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23. September 2009, 17:28 Uhr

Obama fordert Hilfe ein

Fördern und Fordern: In seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung hat US-Präsident Barack Obama den Willen der USA zur internationalen Zusammenarbeit betont. Im Umkehrschluss dürften Kritiker nicht länger erwarten, "dass Amerika die Probleme der Welt alleine löst".

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Anders als sein Amtsvorgänger setzt US-Präsident Barack große Hoffnungen in die UNO, erwartet aber auch mehr© Mike Segar/Reuters

US-Präsident Barack Obama hat die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, die globalen Herausforderungen erneut aufzugreifen. "Die Zeit ist gekommen, dass die Welt sich in eine neue Richtung bewegt", sagte Obama in seiner ersten Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen am Mittwoch in New York. Obama forderte von allen Staaten mehr Mitverantwortung bei der Lösung der Probleme. Notwendig sei eine "globale Verantwortung für globale Herausforderungen". Bisher sei die Weltgemeinschaft nicht in der Lage gewesen, ihrer Verantwortung voll gerecht zu werden. "Wenn wir ehrlich zu uns sind, müssen wir zugeben, dass wir dieser Verantwortung nicht nachkommen", sagte er.

Obama äußerte angesichts des amerikanischen Unilateralismus in den vergangenen Jahren und angesichts von Vorwürfen wegen Menschenrechtsverletzungen indirekt Verständnis für manchen Anti-Amerikanismus. Aber Amerika habe sich verändert, das Gefangenenlager Guantànamo werde geschlossen, Folter in amerikanischem Namen habe er verboten. "Diejenigen, die Amerika stets gescholten haben, weil es allein in der Welt gehandelt hat, können jetzt nicht abseits stehen und abwarten, dass Amerika die Probleme der Welt alleine löst", sagte Obama.

"Wir hatten in Worten und Taten eine neue Ära des Engagements mit der Welt angestrebt. Jetzt ist es Zeit für uns alle, unseren Teil der Verantwortung zu übernehmen", so der Präsident.

Obama befürchtet neuen Rüstungswettlauf

Obama verwies auf zahlreiche Herausforderungen, vor denen die Weltgemeinschaft stehe: "Extremisten säen Terror in den Winkeln der Welt. Langwierige Konflikte schleppen sich dahin. Völkermord und Massengräuel. Mehr und mehr Nationen mit Nuklearwaffen", zählte der Präsident genauso auf wie "schmelzende Polarkappen und geschundene Völker. Andauernde Armut und pandemische Krankheiten." Die Größe der Herausforderungen fordere ein entsprechendes Maß an Aktionen.

Als eine der wichtigsten Aufgaben bezeichnete es Obama, die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern. Falls dies nicht gelingen sollte, werde es in verschiedenen Regionen der Welt einen weiteren Rüstungswettlauf geben. Außerdem könnten Atomwaffen in die Hände von Terroristen fallen.

Dem Iran und Nordkorea signalisierte er im Streit über ihre Atomprogramme weiter Gesprächsbereitschaft. Der Weg der Diplomatie biete beiden Ländern größere Chancen für Wohlstand und Frieden. Falls die zwei Staaten den Gefahren eines eskalierenden atomaren Wettrüstens aber gleichgültig gegenüberstünden, müssten sie zur Rechenschaft gezogen werden.

"Wir sind an einem entscheidenden Augenblick angelangt"

Zum Abschluss seiner Rede betonte Obama, Amerika sei zu einem Neuanfang bereit. "Wir sind an einem entscheidenden Augenblick angelangt. Die Vereinigten Staaten stehen bereit, ein neues Kapitel der internationalen Zusammenarbeit zu beginnen - ein Kapitel, das die Rechte und die Verantwortung aller Nationen akzeptiert."

Als erster Redner hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die 64. Generaldebatte der Weltgemeinschaft eröffnet. Auch er betonte, dass Herausforderungen wie Hunger, Energiekrise, Rezession und Seuchen ein gemeinsames Handeln nötig machten. "Wenn es je die Zeit gab, im Geist eines neues Multilateralismus zusammenzuarbeiten, dann ist es jetzt", sagte er.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Fakten (24.09.2009, 00:21 Uhr)
America bezahl endlich Reparationen an Vietnam, Iraq, Afghanistan!
Der theatralische Redenschwinger der auch schon an der Deutschen Siegessaeule - Hitler's Lieblingsort - seinen Unsinn verbreiten wurde ist nur noch laecherlich.

Ein Amerikaner, das Land das vornehmlich Zivilisten ausbombt - erdreistet sich der Welt eine Lektion in Verantwortung zu erteilen.

Solche Propaganda wirkt nur in gehirngewaschenen Laendern wie
die USA.
facilidad_de_ser (23.09.2009, 21:28 Uhr)
Obama will die Weltregierung...
Was Obama eigentlich damit sagen will, hat Brown gestern etwas deutlicher ausgedrückt:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,650429,00.html
AttaTroll (23.09.2009, 17:55 Uhr)
Yes he could - but he won't
Typisch Obama: Mal wieder eine großspurige Rede gehalten, große Gesten, viel blabla und nichts dahinter. Vor allem keine Handlungen. Der Mann verbreitet eine Menge heiße Luft, aber er tut absolut nichts. Es hat sich eben NICHTS geändert, Mr. Obama. Folter wird weiterhin totgeschwiegen, Verantwortliche nicht zur Rechenschaft gezogen, außenpolitisch wird weiter einseitig Partei genommen, auf die Interessen Ihrer Bündnispartner wird nach wie vor keine Rücksicht genommen, und von Ihren groß angekündigten Reformen rücken Sie mittels Salamitaktik ab. - Ist aber schön, dass Sie jetzt wenigstens entzaubert werden.
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