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17. Dezember 2009, 11:20 Uhr

Schwere Krawalle in Kopenhagen

Zusammenstöße am Rande des Klimagipfels: In der Nacht haben Randalierer in Kopenhagen brennende Barrikaden errichtet und Polizisten mit Molotow-Cocktails angegriffen.

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Brennende Barrikaden in der Innenstadt von Kopenhagen: Die Polizei nahm rund 200 Menschen fest© Yoan Valat/EPA

Am Rande des UN-Klimagipfels ist es am späten Montagabend in Kopenhagen zu Ausschreitungen gekommen. Die dänische Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Beamte nahmen auf dem Gelände des sogenannten "Freistaates Christiania" knapp 200 Menschen fest. Mehrere Gruppen hatten zuvor außerhalb von Christiana Barrikaden errichtet und Feuer entzündet. Polizisten, die die Flammen löschen wollten, wurden mit Molotow-Cocktails angegriffen. Christiania ist ein seit den 70er Jahren besetzt gehaltenes Kasernengelände in unmittelbarer Nähe des Kopenhagener Stadtzentrums.

Japan will offenbar zehn Milliarden Dollar anbieten

Der Klimagipfel wird heute mit neuen Verhandlungen zwischen Vertretern der Entwicklungsländer und der Industrienationen fortgesetzt. Japan will den Entwicklungsländern nach dem Eklat von Montag offenbar zehn Milliarden Dollar an Hilfen anbieten, um ihnen bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels zu helfen. Ministerpräsident Yukio Hatoyama werde die Summe am Freitag bei der Konferenz ankündigen, berichtete die japanische Tageszeitung "Shimbun". Das Geld solle über drei Jahre hinweg bis 2012 zur Verfügung gestellt werden. Bislang hat Japan über drei Jahre hinweg 9,2 Milliarden Dollar angeboten.

Die armen Länder fordern mehr Hilfen von den Industriestaaten und hatten sich am Montag vorübergehend aus den Verhandlungen zurückgezogen, um den Druck zu erhöhen. Bislang hat die Europäische Union bis 2012 pro Jahr 3,5 Milliarden Dollar angeboten. Die USA haben versprochen, einen fairen Anteil zu übernehmen, ohne bisher eine Summe zu nennen. Für dieses Jahr stellen sie 1,2 Milliarden Dollar bereit.

Die Umweltminister aus 192 Staaten beraten seit Beginn der Woche über ein globales Klimaschutzabkommen gegen den Temperaturanstieg durch Treibhausgase. Bundesumweltminister Norbert Röttgen forderte dabei vor allem die USA und China auf, mit weitergehenden Zusagen als bisher zum Erfolg des Klimagipfels beizutragen. Beide Länder allein stehen für 40 Prozent der CO2- Emissionen.

"Zeit ist jetzt unser schlimmster Feind"

Unterdessen läuft den Gipfelteilnehmern die Zeit davon. "Zeit ist jetzt unser schlimmster Feind", hieß es am Montagabend aus Kreisen der Gipfelorganisatoren. Der britische Premierminister Gordon Brown, der heute in Kopenhagen erwartet wird, warnte angesichts des Konflikts vor einer Spaltung der Staatengemeinschaft. "Die Uhr tickt, wir haben nicht viel Zeit", warnte auch US-Delegationsleiter Todd Stern. Er hoffe, dass die ab Mitte der Woche erwartete Ankunft von über 100 Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen einen positiven Druck auf die Umweltminister und Delegationen ausüben werde.

Am Mittwoch steht den wegen ihres harten Einsatzes vielfach kritisierten dänischen Sicherheitskräften eine neue Kraftprobe bevor: Militante Gruppen haben angekündigt, entgegen aller Verbote den Tagungsort des Gipfels stürmen zu wollen. Bis Montagabend war es nicht zu Krawallen im Umfeld des Gipfels gekommen. Dennoch hatte die Polizei seit Samstag bei mehreren Demonstrationen fast 1500 Menschen festgenommen.

DPA/AFP
KOMMENTARE (10 von 21)
 
Kasperltheater (15.12.2009, 21:58 Uhr)
Jedes Wesen hat....
den Drang zu überleben. Wir hingegen brüsten uns damit auch noch Verstand zu besitzen. Es ist mir leider noch nicht gelungen diesen bei unseren Herrschern ausfindig zu machen. Geld trübt die Sinne!

Ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich hinter die Fassade blicke. Und glauben Sie mir, dass was ich sehe ist nicht lustig. Die Diskussion über das Klima wird bald aufhören. Nämlich dann, wenn es für die meisten ums pure Überleben geht. Den Luxus die Luft zu verpesten, werden dann die wenigsten geniessen dürfen.

Darum ist jeder Artikel der dieses Thema behandelt keinen Pfifferling wert, wenn die herrschende Klasse, feudalgleich, Entscheidungen trifft, die der Mehrheit suspekt vorkommen.

Ich könnte mich weiter aufregen. Aber es hat keinen Sinn mehr sich Gedanken über das Unausweichliche zu machen.

Gehabt Euch wohl!
georgeus08 (15.12.2009, 17:35 Uhr)
der mensch ist des menschen grösster feind.schon durch seine blosse existenz sägt er an dem ast auf dem er sitzt.er verbraucht sauerstoff und produziert methan-wie alle lebewesen, um sich zu wärmen braucht er feuer und produziert -feinstaub und co2, für seine existenz braucht er energie-detto, für sein domizil, grund und boden-dafür opfert er oftmals die besten äcker oder siedelt sich in roten zonen(die natur wird dadurch immer mehr zurückgedrängt-allein in bayern wird jahr um jahr eine fläche von mehr als dreissig fussballfeldern versiegelt und verbaut)und für seine gemütlichkeit (kaffee,tee)opfert er bedenkenlos aber verständlich-der mensch lebt nicht nur vom brot allein-zusätzlich das immer knapper werdende gut wasser.mit anderen worten-der mensch ist von natur aus nicht naturverträglich.das hat zuallererst nichts mit kapitalismus zu tun, sondern nur mit seinem drang zu überleben.
kabelmann (15.12.2009, 14:52 Uhr)
@Kasperltheater
"Denn während, und das meine ich ernst, Sie dafür sorgen, dass die Welt vielleicht gut wird, rechnen andere schon mit den Einnahmen künftiger neuer Märkte. Thats life!"

Damit haben sie den negativen Beigeschmack der Klimakonferenz exzellent auf den Punkt gebracht.
nightmare_online (15.12.2009, 13:39 Uhr)
@Harzmann
Ich dachte immer hierzulande werden die CO2-Zerifikate verschenkt. Bin ich da einem Hoax aufgesessen?
Kroko (15.12.2009, 12:06 Uhr)
Das Sauberhalten
unserer Umwelt ist--eigentlich--selbstverständlich oberstes Gebot.
Zu glauben, wir könnten das Klima "retten" ist nur das Resultat der massiven Bearbeitung unserer Gehirne durch minderbemittelte, aber gut "geschmierte" Volkstreter.

Also : versucht keinen Dreck zu machen, aber hört mit der Panikmache auf. Die interessiert das Klima kein bischen.
Kasperltheater (15.12.2009, 11:10 Uhr)
@Harzmann
Sie müssen mich nicht als schlechtes Beispiel bemühen, der etwas zerreden will ;)

Ich habe mi meinem Post nur versucht verständlich zu machen, dass der Artikel in gewisser Weise suggeriert, dass es wieder nur um geld geht. Vielleicht habe ich mich etwas undeutlich ausgedrückt.*hehe*

Sie haben doch recht, dass wir unsere Umwelt schützen müssen. Verdammt...in unserem eigenen Interesse. Aber die Frage ist doch, warum wir diese unsere Lebensgrundlage denn überhaupt verschmutzen?

Und da sind wir wieder beim Kapitalismus.....darum auch mein Titel "Kapitalismus kennt kein Klima". Denn während, und das meine ich ernst, Sie dafür sorgen, dass die Welt vielleicht gut wird, rechnen andere schon mit den Einnahmen künftiger neuer Märkte. Thats life!
Harzmann (15.12.2009, 11:01 Uhr)
@ Kasperltheater
Ich habe nur auf die Verschwörungstheorien zur Klimaerwärmung und dem Kapitalismus gewartet. Im Zusammenhang mit Afrika totaler Nonsens. Das ein Co2 Handel in unserem Land zum Himmel stinkt, steht außer Frage. Ich bin selbst Umweltbeauftragter eines großen Industrieunternehmens und kann glaunhaft versichern, dass hier viel Geld in die Hand genommen wird, ohne mit einem Kaptialrückfluss zu kalkulieren. Sind die Bemühungen zum Teil auch durch den Gesetzgeber vorgeschrieben und nicht vom grünen Gedanken voran getrieben, so sind wir nach Jahren der Ignoranz langsam auf dem richtigen Weg. Die Schritte mögen wohl klein sein und zum Teil auch viel zu spät, aber dennoch gibt's Anlass zur Hoffnung, gerade was die Denke in den Köpfen betrifft. Und nur hier kann wirklich Umweltarbeit geleistet werden - im Verständnis jeden einzelnen. Die Generationen nach uns werden viel sensibler mit der Thematik umgehen - Umweltschutz wird zur Selbstverständlichkeit werden - nur müssen wir JETZT die Weichen stellen. Zuerst bei uns, unseren Kindern und dann den Gedanken hinaus in die Welt tragen. Die Anfänge sind gemacht, selbst die USA bewegen sich erstmals in die richtige Richtung. China, Afrika, usw. werden sicher sowohl mit Geld und/oder sanften Druck ebenfalls zu bewegen sein. Es liegt an uns allen, das zarte Pflänzchen Kyoto/Koppenhagen, etc. nicht tot zu kritisieren, sondern es (vor)zuleben.

Kasperltheater (15.12.2009, 10:59 Uhr)
@papaleo2000
man muss kein Prophet sein, um abzusehen was kommen wird. Was die meisten nur nicht sehen wollen ist, dass 90% bewusst gesteuert werden und das Heer der Lemminge nicht begreift, was um sie herum passiert. Der Mensch ist mit Ängsten einfach leichter zu steuern, als mit freiem Willen. Das war so, das ist so und das wird auch immer so sein. Denn zeigen Sie mir einen Menschen der völlig frei von Ängsten ist.

Die Klimadiskussion reiht sich ein in ein sich abzeichnendes Szenario, dass von den Religionen bishin zur modernen nur einen Schluss zu lässt.
papaleo2000 (15.12.2009, 10:48 Uhr)
Gerald Celente sagt schlimmes voraus
Celente hat recht wenn er behauptet auf uns kommen schlimme Zeiten zu.
"Wir haben den Leuten vor Beginn des Krieges im Irak gesagt, Amerika wird verlieren. Man wird wohl ohne grossen Widerstand schnell reingehen und Saddam beseitigen, aber danach wird er als Guerillakrieg weitergehen, der nicht gewinnbar ist. Aber niemand wollte das hören, es wäre unpatriotisch. Und? Nach bald 8 Jahren Krieg, sind wir keinen Schritt weiter."..."Celente: Ja sie haben versagt, aber es findet ein Machtkampf statt, die Grossen wollen die Kleinen zermalmen, so wie es in der Geschichte immer wieder passiert ist. Einer der Trends die wir uns anschauen, nennen wir ?weg mit ihren Köpfen.? Das wird sicher passieren.

Freeman: Sie meinen, es wird eine richtige Rebellion geben?

Celente: Absolut. Schauen sie sich das ganze Gesindel an der Wall Street an, oder was aus den Universitäten wie Harvard und Yale herauskommt. Die haben noch nie in ihrem Leben sich die Hände schmutzig gemacht. Die haben keine Ahnung was es heisst, völlig verarmt auf der Strasse zu leben. Wenn man den Menschen alles weggenommen hat und sie nichts mehr zu verlieren haben, dann sind sie zu allem bereit."
?Wir werden das Ende des Einzelhandels-Weihnachten sehen?wir werden sehen wie ein fundamentaler Wandel stattfindet?.Essen auf den Tisch zu bringen wird wichtiger sein als Geschenke unter den Weihnachtsbaum zu legen...?
"Es wird sehr düster sein. Sehr traurig. Und es wird viele Obdachlose geben, wie wir es noch nie gesehen haben. Zeltstädte sprießen bereits überall im Land aus dem Boden und wir werden viele mehr sehen."

"Wir werden große Gegenden von leerstehenden Immobilien sehen und Leute die illegal dort drin hausen. Es wird ein Bild sein wie Amerikaner es nicht gewohnt sein werden. Es wird ein Schock sein und viel Verbrechen wird damit einhergehen. Und das Verbrechen wird um einiges schlimmer sein als vormals, denn in der letzten Depression 1929 war der Verstand der Leute nicht durch all die modernen Drogen zerstört - Medikamente über dem Ladentisch, oder kristallines Methamphetamin, oder was auch immer. Also haben wir eine riesige Unterschicht von sehr verzweifelten Leuten deren Verstand chemisch jenseits von irgendwessen Begreiflichkeit durchgebrannt ist."
Isabel1974 (15.12.2009, 10:43 Uhr)
Psssst
Film Fabian
Warum überall Geld fehlt - Gib mir die Welt plus 5 %
http://www.neueimpulse.org/dvd-projekte/fabian-film-ansehen/
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