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15. Juli 2008, 20:20 Uhr

Angriff auf der Außenflanke

Barack Obama hat Konkurrent John McCain bei einer Wahlrede heftig attackiert. Er versicherte seinen Anhängern, den Krieg im Irak definitiv beenden zu wollen. Auch der Kampf gegen die Al Kaida habe oberste Priorität. Starken Tobak lieferte er beim Thema Todesstrafe. Von Matthias B. Krause, New York

Innerhalb von 16 Monaten will Barack Obama die Truppen aus dem Irak abziehen© Alex Wong/Getty Images

Der Schriftzug am Podium ließ keinen Zweifel an dem Zweck des Auftritts. "Judgment to Lead" stand da, suggerierend, dass der Mann hinter dem Pult das Urteilsvermögen habe, das mächtigste Land der Erde zu führen. Eine Dreiviertelstunde brauchte Barack Obama am Dienstag in Washington, um seine außenpolitische Vision zu erklären. Viel Neues sagte der demokratische Präsidentschaftskandidat dabei nicht. Ihm ging es viel mehr darum, seinen Anhängern zu versichern, dass er wie versprochen den Krieg im Irak beenden werde. Und den Vorwürfen seines Rivalen John McCain entgegen zu treten, er hänge in der Frage sein Mäntelchen in den Wind. Oder ignoriere die Fortschritte der erfolgreichen Großoffensive.

"Dieses Argument verschleiert, was notwendig ist im Irak", sagte Obama, "und es ist dickköpfig und ignoriert die Fakten der strategischen Rahmenbedingungen, mit denen wir uns beschäftigen müssen." Oberste Priorität sei der Kampf gegen Al Kaida und die Taliban in Afghanistan, fügte er an. Weit oben auf der Liste stünden zudem die Sicherung aller Atomwaffen, damit sie nicht in die Hände von Terroristen fielen, die Energiesicherheit und die Widerherstellung internationaler Allianzen. "Wie man es auch dreht, unser starrsinniger und unbegrenzter Fokus auf den Irak ist keine zuverlässige Strategie, um Amerikas Sicherheit zu garantieren", sagte Obama.

Keine Kenntnis der Lage

McCain kritisierte ihn prompt dafür, dass er schon vor seiner geplanten Reise in den Irak wisse, was am besten für das Land und für die amerikanischen Interessen sei. "Er spricht über seine Pläne für den Irak und Afghanistan, bevor er mit General David Petraeus gesprochen und bevor er zum ersten Mal seinen Fuß auf afghanischen Boden gesetzt hat." Normalerweise mache man das andersherum, beschied der Senator seinen jungen Kollegen: "Erst evaluiert man die Lage vor Ort, dann präsentiert man eine neue Strategie."

Inhaltlich unterscheidet sich Obams verfeinerte außenpolitische Vision nur in Nuancen von dem, was er im Vorwahlkampf gegen Hillary Clinton skizzierte. Am ehesten hat sich Betonung geändert, und er ist spezifischer geworden. So will Obama zwei Brigaden, der er aus dem Irak abzieht, kurzfristig in Afghanistan einsetzen, um die wiedererstarkten Taliban in Schach zu halten. Außerdem spricht er nun von "taktischen Anpassungen", die im Laufe des Abzugs unvermeidbar seien. Seit Neustem erwähnt er zudem die noch verbleibenden amerikanischen Soldaten, die unter anderem die Ausbildung der irakischen Armee fortsetzen und dafür sorgen sollen, dass Al Kaida nicht wieder im Irak Fuss faßt. Wieviele Truppen dafür benötigt werden und wie lange sie bleiben sollen, mag Obama derzeit nicht schätzen: "Aber niemand spricht davon, das Land aufzugeben." Diesen kleinen Zusatz hatte er im Vorwahlkampf gerne unter den Tisch fallen lassen.

Große Beliebtheit

Am einem Tag, an dem alle anderen in Washington über die sich verdüsternden Wirtschaftsaussichten sprachen, hielt Obama an seiner Strategie fest, McCain auf dessen scheinbar stärkstem Feld herauszufordern. Wenn es darum geht, wen die Amerikaner als nächsten Commander-in-Chief an der Spitze ihrer Truppen sehen wollen, sagen nämlich laut der jüngsten vom TV-Sender ABC und der "Washington Post" in Auftag gegebenen Umfrage 72 Prozent, der Vietnam-Veteran sei eine gute Wahl. Dagegen halten nur 48 Prozent Obama für den richtigen Mann an der Spitze der größten Streitmacht der Welt.

Diese Bedenken negieren Obama Vorteil, von Anfang an gegen den Irakkrieg gewesen zu sein, den nun keiner mehr mag. Fast Zweidrittel meinen mittlerweile, der Krieg war ein Fehler. Doch was der richtige Weg ist, ihn zu beenden, weiß keiner so richtig. 50 Prozent stimmen Obama zu, der die kämpfenden Truppen innerhalb von 16 Monaten nach Hause bringen will. 49 Prozent bevorzugen McCains Strategie, die sich auf keinen Abzugstermin festlegt.

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KOMMENTARE (10 von 12)
 
ecomoc4u (16.07.2008, 19:31 Uhr)
@leobissinger
menschen kennenlernen? händchen halten oder sowas...
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hier geht es um die totale kontrolle der energieresourcen der welt.
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saudis, iraq, afghanistan, jetzt iran, und sudan.
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wir bewegen uns direkt auf einen umfassenden weltenkrieg zu. es ist nur eine frage der zeit, wie lange noch russland und china sich das gefallen lassen.
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bush muss sofort vor ein gericht, wo er sich für das verbrechen von 9/11 verantworten muss. obama ist ein cousin von cheney, der drahtzieher von 9/11. 48 von 52 der us präsidenten sind blutsverwandt.
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ron paul 08.
Salzsteuer (16.07.2008, 10:59 Uhr)
@leobissinger
das der einzelne Mensch durchaus erheblich von der Verblendung/Verblödung eines ganzen Volkes abweichen kann hat man auch im Deutschland von 1933 bis 1945 gesehen und ist nichts neues.
Dies ändert nichts an den Versuchen dieser Gesellschaft nicht nur Amerika, sondern die ganze Welt zu versklaven.
leobissinger (16.07.2008, 08:57 Uhr)
@salzsteuer
Waren sie jemals längere zeit
in den USA ? Den selben stempel kann man jedem volk aufdrücken, - auch in ganz europa.
Menschen "kennen-lernen" ist dagegen ein gutes rezept.
Salzsteuer (16.07.2008, 07:32 Uhr)
@ BEEGEESFAN
diese verblödeten Amerikaner haben jeden Präsidenten verdient den sie sich selbst gewählt haben.
Ob der jetzt Bush, Nixon oder Obama heiß, er wird alles tun um die Terroristen dieser Welt in ihrer Überzeugung zu stärken und ihren Nährboden nach Kräften zu verbessern.
Die Menschen aus God`s own country fühlen sich auch als Gotteskrieger.
Sanjoaquin (16.07.2008, 07:26 Uhr)
Ziemlich viele Amerikaner
Dass es die Amerikaner gerne etwas grösser haben, ist bekannt, dass es aber 120 % (72 % für McCain, 48 % für Obama als Oberbefehlshaber) von denen gibt, ist mir neu.
Und unser politisch korrekter gmathol deklariert sich als eiserner Nationalist, wenn er das neue VW-Werk kritisiert. Ist es nicht sinnvoller die Autos dort zu erzeugen, wo sie verkauft werden?
BEEGEESFAN (16.07.2008, 00:12 Uhr)
LÜGNER
DIE AMERIKANR HABEN DAS BEKOMMEN WAS SIE WOLLTEN.ENDLICH ZEIGT ER SEIN WAHRES GESICHT.
ER WAHR SCHON EIN LÜGNER BEVOR ER IN DEN WAHLKAMPF ZOG.
ABER WIE SAGEN POLITIKER IMMER WIEDER:"WAS INTERESSIERT MICH MEIN GESCHWÄTZ VON GESTERN".
WO ANDERE MENSCHEN EIN RÜCKGRAT HABEN,HAT ER EINE GUMMISTANGE.
SO EINEN PRÄSIDENTEN HABEN DIE AMERIKANER NICHT VERDIENT.
Known (16.07.2008, 00:07 Uhr)
@gmathol
"Uebrigens wird Bush genau wie Blair zum Katholizismus uebertreten." Blödsinn!
gmathol (16.07.2008, 00:00 Uhr)
@JuergenHartl
Als Govenor von Texas hat G. W. Bush die Todesurteile von 244 Menschen (242 Maenner, 2 Frauen) unterschrieben.
Darunter war auch ein mental kranker Taeter.
Mann kann nur hoffen das es die Hoelle wirklich gibt. Uebrigens wird Bush genau wie Blair zum Katholizismus uebertreten. Mir wird schlecht das es einen Pontifex gibt der auch noch so einem Abschaum die Haende reicht.
gmathol (15.07.2008, 23:56 Uhr)
Laola Paul auch als Obama bekannt...
...will vor allem eines in Europa erreichen: eine starke militaerischen Beteiligung von NATO Truppen an den bestehenden und noch kommenden US Kriegen.
Dieser Politiker stellt eine noch groessere Gefahr als Bush dar, bei dem man weiss und wusste das es sich um einen Schurken handelte.
Durch den hanebuechenen Opportunismus hat Obama bereits seine Basis eingebuesst und da gibt es auch noch Hillary die eine Abstimmung beim kommenden Konvent der Demokraten einfordern wird oder koennte.
Ralph Nader, Cynthia McKinney and Barr werden diesmal wohl den Ausgang der US Wahl zugunsten McCains entscheiden, der nach 4 Jahren das Land voellig an den Abgrund bringen wird.
Wir Europaeer muessen dafuer sorgen das wir uns nicht in die "Kanonenbootpolitik" der USA verlieren.
Russland hat uebrigens heute den Tschechen praktisch den Oel-Hahn abgesperrt als "Dank" fuer die Bereitschaft ein US Radar-System zu installieren.
Russland koennte auch den Iraq oder moeglichen Iran Krieg dadurch beenden indem Atomwaffen im Iran stationiert und kontrolliert.
In jedem Fall wird der Amerikahoerige Westen und deren Bevoelkerung erstmal einen voelligen wirtschaftlichen von der US Finanzbetrugswirtschaft verursachten Zusammenbruch erleiden.
Gute Nachricht fuer die Ami-Freunde: Arbeitsplatzabbau bei VW wegen Aufbau eines Werkes in Alabama.
Schoenen Tag noch!
JuergenHartl (15.07.2008, 22:22 Uhr)
Mal ein Wort zur Todesstrafe
Eines vorneweg: Ich halte die Todesstrafe schlicht für unzivilisiert und barbarisch.
Doch nun ein paar Worte zu den Kommentaren:
Der Präsident in Amerika hat es nicht in der Hand ob die Todesstrafe abgeschafft wird oder nicht, das ist Sache der einzelnen Staaten.
Was ein kommender Präsident will ist in der Hinsicht also fast nebensächlich.
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