. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
11. Oktober 2011, 11:55 Uhr

Timoschenko muss sieben Jahre hinter Gitter

Julia Timoschenko ist wegen Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen und zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die ukrainische Ex-Regierungschefin soll mit Russland Gasverträge geschlossen haben - zum Nachteil der Ukraine. Das Urteil belastet die Beziehungen zur EU.

Julia Timoschenko, Ukraine, Amtsmissbrauch, Prozess, Kiew, Gericht, schuldig, Gasverträge, Russland

Julia Timoschenko hatte schon vor dem Richterspruch gedroht: "Dieses Urteil wird nichts an meinem Leben, nichts an meinem Kampf ändern"© DPA

Das Urteil im Prozess gegen die frühere ukrainische Regierungschefin ist gefallen: Julia Timoschenko ist wegen Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen und zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Kiew sah es am Dienstag als erwiesen an, dass Timoschenko 2009 mit Russland Gasverträge zum Nachteil der Ukraine abgeschlossen habe. Dadurch habe die Ex-Sowjetrepublik einen Schaden von umgerechnet rund 137 Millionen Euro erlitten, urteilte Richter Rodion Kirejew am Dienstag nach Medienangaben. Timoschenko habe ihre Machtbefugnisse übertreten. Mit dem Strafmaß folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Die Anführerin der "Orangen Revolution" nahm das Urteil mit regungsloser Miene auf. Noch während der Richter das Urteil sprach, kündigte Timoschenko einen Widerspruch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an. Sie werde um ihren "ehrlichen Ruf" bis zum Schluss kämpfen. "Ruhm der Ukraine", rief die 50-Jährige im Gerichtssaal. Die Inhaftierte hatte bereits vor der Urteilsverkündung erklärt, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens werde sie ihren Kampf nicht einstellen. Timoschenko wiederholte ihren Vorwurf, der Richter sei lediglich eine Marionette von Präsident Viktor Janukowitsch. Sie wirft Janukowitsch vor, seine Gegenspielerin politisch kaltstellen zu wollen.

EU droht mit Eiszeit, Putin ist irritiert

Schon der Prozess war international scharf kritisiert worden, jetzt sorgte das Urteil international für Empörung: Die EU drohte der Ukraine mit weitreichenden Konsequenzen. Brüssel werde seine Politik gegenüber dem Land überdenken, dazu gehöre auch der Abschluss des Assoziierungsabkommens, sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am Dienstag in Brüssel. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sieht in dem Urteil einen Rückschlag für die Rechtsstaatlichkeit der Ukraine. Er sagte: "Dieser Befund kann nicht ohne Folgen für unsere und die EU-Beziehungen mit der Ukraine bleiben."

Moskau kritisierte das Urteil als "offensichtlich anti-russisch". Ministerpräsident Wladimir Putin äußerte sich irritiert über den Richterspruch. "Ich verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, wofür sie ihr diese sieben Jahre gegeben haben", sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax. Der frühere Kremlchef hatte 2009 mit Timoschenko die Gasverträge ausgehandelt. Es sei "gefährlich und kontraproduktiv", die Abkommen infrage zu stellen, sagte Putin.

Vor dem Gericht hinderten Hundertschaften maskierter und schwer bewaffneter Sicherheitskräfte Tausende Timoschenko-Anhänger daran, zum Gebäude vorzudringen. Die Kundgebungsteilnehmer forderten "Gerechtigkeit". Dagegen verlangten Gegendemonstranten eine Gefängnisstrafe für die prowestliche Oppositionsführerin.

fw/swd/mlr/DPA/Reuters
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Ukraine Juschtschenko sagt gegen Timoschenko aus

Während der Orangenen Revolution führten sie den ukrainischen Widerstand gegen Russland-Befürworter Viktor Janukowitsch an. Nach seinem Sturz zerstritten sie sich heillos. Nun hat der frühere Staatschef Viktor Juschtschenko im Amtsmissbrauchverfahren gegen die Ex-Präsidentin Julia Timoschenko ausgesagt. mehr...

Ukraine Vitali Klitschko steht Julia Timoschenko bei

Gewichtiges Wort: Vitali Klitschko, Schwergewichtsboxer und ukrainischer Oppositionspolitiker, springt Julia Timoschenko bei. Falls die inhaftierte Ex-Regierungschefin freigelassen werde, wolle er einen störungsfreien Verlauf des Prozesses garantieren. mehr...

Gerichtsprozess gegen Timoschenko USA sprechen von politisch motivierter Verfolgung

Die USA wählen vorsichtige diplomatische Worte mit klarem Inhalt: Dass die ukrainische Ex-Regierungschefin Timoschenko hinter Gittern sitzt, trage "zu dem Erscheinungsbild bei, dass die Regierung politisch motivierte Verfolgung betreibt". mehr...

Justiz-Thriller um Timoschenko "Die Schöne und das Biest" vor Gericht

Trotz breiter internationaler Kritik muss die ukrainische Oppositionsführerin Timoschenko in Untersuchungshaft bleiben. Der Prozess bedroht die Westintegration der früheren Sowjetrepublik. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe