Hitze, #Neuland und eine freundliche Rede

19. Juni 2013, 17:56 Uhr

Barack Obamas Berlin-Besuch ist vorbei: Zu einer weiteren historischen Rede eines US-Präsidenten hat es nicht gereicht. Was bleibt ist der "Neuland"-Spruch der Kanzlerin. Die Ereignisse zum Nachlesen.

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Bye-bye, Berlin! Ein letzter Wink beendet den Berlin-Besuch der Obamas©

+++ 22.16 Uhr: Was bleibt? +++

Anderthalb Ausnahmetage in der Hauptstadt sind vorbei, etliche Berliner twittern erleichtert, dass die Air Force One über ihre Gärten entschwunden ist. Was bleibt von diesem Besuch? Zu einer historisch zu nennenden Rede hat es nicht gereicht. Immerhin: Der Abbau der Atomwaffen ist ein Versprechen, an dem man Obama wird messen können, ebenso wie das Freihandelsabkommen mit Europa, das beiderseits des großen Teichs viele Jobs bringen soll. Erinnern wird man sich wohl auch, dass es ein außergewöhnlich heißer Tag war. Wirklich wahrgenommen wurde aber vor allem Angela Merkels Satz "Das Internet ist für uns alle Neuland". Ob #Neuland das Zeug zum Wahlkampfthema hat?

+++ 22.00 Uhr: Der US-Präsident verlässt Berlin +++

Die Tür der Air Force One hat sich geschlossen, die Ehrenformation ist vom Roten Teppich abgezogen. Die Präsidentenmaschine wird nach einem Zwischenstopp auf der US-Air Base in Rammstein zurück nach Washington fliegen. Der Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin ist zu Ende.

+++ 21.56 Uhr: Ein letztes Winken +++

Michelle und Barack Obama haben die Air Force One bestiegen. Am Eingang wendeten sie sich nochmals den Wartenden zu und winkten zum Abschied.

+++ 21.50 Uhr: Obamas erreichen Tegel +++

Jetzt kann es nicht mehr lange dauern. Das "Beast" nähert sich dem Rollfeld in Tegel; die Obamas werden gleich abreisen. Die Fahrt vom Schloss Charlottenburg dauerte für die Präsidenten-Kolonne nur wenige Minuten.

+++ 21.47 Uhr: Ehrenformation ist aufgezogen +++

Die Ehrenformation ist am Roten Teppich an der Air Force One aufgezogen. Die Obamas werden offenbar in absehbarer Zeit in Tegel erwartet.

+++ 21.30 Uhr: Wieder warten auf Obama +++

Das kennen wir ja schon: Barack Obama lässt ein weiteres Mal auf sich warten. Der Abflug verzögert sich. Offenbar gefällt es dem Präsidentenpaar beim Galadinner gut.

+++ 21.10 Uhr: Abreise um 21.30 Uhr +++

Es wird jetzt erwartet, dass die Obamas mit der Air Force One um 21.30 Uhr von Tegel abfliegen werden.

+++ 21.05 Uhr: Zwischenstopp in Rammstein? +++

Die Soldaten der Ehrenformation am Roten Teppich bereiten sich vor. Da muss jeder auf den Millimeter genau an seinem Platz stehen. Wie es heißt, legt die Präsidentenmaschine auf der Air Base in Rammstein bei Kaiserslautern möglicherweise einen Zwischenstopp ein. Die Startbahn in Tegel reicht angeblich nicht aus, um einen Transatlantikflug anzuteten.

+++ 21.00 Uhr: Air Force One steht schon bereit +++

Allmählich neigt sich der Obama-Besuch in Berlin dem Ende. Auf dem Flughafen Tegel steht die Air Force One schon zum Abflug bereit. Obamas Töchter Malia und Sasha sind schon an Bord gegangen - inklusive ihrer Shopping-Trophäen, darunter T-Shirts mit den Berliner "Ampelmännchen", wie es heißt.

+++ 20.35 Uhr: Polizei ist vorerst zufrieden +++

Man könnte sagen, dass angesichts der enormen Sicherheitsvorkehrungen, die halb Berlin an diesem Mittwoch lahm gelegt haben, es schon ein Armutszeugnis gewesen wäre, wenn doch etwas Ernsthaftes passiert wäre. So aber zieht die Polizei - während die hohen Gäste noch speisen - schon mal eine positive Bilanz. Außer dem Fehlalarm wegen der Legoschachtel am Sony-Center war nichts weiter. Ein paar kleinere Demonstrationen ohne Zwischenfälle ... Im Einsatz hatte die Polizei 8000 Mann.

+++ 20.21 Uhr: Futter für den Running Gag +++

Barack Obama mag Teleprompter; eigentlich ist er von ihnen abhängig - und zwar so sehr, dass der US-Präsident schon selber öffentlich darüber Witze macht. Und was passiert in der Berliner Hitze? Na, klar. Zwei vorbereitete Text-Helferlein geben unter sengender Sonne den Geist auf. Vielleicht geriet Mr. President dadurch so zusätzlich ins Schwitzen, dass er das Jackett ablegen wollte? Mitgereiste US-Reporter, die den Redestil Obamas in- und auswändig kennen, hatten sofort gemerkt, dass der US-Präsident nur mit halber Gestik vertrug. Er musste Teile der Rede schlicht vom Blatt ablesen ...

+++ 20h: Speisekarten zu Luftfächern +++

Vielleicht wäre es dem ein oder anderen Dinnergast doch ganz recht, wenn das maue Sommerwetter an diesem Tag angehalten hätte. Alles, was sich greifen lässt, wird als Fächer zweckentfremdet: Speisekarten, Notizblöcke, Tischkarten - alles, womit man sich Luft zufächern kann.

+++ 19.48 Uhr: "Guten Abend!" +++

"Guten Abend", schafft Mr. President. Dann lobt er die Deutschen für ihre Englischkenntnisse. Da seien die USA klar im Hintertreffen, was das Lernen fremder Sprachen angehe. Ein guter Einstieg, um auf den großen Einfluss deutscher Einwanderer auf die US-Geschichte hinzuweisen. Seine Töchter, die Jeans-Fans, seien vor allem dankbar für Levi Strauss.

+++ 19.42 Uhr: Immer wieder das Wetter +++

Die Berliner Hitze hat Barack Obama und seine Familie ganz offensichtlich tatsächlich tief beeindruckt. Mr. President betont in seiner Tischrede schön zweideutig "the very warm welcome". Die Hitze im Banketsaal ist ebenfalls enorm. Da gibt es keine Entspannung.

+++ 19.39 Uhr: "Dirkules" am Präsidententisch +++

Da sieht man, welch ein großer Star Dirk Nowitzki in den USA sitzt. "Dirkules" sitzt am Präsidententisch - und hat als einer der ersten mit Barack Obama angestoßen.

+++ 19.33 Uhr: Merkel wünscht: "Cheers!"

"Cheers - my first translation!" Ohne Ansprachen geht es auch beim Dinner nicht. Aber die Kanzlerin wird schnell locker ... und die Amerikaner zeigen leichte Ungenauigkeiten in den Tischsitten. Noch ehe die Übersetzerin fertig ist, wird angestoßen. Doch was soll's. Als auch Angela Merkel zum Prosten kommt, erhebt auch der Präsident sein Glas erneut.

+++ 19.30 Uhr: Sterne-Koch Raue nicht nervös +++

Zubereitet wird das Dinner-Menü von Zwei-Sterne-Koch Tim Raue. Er nannte es eine Ehre, für den amerikanischen Präsidenten kochen zu dürfen. "Aber ich bin nicht aufgeregt. Ob ich für den Verband der Dachziegelbauer oder den Präsidenten der Vereinigten Staaten koche, ist mir egal. Ich gebe immer mein Bestes!"

+++ 19.22 Uhr: Gutes aus deutscher Küche +++

Barack und Michelle Obama lernen zur Stunde - zusammen mit rund 200 Gästen - Klassiker der deutschen Küche kennen. Das Menü besteht aus Beelitzer Spargel mit Zitrone und Saiblingskaviar, Kabeljau mit Schmorgürkchen und Estragonpüree sowie Königsberger Klopsen mit Rote Beete, Apfelsalat und Kartoffelpüree. Zum Dessert wird Bienenstich gereicht.

+++ 19.00 Uhr: Lockere Atmosphäre im Schloss Charlottenburg +++

Sichtlich entspannt geben sich Angela Merkel und Joachim Sauer zum Start des großen Galadinners im Schloss Charlottenburg. Der Stress der offiziellen Visite in der ungewöhnlich großen Hitze des Tages ist von allen abgefallen. Nur Michelle Obama sieht man die Anstrengung beim kurzen Treff vor der Orangerie der Hohenzollernresidenz noch ein wenig an.

+++ 17.40 Uhr: Seibert springt der Knazlerin bei +++

Die #Neuland-Diskussion, die Angela Merkel ausgelöst hat, ist inzwischen im Kanzleramt angekommen. Regierungssprecher Steffen Seibert versucht, die Wogen mit einem trockenen Statement zu glätten - wohl vergeblich.

+++ 17.24 Uhr: Minister sind gleicher als andere +++

Trotz sengender Hitze waren vor und während des Auftritts von Barack Obama am Brandenburger Tor keine Flaschen erlaubt. Einige Minister wurden dennoch mit Plastikflaschen gesichtet - und blieben unbehelligt. Dazu gehörten die Kabinettsmitglieder Peter Ramsauer, Guido Westerwelle, Philipp Rösler, Thomas de Maizière, Ilse Aigner und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

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Die durchgegrillten von der Regierungsbank: Die Minister Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Hans-Peter Friedrich, Guido Westerwelle und Philipp Rösler mit seiner Frau Wiebke machen gute Miene zum heißen Spiel auf dem Pariser Platz. Einige Minister umgingen das Flaschnenverbot - und blieben von der Security unbehelligt.©

+++ 17.10 Uhr: Pause für den Präsidenten +++

Durchatmen im Ritz Carlton: Derzeit kann sich Obama im Hotel bei Michelle und den Kindern von Programm und Hitze erholen - und ein frisches Hemd fürs Dinner im Schloss Charlottenburg anlegen. Die First Lady wird ihn begleiten - wenngleich es heißt, Michelle müsse sich von der Berliner Hitze erholen.

+++ 17 Uhr: Entspannter Meinungsaustausch +++

Locker und entspannt war die Atmosphäre des Gesprächs zwischen Obama und Steinbrück, heißt es. Genaueres wurde nicht bekannt. Steinbrück gilt ohnehin als Verfechter eines engen transatlantischen Verhältnisses. Große Meinungsverschiedenheiten gibt es da wohl nicht. Außerdem: Die US-Demokraten hatten jüngst bei den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der deutschen Sozialdemokratie ihren Willen bekräftigt, in einer von SPD-Chef Sigmar Gabriel mit initiierten "Progressive Alliance" mitarbeiten zu wollen. Na also.

+++ 16.55 Uhr: Kurze Aufregung am Sony-Center +++

Es darf natürlich nichts passieren während der Visite in Berlin. Deshalb wurde das Sony-Center kurzzeitig geräumt - wegen eines verdächtigen Gegenstandes. Der entpuppte sich als Lego-Packung, die neben einem Mülleimer abgestellt war. Alles wieder gut.

+++ 16.40 Uhr: Treffen mit Peer Steinbrück +++

Mit der Rede ist Barack Obamas Programm in Berlin längst nicht beendet. Derzeit läuft ein Gespräch mit Peer Steinbrück im Commerzbank-Gebäude. Vor dem Treffen mit dem zuvor irrtümlich als "Mr. Steinberg" bezeichneten SPD-Kanzlerkandidaten. Zuvor hat er sich noch in das Goldene Buch der Stadt eingetragen.

+++ 16.28 Uhr: Kennedy-Rede als Geschenk +++

Angela Merkels spezielles Geschenk an den "lieben Barack": Eine Schallplatte mit der Aufnahme der berühmten "Ich bin ein Berliner"-Rede von John F. Kennedy vom 26. Juni 1963. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Sie überreichte das Präsent, bevor Obama vor dem Brandenburger Tor sprach. Es sollte also kein "Anhörungsunterricht" sein, wie man eine historische Rede hält. Barack Obama jedenfalls hat heute auf einen Satz, der in die Geschichtsbücher eingehen wird, verzichtet.

 
 
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