Die amerikanische Regierung will sich mit einer Kombination milliardenschwerer Hilfen gegen die Finanzkrise stemmen. Mit drastischen Worten stellte Finanzminister Timothy Geithner die Pläne vor. Was plant die Obama-Regierung im Einzelnen? Von Sebastian Bräuer und Mark Schrörs

US-Finanzminister Geithner konnte den hohen Erwartungen nicht gerecht werden© Win McNamee/Getty Images
Entscheidende Teile des Finanzsystems seien beschädigt. Dies führe zu einer gefährlichen Dynamik, die gestoppt werden müsse, sagte Timothy Geithner. Bei seiner Vorstellung der Pläne äußerte sich Geithner allerdings deutlich weniger konkret, als Marktteilnehmer zunächst gehofft hatten. Vor allem bei der zentralen Frage, in welcher Form und zu welchem Preis Washington den Banken ihre toxischen Wertpapiere abnehmen möchte, blieb Geithner genaue Antworten schuldig. Die Kernpunkte seiner Strategie: Die Bilanzierung der Banken soll transparenter werden, Investmentfonds der Regierung sollen die auf Immobilien basierenden Wertpapiere der Banken aufsaugen, die Kreditmärkte sollen mit bis zu 1000 Milliarden US-Dollar angekurbelt werden und Hausbesitzer vor dem Verlust ihrer Immobilie bewahrt werden.
Investoren reagierten ernüchtert. Der Dow Jones, der zuvor nur leicht im Minus gelegen hatte, stürzte während Geithners Rede um 250 Punkte ab. "Man darf nicht zwei Wochen eine große Rede ankündigen und dann lediglich skizzieren, was man machen möchte", sagte ein konsternierter Händler an der New York Stock Exchange. Wir stellen die von Geithner vorgestellten Maßnahmen im Einzelnen vor (siehe linke Kastenspalte).