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23. Januar 2009, 09:10 Uhr

Obama bekennt sich zu Israel

Barack Obama hat sich am zweiten Tag seiner Amtszeit intensiv der US-Außenpolitik gewidmet. Die wichtigsten Signale: ein Bekenntnis zu Israel und die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo. Außerdem ernannte er zwei Veteranen der US-Außenpolitik zu Sonderbotschaftern für den Nahen Osten und Afghanistan.

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Geballte diplomatische Erfahrung: Barack Obama ernannte George Mitchell (r.) und Richard Holbrooke zu US-Sondergesandten© Saul Loeb/AFP

Der neue US-Präsident Barack Obama hat sich am zweiten Tag seiner Amtszeit deutlich zu Israel bekannt und entschiedene Anstrengungen zur Herbeiführung eines dauerhaften Friedens zwischen Israelis und Palästinensern angekündigt. "Es wird die Politik meiner Regierung sein, sich aktiv und offensiv für einen dauerhaften Frieden zwischen Israel und den Palästinensern sowie zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn einzusetzen", erklärte Obama bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seiner neu ernannten Außenministerin Hillary Clinton.

Die Rahmenbedingungen für einen dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen seien klar, betonte Obama: "Die Hamas muss ihren Raketenbeschuss beenden, Israel wird seine Truppen vollständig aus Gaza abziehen."

Obama kündigte an, er werde ein "glaubhaftes" System zur Beendigung des Schmuggels im Gazastreifen unterstützen. "Tief betroffen" zeigte sich der neue Mann im Weißen Haus wegen der Toten auf israelischer und palästinensischer Seite und des Leides im Gazastreifen. Seine Gedanken seien bei den Zivilpersonen, die ohne Essen, Trinken und medizinische Versorgung seien. Die Grenze des Gaza-Streifens müsse geöffnet werden, damit "mit geeigneter Überwachung" Hilfsgüter in das Gebiet kommen könnten, sagte Obama.

Zuvor hatte Obama zwei Spitzendiplomaten aus dem Team seines Vor-Vorgängers Bill Clinton zu Sondergesandten für Krisenherde berufen. Gemeinsem mit seiner Außenministerin Hillary Clinton stellte Obama den früheren Senator George Mitchell als Sondergesandten für den Nahen Osten vor. Der ehemalige UN-Botschafter Richard Holbrooke soll sich in gleicher Funktion um Afghanistan und Pakistan kümmern.

Der 75-jährige Mitchell und der 67 Jahre alte Holbrooke haben lange Erfahrungen mit Krisendiplomatie vorzuweisen. Mitchell hatte in den 90er Jahren im Auftrag des damaligen Präsidenten Clinton die Friedensregelung für Nordirland vermittelt. Holbrooke war als US-Balkan-Beauftragter einer der Architekten des Dayton-Abkommens, das 1995 den Bürgerkrieg in Bosnien beendete. Anfang der 90er Jahre war Holbrooke US-Botschafter in Deutschland.

Auf seinem neuen Posten soll Mitchell die Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern wieder in Gang bringen. Dabei gebe es "viele Gründe, skeptisch zu sein" sagte Mitchell bei seiner Vorstellung im State Department in Anwesenheit von Obama und Clinton. "Ich glaube aber, dass das Streben nach einer Friedensregelung so wichtig ist, dass es unsere maximalen Anstrengungen verlangt." Die "aktive Beteiligung der USA" sei dabei der "Schlüssel zu einem gegenseitigen Übereinkommen", sagte Mitchell.

Holbrooke räumte seinerseits ein, dass ihn eine schwierige Aufgabe bei der Stabilisierung Afghanistans und Pakistans erwarte. "Niemand kann sagen, dass der Krieg in Afghanistan gut gelaufen ist", sagte Holbrooke. "In Pakistan ist die Lage unendlich kompliziert."

"Wir beginnen heute mit der harten Arbeit, unseren Ruf wiederherzustellen und unser Land fähig zu machen, die schwierigen Aufgaben des 21. Jahrhunderts zu lösen", sagte die neue Außenministerin Clinton bei der Ernennung der beiden Spitzendiplomaten. "Wir müssen unsere Macht auf intelligentere Weise benutzen."

Bereits zuvor hatte Obama eines seiner wichtigsten Wahlversprechen wahr gemacht und die Schließung des umstrittenen Gefangenenlagers Guantanamo innerhalb eines Jahres angeordnet. Zudem befahl er, harsche Verhörmethoden wie das sogenannten "Waterboarding" zu stoppen und die Militärgerichtsverfahren gegen Terrorverdächtige zu überprüfen.

Obamas Erlasse bedeuteten eine wichtige Kehrtwende in der US-Politik nach acht Jahren unter George W. Bush. Wörtlich sagte Obama: "Wir wollen diesen Kampf gewinnen. Und wir werden ihn nach unseren Konditionen gewinnen." Er wolle in diesem Prozess nicht "die falsche Wahl" treffen zwischen einem erfolgreichen Krieg gegen Terrororganisation und einer Verletzung amerikanischer Menschenrechtsideale.

DPA/AP/Reuters/AFP/kng
KOMMENTARE (10 von 64)
 
-ich- (24.01.2009, 15:19 Uhr)
An die Befürworter des israelischen Bombenterrors
Wischt euch mal den Schaum vom Mund und liest diesen spiegel Artikel und fragt euch danach mal ob es das wirklich wert war.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,603293,00.html
manesse (23.01.2009, 23:13 Uhr)
@sachsenwini
Sie sollten die Hamas nicht heroisieren oder gar von "verzweifeltem Widerstand" reden. Diese Jungs haben sich nach Ausbruch des Krieges erst einmal den Bart abrasiert, um nicht mehr als Hamasleute erkennbar zu sein. Dann haben sie sich hinter den Kindern und den Frauen versteckt. Für mich handelt es sich bei den Hamasleuten um Maulhelden und Feiglinge, die ängstlich unter Muttis Rock kriechen, nachdem sie die Israelis über Jahre hin mit Raketenangriffen provoziert haben.
sachsenwini (23.01.2009, 22:44 Uhr)
@ Reality … ein sehr interessanter Artikel

Es ist schlimm, dass die gleichen Menschen, die diesen Völkermord tolerieren, voller Empörung auf China zeigen, wenn dort ein paar randalierende Brandstifter und Mörder verhaftet werden.
.
Ohne dieses Unrecht gegenüber den Palästinensern, die Massaker unter der Zivilbevölkerung und die Brutalität der israelischen Angriffe im Gazastreifen, gäbe es wahrscheinlich schon längst keinen verzweifelten Widerstand der Hamas mehr.
Reality (23.01.2009, 22:19 Uhr)
@Pamela_1971
Noch eines liebe Pamela_1971,
ich habe heute einen sehr interessanten Artikel gelesen und möchte ihn ihnen zur Lektüre empfehlen.:
Http://www.hintergrund.de/content/view/348/66/
Einmal die Sicht aus israelischer Perspektive.
Reality (23.01.2009, 21:50 Uhr)
@Pamela_1971
Interessant ihr Beitrag.
Wenn ich richtig verstanden habe, darf Israel Kinder morden nur weil andere es auch so zu tun pflegen.
Wen man so denkt kann man jedem Staat der Erde gleich einen Freibrief für Morden ausstellen.
Nein so geht es wirklich nicht, auf dieser Grundlagen kann man nicht diskutieren.
Für einen Rechtsstaat muß es Regeln geben und diese Regeln müssen auch gelten wenn nicht mehr da ist als Hass oder erkannte Gottgefälligkeit der Handelnden. Das gilt für beide Seiten gleich.
Wenn wir danach handeln, weil andere es auch so machen, landen wir unversehens in der Barbarei und ich kann mir nicht vorstellen dass Israel als barbarisch angesehen werden möchte.
Kein halbwegs modernes, neuzeitliches Staatsgebilde das sich zudem der Demokratie verschrieben hat, kann sich diesen Ruf leisten, außer man wirft alle Werte der Zivilisation von Heute auf Morgen über Bord.
Nein zu so einem Staat kann auch Israel sich nicht wirklich hingezogen fühlen, denn das wäre seiner Bewohner unwürdig.!
manesse (23.01.2009, 21:50 Uhr)
@Robbespierre
Ausnahmsweise bin ich mit Ihren Ausführungen weitgehend einig. Ich möchte nur hinzufügen, dass die Palästinenser mehrheitlich kein demokratisches Bewusstsein haben. Sonst würde sie keine totalitären Fanatiker wie die Hamas in die Regierung wählen, sondern dafür sorgen, dass sie von demokratischen Parteien vertreten werden.
ucarusta (23.01.2009, 20:33 Uhr)
U.S.A
Jetzt, wo die Waffen schweigen, wird für die Palästinenser im Gazastreifen das ganze Ausmaß der Zerstörungen sichtbar. Die Menschen stochern durch die Trümmer, ziehen Leichen hervor, setzen die Toten bei. Es gibt mehr als 1300 Todesopfer, Hunderte davon sind Kinder. Kaum vorstellbar, dass aus so viel Zerstörung, aus so viel Bösem, jemals etwas Gutes erwachsen kann. Deutsche im Einsatz gegen Waffenschmuggel?.........
Kommentator21 (23.01.2009, 20:26 Uhr)
Kosten des Aufbaues
mal sehen wie lange es die Europäer stemmen können, wenn alle 2-3 Jahre ihr investiertes Geld in Schutt und Asche gebombt wird. Komisch, sonst ist der am zahlen der dafür die Verantwortung trägt, so war es jedenfalls bei Deutschland.
Kommentator21 (23.01.2009, 20:24 Uhr)
Umgeben díe Marionnte
mal Fragen welcher RELIGIONSGEMEINSCHAFT die Leute angehören, die sich um die Marionette aufgestellt haben, Lol.Sachsenwinni träum weiter.
http://www.stern.de/politik/ausland/:Barack-Obama-Auf-Spuren-Pr%E4sidenten/652504.html?cp=5
Pamela_1971 (23.01.2009, 20:12 Uhr)
Loki-Asgard
"Kauft nicht bei Kindermördern!
BOYCOTT ISRAEL!"
.
1.) "KindermörderInnen" sind alle möglichen Staaten und Organisationen, von der Hamas über die israelische Regierung, bis hin zu deutschen Neonazis macht niemand vor Mord an Kindern Halt, um die jeweiligen Ziele zu erreichen. -- Und warum rufen sie nun angesichts all der KindermörderInnen, die es so gibt, ausgerechnet nur gegen Israel zum "Boykott" auf? Seltsam...
.
2.) Warum liest man von Ihnen hier bei anderen Konflikten, bei denen ebenfalls viele (z.T. noch viel mehr!) Kinder getötet werden, nichts von "Kindermord" und keine Boykottaufrufe? Warum nur jetzt, gegen Israel? Seltsam...
.
3.) Wie stellen Sie sich diesen "Boykott" denn vor? WER und WAS GENAU soll denn da "boykottiert" werden?
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