In scharfen Worten kritisierte der Chef der UNO-Waffeninspektoren, Hans Blix, den irakischen Waffenbericht. Er sei reich an Umfang, aber dünn an Informationen.

Chef der UNO-Waffeninspektoren Hans Blix: "Irak muss glaubwürdige Beweise vorlegen"© dpa
Der Chef der UNO-Waffeninspektoren, Hans Blix, hat Irak am Donnerstag in scharfen Worten für die Lückenhaftigkeit seines Waffenberichtes angegriffen. Zugleich stellte er vor dem UNO-Sicherheitsrat fest, dass die Inspektoren in dem Land bislang keine Beweise für Massenvernichtungswaffen gefunden hätten.
"Absichtlicher Versuch der Irreführung"
Blix sagte, der rund 12.000 Seiten umfassende Waffenbericht Iraks sei reich an Umfang, aber dünn an Informationen. Die Tatsache, dass die UNO-Inspektoren keine Massenvernichtungswaffen gefunden hätten, bedeute nicht, dass es diese dort nicht geben könne. „Irak muss glaubwürdige Beweise vorlegen„, sagte Blix. Ein hochrangiger Regierungsvertreter Iraks sagte, sein Land sei bereit, die Fragen des UNO-Sicherheitsrats zu beantworten. Einen umfassenden Bericht über die Waffenkontrollen soll Blix am 27. Januar vorlegen.
Die USA werteten die Lücken erneut als „absichtlichen Versuch der Irreführung„, der einen „schwerwiegenden Bruch„ der Resolution bedeute. Sie haben gedroht, in einem solchen Fall mit einem Militärschlag zu reagieren. „Wir wissen ganz sicher, dass es dort Waffen gibt„, sagte der Sprecher von US-Präsident George W. Bush in Washington. Der engste US-Verbündete Großbritannien und Deutschland als nicht-ständiges Mitglied des Sicherheitsrates forderten mehr Zeit für die Waffenkontrollen.