Zehntausende Menschen haben am Samstag in Budapest ihre Sympathie für den rechts-konservativen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban bekundet. Sie wollten den Regierungschef damit gegen Kritik der Europäischen Union und ausländischer Medien in Schutz nehmen.
In der ungarischen Hauptstadt Budapest sind am Samstag rund 100.000 Anhänger von Regierungschef Viktor Orban auf die Straße gegangen. Sie zogen mit Fahnen und Spruchbändern friedlich vom Heldenplatz im Zentrum der Stadt vor das Parlament, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. "Wir lieben unser Land, wir lieben Viktor", stand auf einigen Bannern. Zu dem Marsch hatten Journalisten aufgerufen, die der regierenden Mitte-Rechts-Partei Fidesz von Orban nahestehen.
Der Regierungschef steht in Europa unter Druck. Die EU-Kommission leitete vergangene Woche ein Vertragsverletzungsverfahren wegen dreier Gesetze ein, die die Unabhängigkeit der Notenbank, der Justiz und der Datenschutzbehörde betreffen. Die Regierung in Budapest hatte diese Gesetze im Zuge einer Verfassungsreform im Schnellverfahren durch das Parlament gebracht. Orban sagte am Mittwoch eine Änderung der beanstandeten Gesetze zugesagt. Er trifft am Dienstag in Brüssel den Kommissionpräsidenten José Manuel Barroso.
Gegen die neue Verfassung hatten in Budapest Anfang des Jahres rund 70.000 Menschen demonstriert. Sie folgten damit einem Aufruf von Oppositionsparteien und Organisationen der Zivilgesellschaft. Außenminister Janos Martonyi sagte daraufhin damals, die Regierung könne "zehn Mal so viele Demonstranten" auf die Straße