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Im Zweifel für Obama

Kriseln zwischen Israel und den USA: Obamas Rede zum "arabischen Frühling" hat in Israel für Unmut gesorgt. In europäischen Medien eine Debatte über den Kurs der amerikanischen Nahost-Politik ausgelöst. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie ist Washingtons neue Distanz zu Israel zu bewerten?

Israel und Palästinenser sollten über eine Zwei-Staaten-Lösung an den Grenzen von 1967 verhandeln. Es war ein konkreter Vorschlag, den US-Präsident Barack Obama in seiner Rede zum arabischen Frühling machte. Zum Unmut von Israels Premier Benjamin Netanjahu, der bei seinem Besuch im Weißen Haus offen mit dem Präsidenten über ihre unterschiedlichen Ansichten stritt. In der europäischen Presse hat Amerikas neuer Blick auf Israel die Debatten bestimmt.

In England sieht die konservative Tageszeitung "The Times" die amerikanisch-israelische Freundschaft bröckeln. Zwar vertrete der US-Präsident mit seiner Ansicht den internationalen Konsens. Allerdings sei es naiv zu glauben, dass dieser wirklich umsetzbar sei. Dass das Land die Verteidigungsfähigkeit seiner Grenzen aufgeben werde, sei nicht vorstellbar. Obama müsse sich stärker zur historischen Freundschaft zwischen den USA und Israel bekennen, um "neuen Schwung in seine Nahost-Perspektive" zu erhalten.

Für die österreichische Zeitung "Der Standard" hat Washington eine Chance vertan, Palästina zurecht zu weisen: "Viele EU-Länder hatten sich erhofft, dass Obama die Parameter einer neuen Roadmap darlegt, als einzigen Weg, die Palästinenser davon abzuhalten, im September in der Uno-Generalversammlung eine Anerkennung ihres Staates (in den 1967er-Grenzen) durchzudrücken. Obama hat diesen Schritt nicht getan, eher nur ein taktisches Schrittchen", schrieb die liberale Wiener Zeitung.

In Italien räumt hingegen die Zeitung "La Republica" ein, dass Israel Eingeständnisse in der Frage mit Palästina machen müsse. Die Perspektiven in Washington und Jerusalem seien zu verschieden: "Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten und will dies auch bleiben. Die USA hingegen sind davon überzeugt, dass die Region heute endlich eine Form der Demokratie entwickeln kann - wie dies der arabische Frühling bestätige", schrieb die linksliberale Zeitung. Israel könne sich nicht darauf verlassen in Zukunft als kompromissloser Gewinner aus den Verhandlungen zu gehen. Auch polnische Medien begrüßen Obamas Verrweis auf die alten Grenzen Israels. Der US-Präsident hätte "nicht Neues vorgeschlagen“, schrieb die linksliberale "Gazeta Wyborcza" . Die konservative "Rzeczpospolita" betrachtet den Vorschlag als die "einzig vernünftige Lösung."

liri mit DPA
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