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25. März 2010, 08:29 Uhr

Republikaner erzwingen weitere Abstimmung

Eigentlich schien schon alles in trockenen Tüchern, doch nun haben die Republikaner Teile von Barack Obamas Gesundheitsreform ausgebremst: Das Repräsentantenhaus muss über ein Änderungspaket neu entscheiden - wegen Verfahrensfehlern.

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US-Präsident Barack Obama hatte die Gesundheitsreform in einem schwerem Kampf durchgeboxt© Gerald Herbert/AP

Der letzte Schliff an der US-Gesundheitsreform verzögert sich. In der Nacht zum Donnerstag gab der für Verfahrensfragen zuständige Beamte im Senat einem Antrag der oppositionellen Republikaner statt, die formelle Einwände gegen zwei Punkte in dem Änderungspaket des Repräsentantenhauses geltend gemacht hatten. Die Kernpunkte der Gesundheitsreform sind davon allerdings nicht betroffen.

Die Republikaner hätten stundenlang nach einem Weg gesucht, um die Reform erneut zu blockieren, klagte ein Sprecher der Demokraten. Schließlich hätten sie zwei "geringfügige" Klauseln in dem Änderungspaket gefunden, die gegen Senatsbestimmungen verstießen. Es handle sich um 16 Zeilen in dem 153-seitigen Entwurf. Diese beiden Passagen, in denen es um staatliche Stipendien für Studenten aus niedrigen Einkommensschichten geht, müssen nun aus der Vorlage entfernt werden. Anschließend werde das Paket vom Senat verabschiedet und dann dem Abgeordnetenhaus zur Abstimmung zugeleitet, erklärte der Sprecher. Er sei zuversichtlich, dass das Repräsentantenhaus ohne Probleme zustimmen werde.

Umstrittenes Manöver der Demokraten

Die Demokraten hatten sich eines Kniffs bedient, um die Gesundheitsreform durchzubringen: Sie hatten bei der eigentlichen Reform den Entwurf des Senats im Repräsentantenhaus ohne Änderungen angenommen. Die gewünschten Modifizierungen sollten in einem zweiten, umstrittenen Schritt vorgenommen werden. Dazu hatte Obamas Partei ihr Änderungspaket so geschnürt, dass es einen Bezug zum Haushalt hat. Nach Kongressregeln reicht bei derartigen Vorlagen zur Verabschiedung im Senat eine einfache Mehrheit von 51 Stimmen aus. Ohne dieses "Reconciliation" genannte Manöver hätten die Demokraten 60 Stimmen - also mehr als sie zurzeit haben - aufbieten müssen, um Blockaden der Republikaner zu verhindern.

Die Debatte um das Änderungspaket hatte am Mittwoch begonnen und fast sieben Stunden gedauert. Dabei konnten die Demokraten mehr als 20 Anträge der Republikaner abwehren. Mit dem Änderungspaket werden unter anderem einige Sonderregelungen für einzelne US-Staaten wieder gestrichen, die Unterstützung für Geringverdiener und die Medikamentenversorgung für Ältere ausgeweitet.

Verfassungsklage von 13 Bundesstaaten

Die Gesundheitsreform sieht vor, dass künftig 32 Millionen US-Bürger, die bisher ohne Krankenversicherung waren, einen derartigen Schutz erhalten. Obama hatte das Gesetz am Dienstag in einer Feierstunde im Weißen Haus unterzeichnet und von einer "neuen Zeit für Amerika" gesprochen. Noch vor seiner Unterschrift hatten allerdings 13 Einzelstaaten Verfassungsklage gegen das Gesetz eingelegt; zwölf von ihnen werden von den oppositionellen Republikanern regiert. Die Kläger machen geltend, dass die Neuregelung ihre Befugnisse verletzt, indem jeder US-Bürger zum Abschluss einer Krankenversicherung verpflichtet wird.

Das Repräsentantenhaus hatte dem Gesetz am Sonntag mit knapper Mehrheit und gegen die Stimmen der Republikaner zugestimmt. Die Kosten für die Reform werden auf mehr als 900 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren beziffert.

mad/AP/AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Zerberus (25.03.2010, 22:10 Uhr)
@daisytim
Was gut für ein Volk ist ist Definitionssache und selbst wenn man für die Gesundheitsreform ist, muss man doch zugeben, dass derZeitpunkt für so ein Megaprojekt, welches 2 Billionen Dollar verschlingen wird höchst ungünstig ist. Wenn der Dollar einmal in schlingern kommt, kennt er nur noch einen Weg und zwar geradewegs nach unten...

Die zich Millionen die keine Krankenversicherung haben wollen teilweise auch keine, weil sie jeden Cent für andere Dinge brauchen vlt ihr Unternehmen oder zur Tilgung eines Kredits ... außerdem haben die Republikaner ne deutlich einfachere und günstigere Lösung für eine Gesundheitsreform vorgestellt, die sie mit einem Presidenten Mc Cain umgesetzt hätten ...

Diese Reform nutzt vorallem den Konzernen die an der Mitgestaltung mitgewirkt haben ... warum versichert wohl der Staat nicht, sondern private Unternehmen ? Und warum gehörten eben jene Konzerne zu den großen Spendern Obamas ... ob der Mann einem Hoffnung vermitteln kann ist denk ich mal subjektiv ... Der Mann hat Charisma sicherlich, dass hatten aber schon ganz andere Personen, die auch Hoffnungen in vielen Menschen geweckt haben und am Ende durch ein Meer von Leichen warteten ... Der Dollar befindet sich nunmal derzeit in einer höchst dramatischen Lage, ob dieses Projekt ihm den Rest gibt wir werden sehen ... viele Bundesstaaten sind bereits Pleite , die USA schon lange überschuldet auch stark im Ausland... und die Chinesen wollen ihre Dollarreserven abstoßen.
daisytim (25.03.2010, 18:46 Uhr)
@Zerberus
Hey, da ist aber einer ganz schön angefressen. Oposition ist wichtig, sehr wichtig sogar. Aber ist es richtig, alles anzuzweifeln, was die andere Partei macht, ob es gut ist für das zu regierende Volk, scheint total egal zu sein, hauptsache dagegen. Ist schon krank, wie da gegen die Krankenkasse gegiftet wurde und in Kauf genommen wird, zig-Millionen ohne Krankenkasse verelenden zu lassen. Wenn ich dann auch noch registriere, das schon eine gewisse Sehnsucht nach einem G.W.Bush entsteht oder herbeigeschrieben wird bei den Amis und hier unsere"Jubelpresse" den Kopf darüber schüttelt, was wunder. Endlich einer, der Hoffnung vermitteln kann und nicht bei jedem Atemzug, den er macht, überlegt, wie er sein Volk und andere terrorisieren kann.
Johann58 (25.03.2010, 18:40 Uhr)
@zerberus
ganz so ist das nicht, denn es geht den Repubklikanern nicht um die Vereitigung der Demokratie sondern um deren Zerstoerung wobei sie sich dann des Terminus Freiheit bemaechtigen. Beschaeftigen Sie sich mal mit Mitt Romney's Gesundheitsplan in Massachusetts, dann werden Sie sehen, dass er fast genau das umgesetzt hat, was die Republikaner bei Obama bis aufs Blut bekaempfen. Der Hauotunterschied liegt im Umpfang des Dokuments. 70 statt 2000 Seiten
Zerberus (25.03.2010, 18:34 Uhr)
@daisytim
Sie werfen den Republikanern also vor, dass sie ihr in der Verfassung vorgesehendes Kontrollamt als Opposition wahrnehmen ?
Was ist das bitte für ein Demokratieverständnis, die Opposition soll kritisieren, wenn sie denn andere bzw. bessere Vorschläge hat. Und die Meisten die noch große Hoffnungen in Obama setzen, informieren sich auschließlich über die europäische Jubelpresse über den Herrn Friedensnobelpreisträger.
daisytim (25.03.2010, 17:10 Uhr)
Dumm- und Verschlagenheit...
...hat einen Namen: Republikaner. Weil sie nicht an der Macht sind, meinen sie, alles torpedieren zu müssen, was nicht republikanisch ist. Somit wird nahezu alles blockiert und sie besitzen auch noch die Unverfrorenheit, dies Obama anzukreiden.
Was ich Obama ankreide, ist seine zu harmlose Art, mit den Gegnern umzugehen.Sie schälen ihm die Haut ab, und er bittet sie höflich, es doch zu unterlassen. Mit diesem Kriegstreiberhaufen kann man nicht zimperlich umgehen, denn das verstehen diese Leute mit dem Charme eines Rednecks nicht. Mann, beiß mal zurück und zeig, was Du auf der Pfanne hast. Viele setzen nach wie vor sehr viel Hoffnung in Obama.
Johann58 (25.03.2010, 14:37 Uhr)
die ganze Hinterhaeltigkeit
der Republikaner kommt ans Tageslicht wenn man sich Mitt Romney's Gesundheitsreform fuer Massachusetts ansieht. da wird etwas bejubelt was man bei Obama mit dem Ende der Freiheit in Verbindung bringt.
iosono (25.03.2010, 11:16 Uhr)
@Zerberus
irgendwo habe ich die woche gelesen das man mit krieg auch ''wachstum ''erzeugen kann.
und alle schreien doch nach wachstum.
ausserdem möchte obama die exportwirtschaft ankurbeln.
also,auf in den krieg.
Bienban (25.03.2010, 10:25 Uhr)
Nichts Gelernt
Die Republikaner sind immer noch die gefährlichen Demagogen und Obama hat den härtesten Krieg in seinem eigenen Land zu führen. Die Kraft und den Mut hat er schon bewiesen, er wird es schaffen!
Zerberus (25.03.2010, 10:22 Uhr)
@iosono
Das wird Obama freuen, denn immerhin hat er die Luftwaffe und massenweise Bomben (auch Bunkerbrechende) bereits gegen denI Iran in Stellung gebracht ...

@topic
Die Republikaner werden auch weitere Fehler in der Reform finden und wenn nicht wird die Reform vom Obersten Gericht kassiert insofern, viel spaß bei der nächsten Abstimmung... das kann sich noch nen paar Monate hinziehen.
iosono (25.03.2010, 10:03 Uhr)
in den Krieg
würde Obama in einen neuen Krieg ziehen ,hätte er weniger Probleme.
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