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Neue Kämpfe am Boeing-Absturzort

Vor genau zwei Wochen stürzte Flug MH17 in der Ostukraine ab - und noch immer sollen einige Tote dort verstreut am Boden liegen. Die Ereignisse des Tages in der Rückschau.

  Malaysias Premierminister Najib Razak und seine Frau legen in den Niederlanden Blumen für die Opfer von MH17 nieder

Malaysias Premierminister Najib Razak und seine Frau legen in den Niederlanden Blumen für die Opfer von MH17 nieder

Während sich in der Ostukraine pro-russische Separatisten und Regierungssoldaten weiter Gefechte liefern, kommt die Untersuchung der Flugzeugkatastrophe der malaysischen Passagiermaschine MH17 nur schleppend voran. Zwar wurden die meisten Toten inzwischen in die Niederlande geflogen. Doch noch immer sollen etliche Leichen nicht geborgen sein, beklagt das australische Außenministerium. Die Maschine war am 17. Juli abgestürzt - vermutlich, weil sie von einer Rakete getroffen wurde. Russland wird vom Westen die Hauptschuld an der Ukraine-Krise gegeben. Inzwischen hat die Europäische Union offiziell Sanktionen gegen das Land beschlossen. Unser Ticker zeigt die heutige Chronologie der Ereignisse.

+++ 17.45 Uhr: Neue Kämpfe am Absturzort +++

Am Absturzort von MH17 kommt es erneut zu Gefechten zwischen der Armee und den Separatisten. Granaten seien unweit der Stelle eingeschlagen, an der ein Ermittlerteam aus Australien und den Niederlanden das Wrack untersucht habe, meldet die russische Staatsagentur Ria Nowosti. Die Aufständischen geben dem Militär die Schuld an den Kämpfen.

+++ 17.45 Uhr: Ukraine-Konfliktparteien tagen in Minsk +++

Vertreter Russlands, der Ukraine und der OSZE treffen zu Krisengesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk zusammen. Gastgeber Alexander Lukaschenko, Weißrusslands Staatschef, verspricht, "alles Notwendige" zu unternehmen, um zur Entspannung der Lage in der Ostukraine beizutragen. Das Treffen geht auf einen Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zurück. Teilnehmer sind der ehemalige ukrainische Präsident Leonid Kutschma, der russische Botschafter in der Ukraine, Michail Surabow, und ein OSZE-Vertreter. Russischen Medien zufolge könnten am Freitag Vertreter der bewaffneten Regierungsgegner aus der Ostukraine zu den Gesprächen hinzustoßen.

+++ 17.44 Uhr: Bergung der Opfer von MH17 laut Niederlande schwierig +++

Zwei Wochen nach dem Absturz von MH17 sind noch immer nicht alle Opfer geborgen. Es könne noch mehre Tage dauern, bis die Bergungsexperten und Polizisten Zugang zu der Stelle hätten, sagt der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte nach Gesprächen mit seinem malaysischen Amtskollegen Najib Razak. Beide bekräftigten, dass die Bergung der restlichen Opfer absolute Priorität habe. "Wir werden jeden Tag unser Bestes tun, den Ort der Katastrophe zu erreichen, so dass die Experten ihre Arbeit machen können", betont Rutte. Malaysia schickte nach Angaben von Premier Razak 68 Polizisten zur Unterstützung nach Kiew.

+++ 17.27 Uhr: EU erschwert russischen Banken Zugang zu europäischen Märkten +++

Die EU erschwert als Sanktion der größten russischen Bank Sberbank den Zugang zu ihren Kapitalmärkten. Das Gleiche gilt für vier weitere Banken, darunter die Gazprombank. Das geht aus den im EU-Amtsblatt veröffentlichten restriktiven Maßnahmen hervor. Damit soll Präsident Putin dazu gebracht werden, die moskautreuen Separatisten in der Ostukraine nicht länger zu unterstützen.

+++ 14.31 Uhr: Ukraine lässt bewaffnete ausländische Ermittler am Absturzort zu +++

Die Ukraine gestattet Australien und den Niederlanden die Entsendung bewaffneter Kräfte an den MH17-Absturzort. Beide Länder dürfen insgesamt 950 Soldaten und Ermittler zeitweise in Grabowo stationieren, beschließt das Parlament in Kiew.

+++ 14.02 Uhr: EU verabschiedet Wirtschaftssanktionen gegen Russland +++

Die schärfsten Wirtschaftssanktionen der EU gegen Russland seit dem Ende des Kalten Kriegs werden nun auch formell von den Mitgliedstaaten verabschiedet. Mit ihnen reagiere sie auf "die destabilisierenden Aktionen" Moskaus in der Ostukraine reagiert, erklärt die EU in Brüssel. Nach der nun vollzogenen formellen Absegnung durch die Mitgliedstaaten treten die Strafmaßnahmen den Angaben zufolge am morgigen Freitag in Kraft.

+++ 13.15 Uhr: Experten erreichen MH17-Absturzstelle +++

Erstmals haben westliche Experten die Absturzstelle des malaysischen Verkehrsflugzeuges in der Ostukraine erreicht. Die OSZE teilte mit, dass die Fachleute aus den Niederlanden und aus Australien sich auf dem Trümmerfeld umschauen können. Es wird erwartet, dass sich dort weitere menschliche Überreste und Habseligkeiten der Absturz-Opfer befinden. Die größte Teil der 298 Opfer ist bereits in die Niederlande ausgeflogen worden.

+++ 12.40 Uhr: Ukraine führt Kriegssteuer ein +++

Die Ukraine erhebt künftig eine Kriegsabgabe in Höhe von 1,5 Prozent auf alle steuerpflichtigen Privateinkommen im Land. Die Steuer soll vorerst bis zum 1. Januar 2015 gelten. Das Parlament in Kiew hat die Abgabe mit großer Mehrheit beschlossen.

+++ 12.09 Uhr: Bewaffnete Niederländer sollen MH17-Absturzstelle sichern +++

Das Parlament der Ukraine spricht sich dafür aus, dass eine Gruppe bewaffneter niederländischer Soldaten die Absturzstelle von MH17 sichert, um eine unabhängige Ermittlung sowie die Bergung weiterer Opfer zu ermöglichen. Die Niederlande waren von dieser Absicht zuletzt abgerückt, da in der Region schwere Kämpfe zwischen prorussischen Separatisten und der ukarinischen Armee tobten.

+++ 12.08 Uhr: Jazenjuk bleibt doch im Amt +++

Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk bleibt nun noch im Amt. Das Parlament in Kiew lehnt sein Rücktrittsgesuch ab und spricht Jazenjuk das Vertrauen aus. Der Ministerpräsident hatte vor sechs Tagen seinen Rücktritt angeboten, was Spekulationen über mögliche Neuwahlen in der Ukraine genährt hatte.

+++ 11.45 Uhr: Berlin dementiert Geheimgespräche mit Moskau +++

Die Bundesregierung hat einen britischen Medienbericht dementiert, wonach Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Russlands Präsident Wladimir Putin Geheimgespräche über die Lösung der Ukraine-Krise führe. Der Bericht des "Independent" entbehre "jeder Grundlage", so eine Sprecherin. Weitere Einzelheiten

+++ 11.15 Uhr: Ukraine-Krise beeinflusst Arbeitsmarkt bisher nicht +++

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Wiese, sieht bisher keinerlei Anzeichen dafür, dass sich die Ukraine-Krise auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Das gelte auch für die kommenden Monate. Sollten allerdings die Sanktionen gegen Russland weiter verschärft werden, könnte sich die Situation ändern. Weise begründet seine Zuversicht mit einer knappen halben Million offener Stellen in Deutschland. Dadurch werde die Situation trotz der Ukraine-Krise ausbalanciert.

+++ 11.13 Uhr: Experten auf dem Weg zur Absturzstelle +++

Nachdem die Ukraine eine einträgige Feuerpause in der Ostukraine ausgerufen haben, versuchen Experten aus den Niederlanden, Australien und Russland zur Absturzstelle des malaysischen Verkehrsflugzeuges zu gelangen. Das niederländische Expertenteam erklärte, es sei zusammen mit Vertretern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aufgebrochen. Ziel sei es, die Absturzstelle zu erreichen und die Sicherheit der Strecke von Donezk dorthin zu überprüfen. Auch Vertreter der russischen Zivilluftfahrtbehörde sind angeblich zur Absturzstelle unterwegs. An der Absturzstelle von MH17 werden noch bis zu 80 Opfer und deren Habseligkeiten vermutet.

+++ 10.28 Uhr: Krisengespräch in Minsk nimmt Formen an +++

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben ihre Teilnahme an geplanten Krisengesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk bestätigt. "Machen Sie sich darüber keine Sorgen", so der Regierungschef der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk", Alexander Borodaj. Ob die Aufständischen einen Vertreter nach Minsk entsenden oder per Videokonferenz zugeschaltet werden, ist unklar. Auch der russische Diplomat Michail Surabow hat seine Teilnahme bestätigt. Zudem werden Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und der Führung in Kiew erwartet. Einen genauen Termin gibt es noch nicht.

+++ 10.10 Uhr: Russland: Ukraine behindert MH17-Ermittlungen +++

Im Streit um einen ungehinderten Zugang internationaler Ermittler zur Absturzstelle von Flug MH17 hat Russland nun der Ukraine vorgeworfen, die Ermittlungen bewusst zu behindern. "Wir fürchten, dass die Kiewer Behörden Beweise vernichten wollen, die ihre Rolle bei der Katastrophe bloßstellen", so Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin russischen Medien zufolge in New York. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko habe bereits vor Tagen eine Waffenruhe rund um den Absturzort bei Grabowo verkündet. "Dieses Versprechen wurde sofort gebrochen", kritisiert Tschurkin. Die Armee habe den Auftrag erhalten, massiv gegen die prorussischen Separatisten in der Region vorzugehen. Die ukrainische Regierung und die prorussischen Separatisten in der Ostukraine geben sich gegenseitig die Schuld an dem mutmaßlichen Abschuss der Boeing der Malaysia Airlines, bei dem fast 300 Menschen ums Leben kamen.

+++ 10.09 Uhr: Kiew kündigt eintägige Feuerpause in Ostukraine an +++

Auf Bitten der Vereinten Nationen hat die ukrainische Armee eine eintägige Feuerpause für den umkämpften Osten des Landes angekündigt. Ziel sei es, internationalen Experten den Zugang zur Absturzstelle von Flug MH17 zu ermöglichen, so Militärsprecher Olexij Dmytraschkiwski. Er spricht von einem "Tag der Ruhe", der auf Bitten von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ausgerufen werde.

+++ 9.54 Uhr: Russland verbietet Saft aus der Ukraine +++

Als hätten die beiden Staaten keine anderen Sorgen: Russland hat einen sofortigen Importstopp für ukrainische Säfte verhängt. Die Aufschrift auf dem Etikett entspricht laut der Agraraufsicht in Moskau nicht den Vorschriften. Russland hatte bereits unter anderem die Einfuhr von Milchprodukten, Fischkonserven und Schokolade eingeschränkt. Die Ukraine wirft Russland politische Motive vor, um der klammen Ex-Sowjetrepublik zu schaden. Für die Ukraine war Russland bisher ein wichtiger Exportpartner.

+++ 8.13: Britische Abgeordnete fordern Stärkung der Nato gegenüber Russland+++

Nach Ansicht britischer Abgeordneter muss sich die Nato besser auf "unkonventionelle Angriffe" aus Russland vorbereiten. "Die Gefahr einer Attacke Russlands auf einen Nato-Mitgliedstaat ist signifikant, wenn auch weiterhin klein", sagt der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Rory Stewart. "Wir sind überzeugt, dass die Nato nicht bereit ist für diese Bedrohung." Ein Bericht des Ausschusses drängt das Militärbündnis, dauerhaft Truppen und Ausrüstung in den baltischen Staaten an der Grenze zu Russland zu stationieren und dort ein Hauptquartier der Nato einzurichten.

+++ 5:06 Uhr: Bis zu 80 MH17-Opfer angnoch nicht geborgen +++

An der Absturzstelle des malaysischen Flugzeugs in der Ostukraine sind nach Angaben der australischen Außenministerin bis zu 80 Leichen noch nicht geborgen. Julie Bishop spricht im australischen Rundfunk von großer Frustration, weil die Ermittler wegen der anhaltenden Kämpfe nicht zur Absturzstelle vordringen können. Sie erhebt neue Vorwürfe gegen Russland: "Meine große Sorge ist, dass Russland den Prozess aktiv untergräbt". Bishop hält sich derzeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew auf.

+++ 0:35 Uhr: EU verhängt Sanktionen gegen Vertraute Putins +++

Die EU belegt drei enge Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Sanktionen. So werden gegen die beiden Hauptanteilseigner der Rossija-Bank Kontosperrungen und Einreiseverhängt. Auf der im Amtsblatt der EU veröffentlichten Sanktionsliste stehen drei Unternehmen und insgesamt acht Einzelpersonen, unter ihnen der Vorsitzende des Geldinstituts, Juri Walentinowitsch Kowaltschuk sowie der zweitwichtigste Aktionär der Bank, Nikolai Terentjewitsch Schamalow.

Die Rossija-Bank soll einen bedeutenden Teil des Vermögens des Machtzirkels um Präsident Putin verwalten. Der EU zufolge hat sie Filialen auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim eröffnet und halte zudem Anteile an einer nationalen Mediengruppe, die wiederum mehrere Fernsehsender kontrolliere, welche die "Destabilisierung der Ukraine" aktiv unterstützten.

Auch Putins früherer Judo-Partner Arkadi Romanowitsch Rotenberg wird mit einer Kontosperrung und einem Einreiseverbot belegt. Rotenbergs Unternehmen hatten im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Sotschi lukrative Verträge an Land gezogen. Er ist auch an einer Firma beteiligt, die in den geplanten Bau einer Brücke von der Krim zum russischen Festland involviert ist. Auf der Sanktionsliste stehen auch mehrere ranghohe Vertreter der Krim-Regierung sowie der Rebellen in Lugansk und Donezk.

jen/dho/anb/AFP/DPA/Reuters/DPA/Reuters
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