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6. April 2009, 15:45 Uhr

Obama bietet Türkei enge Partnerschaft an

Nach den Verstimmungen um die Nachfolge des Nato-Generalsekretärs schlägt US-Präsident Barack Obama gegenüber der Türkei wieder versöhnliche Töne an: Auf der letzten Station seiner Europareise hat er sich in Ankara für einen EU-Beitritt des Landes ausgesprochen und will die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei vertiefen.

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US-Präsident Barack Obama und der türkische Staatspräsident Abdullah Gül wollen ihre Länder wirtschaftlich und politisch näher zusammenbringen© Jim Young/Reuters

US-Präsident Barack Obama hat erneut die Aufnahme der Türkei in die Europäische Union (EU) gefordert. "Die USA unterstützen nachdrücklich die Bemühungen der Türkei, Mitglied in der EU zu werden", sagte Obama am Montag vor dem türkischen Parlament in Ankara. Die Türkei sei stets ein entschiedener Verbündeter und ein verantwortlicher Partner in den transatlantischen Beziehungen und für die europäischen Institutionen gewesen.

Die Türkei sei mehr als nur mit einer Brücke über den Bosporus mit Europa verbunden, sagte der US-Präsident weiter. Die Türkei teile mit Europa seit Jahrhunderten eine gemeinsame Geschichte, Kultur und Wirtschaft. Europa werde mit der Vielfältigkeit der Völker, Religionen und Traditionen nur gewinnen, nicht verlieren, betonte Obama. Allerdings müsse auch die Türkei politische Reformen vorantreiben und Anstrengungen im rechtsstaatlichen Bereich unternehmen.

Am Montagmorgen hatte Obama seinen Besuch in der Türkei offiziell mit einer Kranzniederlegung am Mausoleum des Staatsgründers Kemal Atatürk begonnen, später traf er mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül zusammen. Am Vorabend war der US-Präsident aus Prag kommend eingetroffen. Obama hatte dort die EU-Staats- und Regierungschefs aufgefordert, die Türkei als Mitglied aufzunehmen. Noch am Abend will Obama nach Istanbul weiterfliegen, wo am Dienstag unter anderem Gespräche mit religiösen Führern und ein Forum mit Jugendlichen geplant sind.

USA und Türkei wollen enger zusammenarbeiten

Die Türkei spiele eine wichtige Rolle als Brücke zwischen der islamischen Welt und dem Westen, sagte der US-Präsident gegenüber Gül. Zwischen den überwiegend christlich geprägten USA und der islamischen Türkei könne es eine "Modell-Partnerschaft" geben, sagte er und betonte die "außerordentlich große Bedeutung" der Türkei als Bündnispartner der USA.

Darüber hinaus sei er sich mit Gül darüber einig, dass Terrorismus unter keinen Umständen akzeptabel sei. Für die USA gehöre die kurdische PKK unverändert auf die Liste terroristischer Organisationen. Auch Gül betonte die Übereinstimmung zwischen beiden Ländern im Kampf gegen den Terrorismus. Bei dem Treffen sei es um zahlreiche Themen wie die Entwicklung in Irak und Afghanistan, die Bemühungen um die Nichtweiterverbreitung von nuklearen Waffen und den Nahost-Frieden gegangen, sagte Obama.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA hätten sich aber zu lange auf militärische Fragen und die nationale Sicherheit konzentriert. Beide Seiten müssten außerdem bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise zusammenarbeiten, forderte Obama. Auch die Türkei befürwortete eine engere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Beide Länder hätten die gleichen Interessen, sagte Staatspräsident Gül.

Obama lobt Gespräche zwischen Armeniern und Türken

Auf die Frage, ob er weiterhin glaube, dass es in der Türkei einen Völkermord an den Armeniern gegeben habe, sagte Obama, er ändere seine Sichtweise nicht. Er sei aber sehr froh, dass es intensive Gespräche zwischen Türken und Armeniern über die gemeinsame Aufarbeitung ihrer Geschichte gebe. Gül betonte, dass sein Land an einer Versöhnung mit dem Nachbarland Armenien arbeite. Eine Historiker-Kommission befasse sich mit dem Streit um die Massaker.

In Ankara hat die Absicht von Abgeordneten und Senatoren, im US-Kongress eine Resolution über den Völkermord an den Armeniern zu verabschieden, großen Protest ausgelöst und die bilateralen Beziehungen belastet. Während des ersten Weltkriegs wurden zum Ende des Osmanischen Reiches rund 1,5 Millionen Armenier getötet. Im US-Wahlkampf hatte Obama von "überwältigenden historischen Beweisen" für einen Völkermord gesprochen.

Der Besuch Obamas in der Türkei wird als ein Signal für den Wunsch nach einer verstärkten Zusammenarbeit mit gemäßigten Kräften in der islamischen Welt gewertet. Allerdings werde Obama in der Türkei nicht die im US-Wahlkampf für die ersten hundert Tage seiner Amtszeit angekündigte Grundsatzrede zur islamischen Welt halten, hieß es im Weißen Haus. Obama sucht in der Türkei auch Unterstützung für seine neue Strategie in Afghanistan und Pakistan sowie für den Irak, das die amerikanischen Truppen zum großen Teil bis 2010 verlassen wollen.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 19)
 
Snark7 (09.04.2009, 14:27 Uhr)
GOTTLOS?
Welche Gottlosen meinen Sie denn? Den gläubigen Katholaken Hitler und die 98.5% gläubisch erzogenen und einen heiligen, christlichen "Kreuzzug gegen den Bolschewismus" führenden Deutschen?
Verbreiten Sie doch nicht einfach weiter dumme Lügen, das ist doch eine Sünde. Die Nazis waren durch und durch, bis fast zum letzten Mann, gläubige Christen, die sich im Dienst einer "guten Sache" wähnten.
Jazzzy (07.04.2009, 12:36 Uhr)
@hazarbey...sehr gut
nach der perfiden logik einiger kommmentatoren dieses forums müsste ja demnach zypern in afrika liegen..und hat ja dann in der eu nichts zu suchen :) also wenn ich mir die weltkarte so anschaue, dann liegt die türkei im vergleich zu zypern ja sowas in europa..mehr geht nicht..
jackiki (07.04.2009, 07:57 Uhr)
die GOTTLOSEN
wieder einmal unter sich :)!!!
immer wenn ich die vielen gottlosen von wertegesellschaft quaseln höre, frage ich mich, welche werte denn gemeint sind?! :)
hätten die amis und co deutschland nicht in die steinzeit gebombt, wären sie heute noch einem sogenannten gottlosen führer hinter her gelaufen! eine gesellschaft, die keinen gott kennt, diese ist dem untergang geweiht, früher oder später....
Hazarbey (07.04.2009, 02:47 Uhr)
komisch
Pro Contra pro contra Vorurteile hin und her.
Aber niemand will es einsehen, dass die Türkei über Jahrhunderte in Europa unter Osmanisches Reich regiert hat. Wenn die Türkei die Probleme angesprochen hatte, hat man die Türkei nicht ernst genommen. Da kam immer der Vorwurf "Menschenrecht" und "Meinungsfreiheit". EU darf sich äußern, dass ist"Meinungsfreiheit" und TÜrkei darf es nicht und es heisst dann, dass es in der Türkei keine Demokratie geben würde.
Hatte damals TÜrkei den deutschen Politiker nicht gesagt, dass Sie sich in Sache "PKK" nicht zu weit aus dem Fenster legen sollen? Es waren doch "Freiheitskämpfer"? Wieso jetzt aufeinmal Terroristen? Es gibt ein türkisches Sprichtwort. Dies besagt: Die Schlange, die mich nicht beisst, soll tausend mal leben.
Mit der PKK kam nach deutschland Drogen, Menschenhandel, Erpressung und vieles mehr. Jeder kann sich noch an den Vorfall errinnern.Auf der Autobahn fuhren"PKK" Demonstranten mit dem Wagen in die Polizeimenge und verletzen einen Polizisten schwer.So was ist "Meinungsfreiheit", "Demokratie" oder "Freiheitskämpfer".
TÜrkei hatte EU davor gewarnt, wurde aber nie ernst genommen, bis EU gemerkt hat, was die "PKK" wirklich ist. Die EU-Politiker haben daran geglaubt, dass die Kurden in der Türkei verfolgt würden.Aber die waren so was vom Blöd, haben nicht gedacht und geglaubt.Als Saddam die Kurden in Irak vergasen wollte und anfing, hat die Türkei die Kurden nach Türkei geholt und Sie davor gerettet.Der verstorbene Turgut Özal war selbst ein Kurde und hat in der Türkei regiert, als Ministerpräsident und Staatspräsident. Und das über 10 Jahre lang. So was ist "Kurdenverfolung"?
Die Türkei gehört zu Europa und Asien. Und das türkische Volk lebt auch nach europäischer Art und Weise.
Akzeptanz sollte beidseitig sein und nicht einseitig.
Frage des Tages:
EU-Mitglied Zypern, auf welcher Kontinent liegt er denn?
faculdoc (07.04.2009, 00:35 Uhr)
Zu Obama`s Rede in der Türkei
Seit ich die gestrige Rede Obamas in deutscher Übersetzung vernommen habe, wecken sich in mir ernste Zweifel,ob das "Paket Barack Obama " sich gar noch als Täuscher-und Mogelpackung zu lasten Europas outen wird.Es ist erstaunlich, mit welcher US-typischen hegemonialen
Großmannssucht dieser RhetorikKünstler
das EUROPA aus der Türkei her auffordert, die Türkei "nun beinahe endlich " als Mitglied der EU aufzunehmen. Er autorisiert sich so nebenbei als "Heilsbringer ". Dabei stellt sich m.E. die perfide Dealerei
bzgl. Rasmussen incl. der US-Schachspielerei z.B. zu Iran oder
Israel als alte US-Politik dar -nur halt im neuen Gewand - nur etwas intellektueller. Und darin liegt die große Gefahr für das unbedingt einig sein müssende Europa,wenn es nicht wieder in den Götzendienst dieses überholten Gesellschaftsmodells verfallen will. Das ,was Obama geboten hatte,waren Bekenntnisse ohne jedweden materiellen Hintergrund. Und dort , wo sich pragmatischer Hintergrund abzeichnete, ja...da hat er sich selbst clever ( so glaubt er ) rausgehalten und anderen Leistungsträgern die Lösungen zugeschoben . Was Obama braucht ist Erfolgserlebnis um jeden Preis. Aber für diese merkwürdige US-amerikanische Preisgestaltung muss sich die EU einfach zu schade sein ! Hütet Euch vor diesen neuen Anfängen - vor diesen "Wölfen im Schafspelz " .
muemmelfrau (06.04.2009, 20:58 Uhr)
kopfschütteln
wollte obama nicht den genozid an den armeniern ansprechen ?? hat er wohl dem pisspagen beim wc-besuch erzählt (nein, nicht unserem welfen august). oder hatte er angst das man seinem land evtl. den genozid an den ureinwohnern vorwerfen könnte ?
ich denke auch das er sich beim thema EU/türkei zurücknehmen sollte, daß geht in ihn und die usa nichts an.
ansonsten finde ich es außerdem lächerlich das man als "türkenhasser" beschimpft wird wenn man sich gegen einen eu beitritt ausspricht.
erstaunlich das ausgerechnet die leute, welche anderen vorwerfen engstirnig und nicht offen für anderes zu sein, andere meinungen am wenigsten tolerieren.
Jazzzy (06.04.2009, 20:22 Uhr)
@sedanon und die übrigen Türkenhasser
ihr habt hier was nicht kapiert: es geht nicht um die hier lebenden türken (die sind eh schon in der EU :))
es geht um die Türkei, welches als Land aufgenommen werden soll...
die beitrittsverhandlungen haben schon längst begonnen...da könnt ihr euch dumm und duselig reden...
HeidiB (06.04.2009, 20:14 Uhr)
das geht zu weit!
bei aller Sympathie für Obama, das geht entschieden zu weit! Davon abgesehen, dass die Türkei nicht in Europa liegt, hat ein Land in dem Väter ihre Töchter und Brüder ihre Schwestern totschlagen, weil ihnen ein Furz quer sitzt, nichts in der EU verloren.
Viele Grüße
HeidiB
sedanon (06.04.2009, 19:58 Uhr)
??
"Die Türkei teile mit Europa seit Jahrhunderten eine gemeinsame Geschichte, Kultur und Wirtschaft. Europa werde mit der Vielfältigkeit der Völker, Religionen und Traditionen nur gewinnen, nicht verlieren."
-
Dass Amerikaner wenig bis keine Ahnung von Geschichte haben, weiß man. Aber wieso müssen sie mit ihrem Nichtwissen dermaßen angeben ?
Zweckbündnisse des ersten Weltkrieges begründen keine ewige Freundschaft und schon gar keine gemeinsame Kultur.
Die Traditionen und die Religion (oder was Türken in Deutschland als solche verstehen) dürfen wir täglich erleben und die Auswirkungen beinahe täglich in den Zeitungen nachlesen.
Mein Bedarf an islamisch geprägter Kultur ist vorerst mehr als gedeckt.
Faschisten, Analphabeten, "Ehrenmörder" und Chauvinisten gibt es schon genug in Deutschland. Man muß nicht noch die Grenzen öffnen, damit sich die Türkei unliebsamer Staatsbürger auf unsere Kosten entledigen kann oder um Deutschland noch mehr zum Tummelplatz für Graue Wölfe oder die PKK und den daraus folgenden "Sekundärverbrechen" wie Drogenhandel etc. zu machen.
Die privilegierte Partnerschaft ist das Maximum. Aber damit läßt es sich so schlecht an den EU-Geldtöpfen partizipieren, nicht wahr ?
twister34 (06.04.2009, 19:19 Uhr)
Weiter so, Mr. President!
Endlich jemand, der Sarkozy und Merkel die Wahrheit zeigt.
Jeder kommentiert den Artikel, ohne ihn einmal durchgelesen zu haben. Warum dieser Türkenhass, fragt man sich... Schade.
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