerem geplant gewesen, sagte ein Armeesprecher. Die Ukraine und USA hatten am Montag mit einer dreitägigen Übung begonnen. Russland kritisierte das Manöver in der Nachbarschaft zum Krisengebiet Ostukraine als "völlig unpassend".

+++ 17.16 Uhr: Ukraine bezeichnet MH-Bericht als objektiv +++

Die ukrainische Regierung hat den Zwischenbericht zum Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs MH17 über der Ostukraine als objektiv bezeichnet. Aus seiner Sicht gehe daraus klar hervor, dass eine Boden-Luft-Rakete die Maschine zerstört habe, sagte Vizeregierungschef Wladimir Groisman am Dienstag in Kiew. Zur Frage nach den Tätern sagte er: "Ich denke, dass es genügend Fakten gibt; Sie können sie in Ruhe prüfen und Ihre Schlüsse ziehen." Die Regierungstruppen hätten keine Flugabwehrsysteme im Konfliktgebiet Ostukraine benutzt. Die Regierung hatte nach dem Absturz erklärt, aus ihrer Sicht hätten moskautreue Separatisten mit russischem Kriegsgerät die Boeing abgeschossen.

+++ 16.06 Uhr: Steinmeier fordert Abzug russischer Kämpfer +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier fordert die Führung in Moskau auf, russische Kämpfer und Waffen abzuziehen. Russland müsse seinen Beitrag zur Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens leisten, sagt Steinmeier in Berlin. "Dazu gehört dann auch, dass es Verabredungen zwischen der Ukraine und Russland geben muss, dass das, was an russischen Kämpfern und Waffen noch auf ukrainischem Gebiet ist, zurückgezogen werden muss." Die internationale Staatengemeinschaft werde dies sorgfältig im Auge behalten. Er hoffe, dass Russland es mit der Beendigung der Krise ernst meine und das Land die gegenwärtige Lage nicht zum Nachteil der Ukraine ausnutze.

+++ 15.55 Uhr: EU berät morgen erneut über Sanktionen +++

Die Botschafter der 28 EU-Staaten wollen morgen ihre Beratungen über die Einführung schärferer Wirtschaftssanktionen gegen Russland fortsetzen. Es gehe darum, die Umsetzung des Waffenstillstands-Abkommens und des Friedensplanes zu bewerten, sagt eine Sprecherin der EU-Kommission.

Diplomaten zufolge müssen die Sanktionen laut EU-Ratsbeschluss in den kommenden Tagen in Kraft treten. Dieses Verfahren könnte nur durch einen erneuten Beschluss des Rates - in dem die 28 EU-Staaten vertreten sind - aufgehalten werden.

+++ 15.15 Uhr: Linkspartei wirft EU Wirtschaftskrieg vor +++

Die Linkspartei übt scharfe Kritik an der EU und der Nato: Durch neue Sanktionen verschärfe die EU ihren "Wirtschaftskrieg gegen Russland", der "schädlich und brandgefährlich" sei, kritisiert Vizefraktionschefin Sahra Wagenknecht. Die Nato erschwere durch ihre Militärübung in Osteuropa den "Versuch, durch eine Waffenruhe die Situation im Ukrainekonflikt zu entspannen". Um eine nachhaltige Waffenruhe zu erreichen, müsse "die Bundesregierung ihren Einfluss auf den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko geltend machen", fordert Wagenknecht in einer schriftlichen Erklärung, in der Russlands Präsident Putin nicht erwähnt wird.

Wagenknecht warnt davor, den mutmaßlichen Abschuss des Flugs MH17 zum Anlass für Sanktionen gegen Russland zu nehmen. Der heute vorgelegte Zwischenbericht lasse "die entscheidenden Fragen unbeantwortet", kritisiert sie. "Eine Täterschaft ist daraus nicht ableitbar." Kiew und der Westen gehen davon aus, dass der Passagierflieger von Separatisten abgeschossen wurde. Russland und die Rebellen sehen das ukrainische Militär in der Verantwortung.

+++ 14.38 Uhr: Poroschenko feuert Chef der Militäraufklärung +++

Nach den Niederlagen der Regierungstruppen hat Präsident Poroschenko den Chef der Militäraufklärung, Generaloberst Sergej Gmysa entlassen. Das teilt die Präsidialkanzlei in Kiew mit. Gmysa war von Poroschenkos umstrittenem Vorgänger Viktor Janukowitsch im August 2010 ernannt worden. Die Aufständischen hatten am ukrainischen Unabhängigkeitstag am 24. August die Armee mit einer Offensive überrascht.

+++ 13.36 Uhr: Russland fordert baldige Gespräche +++

Nach der Einigung auf eine Waffenruhe dringt die russische Regierung auf baldige Gespräche über die Zukunft der Region. Entsprechende Verhandlungen müssten rasch beginnen, fordert Außenminister Sergej Lawrow in Moskau.

+++ 12.25 Uhr: Sellering will Russland-Tag durchziehen +++

Die rot-schwarze Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern sieht derzeit keinen Anlass, den Russland-Tag in Rostock-Warnemünde Ende September abzusagen. Es liege im Interesse des Bundeslandes, die Wirtschaftsbeziehungen mit Russland weiter auszubauen, erklärt Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) in Schwerin. "Und ich halte die Veranstaltung in der jetzigen Situation auch für das richtige Signal."

In den vergangenen Wochen hatte es erhebliche Kritik an dem deutsch-russischen Wirtschaftstreffen gegeben. Mehrere CDU-Bundestagsabgeordnete hatten erklärt, der Tag passe angesichts des russischen Vorgehens in der Ukraine nicht in die Zeit.

+++ 12.11 Uhr: 648 Gefangene freigelassen +++

Seit Beginn der Waffenruhe haben die Separatisten nach ukrainischen Angaben 648 Gefangene freigelassen. Die Ukraine bemühe sich, rund 500 weitere Gefangenen freizubekommen, teilt ein Militärsprecher in Kiew mit. Präsident Poroschenko hatte gestern erklärt, die Rebellen hätten rund 1200 Gefangene übergeben. Der Militärsprecher sagte dazu, Poroschenko habe sich auf die Gesamtzahl der Menschen bezogen, die in der Gewalt der Rebellen vermutet würden. Der Gefangenenaustausch ist Teil der Vereinbarungen über die Waffenruhe.

+++ 11.41 Uhr: Moskau weist Provokationsvorwurf zurück +++

Russland wehrt sich gegen den Vorwurf, ein kanadisches Kriegsschiff im Schwarzen Meer provoziert zu haben. Ein hochrangiger Vertreter des Verteidigungsministeriums in Moskau räumt zwar ein, dass ein russischer Kampfjet und ein Transportflugzeug das Gebiet durchflogen hätten, in dem die Kanadier sich mit der Fregatte "Toronto" an einer Militärübung beteiligen. Es habe sich aber um Routineflüge gehandelt. Die Flugzeuge hätten nicht Kurs auf die "Toronto" genommen, zitiert die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass General-Major Igor Konaschenkow.

+++ 11.04 Uhr: Merkel setzt voll auf Sanktionen +++

Merkel verteidigt die Sanktionen des Westens gegen Russland erneut als einziges Druckmittel. Es sei "sehr, sehr naheliegend", dass Russland stark im Ukraine-Konflikt involviert sei, sagt die Kanzlerin im rbb-Inforadio. Das Vorgehen Moskaus dürfe nicht ohne Folgen bleiben. Der Westen könne sich nicht alles gefallen lassen. Zugleich betont sie: "Wenn wir zur Normalität zurückkehren, werden wir natürlich auch die Sanktionen wieder aufheben."

+++ 10.26 Uhr: Seit Start der Waffenruhe vier ukrainische Soldaten getötet +++

Im Osten und Süden der Ukraine sind seit Beginn der Waffenruhe am vergangenen Freitag nach Angaben aus Kiew vier Soldaten gestorben. 29 weitere Angehörige der Streitkräfte wurden seit Inkrafttreten der Feuerpause verletzt, zitieren ukrainische Medien einen Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums. Insbesondere aus der südöstlich gelegenen Stadt Mariupol aber auch aus weiteren Gebieten der Ostukraine wird seit dem Wochenende über Kampfhandlungen berichtet.

+++ 8.23 Uhr: Russischer Kampfjet umkreist kanadisches Kriegsschiff +++

Ein russisches Militärflugzeug hat nach kanadischen Angaben eine kanadische Fregatte im Schwarzen Meer umflogen und mehrfach umkreist. Ottawa wirft Moskau deswegen eine "unnötige Provokation" inmitten der Krise vor. Zwar habe das Flugzeug keinerlei Bedrohung dargestellt, der Vorfall drohe die Spannungen in der Region aber "weiter zu eskalieren", erklärt Verteidigungsminister Rob Nicholson. Die "HMCS Toronto" ist im Rahmen eines Nato-Einsatzes im Schwarzen Meer. Kanadas Beteiligung an der Mission zeige das Engagement Ottawas "für Frieden und Sicherheit in Ost- und Zentraleuropa", so Nicholson.

+++ 7.25 Uhr: Weitere Opfer von Flug MH17 nach Malaysia übergeführt +++

Kurz vor der Vorstellung des ersten Untersuchungsberichts zum Flugzeugabsturz in der Ostukraine sind weitere Leichen nach Malaysia geflogen worden. "Heute bringen wir zwei weitere Opfer von Flug MH17 nach Hause", twitterte der malaysische Premierminister Najib Razak am frühen Morgen. Damit sind nach offiziellen Angaben nun die sterblichen Überreste von 34 der 43 Malaysier an Bord in die Heimat gebracht worden. Bei dem mutmaßlichen Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeuges am 17. Juli wurden 298 Menschen getötet, die meisten der Opfer waren Niederländer.

+++ 6.20 Uhr: EU schiebt neue Sanktionen auf +++

Wegen der Waffenruhe in der Ostukraine setzt die Europäische Union härtere Wirtschaftssanktionen vorerst nicht um. Die EU-Staaten hätten sich auf ein weiteres Maßnahmenpaket geeinigt, das in den "kommenden Tagen" in Kraft treten solle, teilte zwar EU-Ratspräsident Herman van Rompuy mit. Wann dies geschehen solle, ließ er in seiner schriftlichen Erklärung aber offen. Mit dem Aufschub solle Zeit gegeben werden, um die Waffenstillstandsvereinbarungen und den Friedensplan zu bewerten. "Abhängig von der Situation vor Ort ist die EU bereit, die vereinbarten Sanktionen ganz oder teilweise zu überprüfen", teilte van Rompuy weiter mit.

tis/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools