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6. Februar 2009, 18:34 Uhr

Horrorzahlen alarmieren Obama

Während der Kongress um das Konjunkturpaket feilscht, erschüttern neue Zahlen vom Arbeitsmarkt die USA: Seit Jahresanfang haben fast 600.000 Amerikaner ihren Job verloren - so viele wie seit mehr als 30 Jahren nicht. US-Präsident Barack Obama ist alarmiert und forderte die Republikaner zum Einlenken auf.

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"Die Lage könnte nicht ernster sein": US-Präsident Barack Obama ist angesichts neuer Horrormeldungen vom Arbeitsmarkt besorgt© Jim Watson/AFP

Angesichts alarmierender Daten vom Arbeitsmarkt drückt US-Präsident Barack Obama beim Konjunkturpaket aufs Tempo. Er rief den Kongress zu sofortigem Handeln auf. Es gebe nur eine "unmissverständliche Schlussfolgerung", sagte Obama: "Die Lage könnte nicht ernster sein. Diese Zahlen erfordern Aktion." Im Januar erreichte die Arbeitslosigkeit in den USA mit 7,6 Prozent den höchsten Stand seit September 1992. Per saldo gingen im ersten Monat dieses Jahres 598.000 Stellen verloren, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Das sind soviel wie seit Ende 1974 nicht mehr.

Obama sagte, er wolle das Gesetz zur Ankurbelung der Konjunktur in der kommenden Woche zur Unterzeichnung auf seinem Schreibtisch haben. Zudem ordnete der Präsident die Schaffung eines externen Beraterteams für Maßnahmen zur Erholung der Wirtschaft an. Dem Gremium soll der frühere Notenbankchef Paul Volcker vorstehen. Der 81-Jährige bezeichnete die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Ankurbelung der Wirtschaft als dringlichste Aufgabe. Dies hätten die jüngsten Arbeitsmarktzahlen unterstrichen, sagte Volcker, der ursprünglich auch als Kandidat für den Posten des Finanzministers galt. Das von ihm geführte Team soll Obama dabei helfen, die US-Wirtschaft aus ihrer schwersten Krise seit Jahrzehnten zu steuern.

Die Zahlen am Arbeitsmarkt fielen deutlich schlechter aus als von den meisten Experten erwartet worden war. Seit Beginn der Rezession, den Wirtschaftswissenschaftler im Dezember 2007 ansetzen, gingen 3,6 Millionen Arbeitsplätze in den USA verloren - allein die Hälfte davon in den vergangenen drei Monaten. "Diese Zahlen und das überaus wirkliche Leid amerikanischer Arbeitnehmer, für das sie stehen, bekräftigen das Bedürfnis nach mutigem finanzpolitischem Handeln", erklärte das Weiße Haus.

Obama sagte, sollte der Plan mit den Maßnahmen nicht rasch umgesetzt werden, stehe die Wirtschaft vor einer Katastrophe. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, erklärte, über das fast eine Billion Dollar schwere Paket könnte noch am Freitag abgestimmt werden. Obama rief die Senatoren auf, auf politische Spielchen zu verzichten. Die Wähler hätten die Republikaner nicht abgewählt, weil sie den Status quo behalten wollten. "Sie haben uns gewählt, damit wir etwas verändern. Wir sind es ihnen schuldig, das auch umzusetzen." Er räumte ein, das Konjunkturprogramm werde "nicht absolut perfekt" sein. Aber jeder müsse nun ein paar Opfer bringen.

Der Senat hatte am Donnerstag bis in den späten Abend hinein über das Programm gestritten, dann vertagte Reid die Beratungen auf Freitag, weil sich keine Annäherung abzeichnete. Er gab zwar nach eigenen Angaben die Hoffnung auf einen Kompromiss nicht auf, äußerte aber die Entschlossenheit, in jedem Fall nun rasch über die Vorlage abstimmen zu lassen. Die nötige Mehrheit von mindestens 60 Stimmen werde zustande kommen, zeigte sich Reid optimistisch.

Die Republikaner dringen auf eine Verringerung des zunächst mehr als 900 Milliarden Dollar (703 Milliarden Euro) umfassenden Pakets. Zugleich wollen sie einen höheren Anteil an Steuererleichterungen. Eine Gruppe gemäßigter Demokraten und Republikaner im Senat hatte am Donnerstag versucht, am Rande der Senatsdebatte eine Kompromissformel auszuarbeiten. Diese Bemühungen sollten am Freitag fortgesetzt werden.

AP/DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
audio001 (07.02.2009, 09:57 Uhr)
Was nun Frau Merkel?
Der Arbeitsmarkt in den USA gibt sicherlich den Takt vor. Dennoch ist dieser - wie bereits ausgeführt - in seiner Struktur nicht vergleichbar!
Zum einen werden rund 80 % des Bruttoinlandsprodukts aus Dienstleistungen verdient und nur ein geringer Anteil von rund 18 % tatsächlich durch die industrielle Produktion bestimmt. Zum anderen dienen fast zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts dem privaten Konsum!
D.h. die USA verfügt über einen gänzlich anders strukturierten Arbeitsmarkt als in Deutschland, der mithin damit auch wesentlich labiler auf Veränderungen der Inlandsnachfrage reagiert; (und aufgrund arbeitrechtlicher Bestimmungen (durch fehlenden Kündigungsschutz) zeitnah reagieren kann!)
Deutschland ist in einem erheblichen Maße von der industriellen Produktion und - dieses macht die Situation in Deutschland nicht besser - im erheblichen Maß vom Export abhängig!
D.h. aber auch, von einer Nachfrage, die eben nicht - wie in den USA - durch die Stimulierung der Inlandsnachfrage beeinflusst werden kann! Insoweit ist die Herausforderung für die Politik in Deutschland der Wirtschaftkrise zu begegnen, wesentlicher größer als in den USA. Anders ausgedrückt; es bedarf der Anwendung eines wesentlich anderen wirtschaftspolitischen Instrumentariums als in den USA!
Wenn man mal von der Abwrackprämie absieht (wobei der Effekt an den deutschen Autoherstellern im Wesentlichen vorbeigegangen zu schein scheint?), stützt das Konjunkturpaket II ausgerechnet die Baubranche, eine Branche die bislang relativ stabil der Rezession getrotzt hat!- Die Branchen, die wesentlich vom Export abhängig sind und derzeit den größten Umsatz- bzw. Auftragsrückgang aufweisen, werden gering oder gar nicht an dem Konjunkturpaket partizipieren. D.h. hier wird sich das Konjunkturpaket II auch nicht auswirken können!
Insoweit ist die Tatsache, dass in Deutschland im Dezember 378.000 Menschen arbeitslos geworden sind, ein deutliches Warnsignal an die Politik!- D.h. weder der geschaffene Bankenschirm (zur Belebung der Kreditvergabe), noch das diskutierte Konjunkturpaket II haben dazu geführt, dass auf Kündigungen verzichtet wurde. Wenn man nunmehr auch noch einbezieht, dass im Dezember in einem erheblichen Maße Kurzarbeit angemeldet wurde, dann lassen die Januarzahlen erschreckendes befürchten!
Insoweit lässt die Faktenlage erkennen, dass das Konjunkturpaket ohne nachhaltige Wirkung bleiben wird; dass Konjunkturpaket II ist bereits heute ein Flop!
Wenn wir es nicht schaffen Wege zu beschreiten, die sich von den Trampelpfaden der bisherigen Wirtschaftspolitik unterscheiden, werden wir die Rezession nicht überwinden können!
Kommentator21 (07.02.2009, 08:51 Uhr)
jetzt fällt der Wanderprediger und Schwätzer in das schwarze tiefe Loch
und schiebt noch 1000 Milliarden Dollar aus der Notenpresse hinterher. Lol.
vegefranz (07.02.2009, 08:39 Uhr)
@gmathol: Du als Araber hast da natürlich eine andere Sichtweise
Dir kommt entgegen, dass Leute wie Obama und unsere unsäglichen EU-Vertreter lieber quatschen, statt zu handeln. Daher werden sie von den Politikern der Schurkenstaaten verachtet und verarscht. Ich sage jetzt schon: Obama kriegt im Iran kein Bein auf den Boden. Allerdings: In Sachen Iran war Bush auch nicht konsequent. Aussenpolitisch war das wohl sein grösster Fehler
jeanclaude (07.02.2009, 02:29 Uhr)
das war`s
die messe ist gelesen...
das wars,der letzte macht das licht aus...
ich werde mich morgen mit konservendosen und trockenfutter eindecken...
wer weiss wie lang ich noch etwas für meine euros bekomme.
Dewerth (07.02.2009, 01:54 Uhr)
Stern, bevor …
… ihr euch weiter um Politik bemüht, kümmert euch lieber um Heidi Klum, davon habt ihr mehr Ahnung, was nicht heißt, dass ihr auch davon Ahnung habt.
gmathol (07.02.2009, 01:53 Uhr)
@vegefranz
...kleiner Iran Hasser wie? Ein Krieg mit dem Iran wird die Vorherrschaft der USA und die damit verbundene Dummheit rasch beenden.
Vergessen Sie auch nicht sich beim Ami fuer die Bomben die er auf Deutschland abwarf zu bedanken.
vegefranz (07.02.2009, 01:46 Uhr)
der Medien-Hype ist vorbei
jetzt wird er sich in Wirtschaftsfragen beweisen müssen. Die begonnene Politik der Annäherung an die Achse des Bösen wird scheitern: Die Iraner werden ihn nur verarschen, weil sie Entgegenkommen als Schwäche verstehen.
gmathol (07.02.2009, 01:44 Uhr)
Was ist zu erwarten?
Der US Arbeitsmarkt haengt zu 70% von der Service-Industrie ab und da werden noch ganz andere Horrorzahlen zum Vorschein kommen. Man kann vermutlich mit bis zu 20-30% Arbeitslosigkeit rechnen.
Erinnern wir uns noch an Schroeder der die Jobs in Deutschland, gemaess den Wuenschen seines damaligen Freundes Blair auch in Richtung Service-Industrie verlagern wollte?
Heute wuerden sich die Genossen schaemen dieses Konzept neu vorzutragen.
Trotzdem wird Mr. Obama so weiter machen wie sein Vorgaenger Bush: Krieg, Steuergeschenke an die Reichen und Abbau bei den Sozial Leistungen.
chatahootchee (06.02.2009, 22:09 Uhr)
FREITAG NACHMITTAG
und keiner mehr da. Meinen frueheren Kommentar hat man auch gleich vergessen, auch nicht mehr da.
See you'll on Monday.
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